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Teltow-Fläming „Die schönste Vorstellung, die wir je hatten“
Lokales Teltow-Fläming „Die schönste Vorstellung, die wir je hatten“
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00:20 01.09.2017
Die Symphonic Pop Voices singen und tanzen zu „Uptown Funk“ von Mark Ronson bei ihrem jüngsten Auftritt in Thyrow. Quelle: FOTO: Laura Görner
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Thyrow

Der zehnte Auftritt des Symphonic Pop Orchestras mit Chor, Tänzern und internationalen Gästen am vergangenen Wochenende mit vier Vorstellungen von Donnerstag bis Sonntag war auch der letzte. Die MAZ sprach mit Sängerin und Organisatorin Marion Pagels über Vergangenes und Zukünftiges.

Wie empfanden Sie Ihren letzten Symphonic-Pop-Auftritt?

Marion Pagels: Es war die schönste Vorstellung, die wir je hatten. Man hat deutlich gemerkt: Das Team ist eingespielt, das Orchester war grandios und die halbprofessionellen Künstler werden immer professioneller.

Woran machen Sie das fest?

Das hat sich schon am Donnerstagabend gezeigt. Alle hatten vorher für sich geprobt. Erst bei der Generalprobe sieht man dann, ob es gemeinsam mit den anderen aufgeht, so wie man sich das am Schreibtisch vorgestellt hat. Und es hat super funktioniert!

Wenn das jetzt alles so toll klappt, warum machen Sie nicht einfach weiter?

Weil das einfach finanziell nicht mehr zu stemmen ist. Wir haben leider jedes Jahr Minus gemacht. Hätte diesmal nicht ein Unternehmen eine komplette geschlossene Veranstaltung für seine Belegschaft gebucht, wäre das trotz aller Sponsoren auch in diesem Jahr wieder so gewesen.

Waren denn die drei öffentlichen Veranstaltungen alle ausverkauft?

Ja, das waren sie. Wir mussten sogar noch Stühle dazustellen, weil immer noch Besucher an der Abendkasse Karten kaufen wollten.

Wie viele Besucher hatten Sie und wie viele Künstler standen auf der Bühne?

Es waren 1200 Besucher pro Auftritt und mit dem Dirigenten und Arrangeur Frank Hollmann und mir waren es genau 104 Künstler.

Was ist das denn für ein Krach im Hintergrund?

Wir bauen gerade alles ab.

Sie selbst?

Ja, und die anderen Künstler auch. Wir machen weitgehend alles selber und brauchen zehn Tage zum Aufbau und sieben Tage zum Abbau.

Das ist ja ein riesiger logistischer Aufwand, den Sie da betreiben müssen. Und nebenbei bemerkt auch ziemlich ungewöhnlich.

Allerdings. Und das ist ein weiterer Grund dafür, dass wir das so nicht mehr fortsetzen können. Viele der Künstler kommen von außerhalb. Sie nehmen ihren Jahresurlaub dafür und schlafen teilweise aus Kostengründen in ihren Autos. Das ist eigentlich kein würdiger Zustand für solch eine hochwertige Veranstaltung. Aber so ist das nun mal, wenn nur wenig Geld zur Verfügung steht. Normalerweise müsste am Ende Geld übrig bleiben, um den Teilnehmern wenigstens eine ordentliche Unterkunft zu bieten. Bei uns ist es so krass, dass zum Beispiel erst noch schnell etwas aufgebaut wird, dann geht’s von dort direkt in die Garderobe und dann gleich auf die Bühne.

Zwischendurch gab es doch mal Ärger und Abstimmungsprobleme mit der Stadt Trebbin. Ist das immer noch so?

Nein, das hat sich erfreulicherweise erledigt. Es gab nach Ihrem Artikel in der MAZ keine Probleme mehr und wir hatten zuletzt eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Sie sagten bei Ihrer Abschiedsveranstaltung, dass Sie neue Pläne haben. Können Sie das etwas konkretisieren?

Ja gerne. Wir wollen aus Räumlichkeiten in Trebbin eine Art soziokulturelles Zentrum schaffen und dort ein Revuetheater entstehen lassen.

Wo soll das sein?

Gleich in der Nähe des Bahnhofs und zwar im ehemaligen Büromöbelwerk Trebbin.

Wie groß ist denn dieses Vorhaben?

Das ist ziemlich groß. Wir rechnen mit Investitionen in Höhe von rund 700 000 Euro. Das geht natürlich nicht ohne Fördermittel und Sponsoren. Wir schreiben bereits an Konzepten, formulieren Bauanträge und such nach Sponsoren und Fördertöpfen. Unser Traum ist ein eigenes kleines Revuetheater mit etwa 300 bis 400 Plätzen. Es soll ganz gemütlich sein mit Tischchen und Logen und alles, was dazugehört.

Und wer soll da auftreten?

Wir sind weiter auf der Suche nach Talenten aus der Region, die wir gerne fördern und ausbilden wollen, so wie wir es bisher für unsere Symphonic-Pop-Auftritte getan haben. Wir suchen dafür aber auch noch Kulissenbauer, Maler, Requisiteure, Fotografen, und Werbefachleute. Das können auch gerne ältere Menschen sein, die nicht mehr im Arbeitsprozess stehen und freiwillig etwas mit aufbauen und verwirklichen wollen.

Wer sollen die Betreiber dieses Revuetheaters sein?

Das sind mein Partner Frank Hollmann und ich.

Löst sich das Symphonic Pop Orchestra von Frank Hollman jetzt auf?

Nein, auf keinen Fall. Es stehen ihm noch große Aufgaben bevor, und es gibt schon einige Engagements. Herr Hollmann wird weiter arrangieren und dirigieren.

Und was machen Sie, Frau Pagels?

Ich möchte mich hauptsächlich um das Revuetheater kümmern und denke daran, bald meinen Abschied von der Bühne zu nehmen. Immerhin werde ich nächstes Jahr 60. Ich überlege, noch ein Abschiedskonzert zu geben. Danach möchte ich mich um den Nachwuchs kümmern.


Von Hartmut F. Reck

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