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Teltow-Fläming Die warme Dorfmitte in der kalten Jahreszeit
Lokales Teltow-Fläming Die warme Dorfmitte in der kalten Jahreszeit
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05:25 22.10.2016
Hohengörsdorf ist stolz auf das wiedererrichte Backofenhaus, das am Freitag offiziell eingeweiht werden konnte. Quelle: Peter Degener
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Hohengörsdorf

Zum Richtfest im Mai schien die Sonne, zur Einweihung des Hohengörsdorfer Backofenhauses am Freitag kam die mollige Wärme an der Ofenklappe dagegen gerade recht. Mit großem Engagement des gesamten Ortsteils von Niederer Fläming und des Vereins „Dorfleben Hohengörsdorf“ ist das alte Bauwerk gerettet worden und dient spätestens seit dem ersten Probebacken vor zwei Wochen als warme Dorfmitte in der kühlen Jahreszeit. Neben den massiven Broten haben die Frauen im Ort für die Einweihungsfeier drei riesige Pizzen und Kuchen, sowie italienische Bruschetta vorbereitet.

Die Herren kümmerten sich derweil um den Ofen. Am Vortag und erneut am Freitagmorgen hat Hans-Joachim Schulze angeheizt. Jetzt sitzt er an der Ofenklappe und wacht über die leckeren Inhalte.

Verein ist beliebt

Erst vor zwei Jahren hatte sich der Verein „Dorfleben Hohengörsdorf“ gegründet. Mittlerweile ist rund ein Drittel des 118-Einwohner-Dorfes offiziell Mitglied. „Es gibt noch ein paar Zögernde, aber auch die helfen bei allen Aktionen mit“, sagt Vereinsvorsitzende Susanne Frohwein. Dem Verein ist gelungen, was laut Ortsvorsteher Roland Mihatsch schon vor 30 Jahren angedacht war: Die Sanierung des alten Backofenhauses. Das Dach war damals schon marode, wurde aber nur teils neu gedeckt. Jetzt hat man mit EU-Fördermitteln gleich einen neuen Dachstuhl errichtet.

Rund 100 Jahre ist das Backofenhaus alt und steht im Hof von Herbert Schröder. „Das Richtfest hatte er noch miterlebt. Er hat seinen Kindern von uns erzählt und so geschwärmt, dass wir das Haus wieder aufbauen“, erzählt Frohwein. Kurz vor seinem 93. Geburtstag starb Schröder. Von den Erben hat der Dorfverein nun das Stück Land um den Ofen gepachtet.

Aktionsgruppe war dabei

Bianca Moeller von der Lokalen Aktionsgruppe „Rund um die Fläming-Skate“ ist ebenfalls zur Einweihung gekommen. „Das war das erste Projekt eines Vereins in der gesamten Förderperiode“, sagt Moeller. Weil nicht nur der Verein, sondern auch der Zweck gemeinnützig sind, wurde das Backofenhaus zu 75 Prozent gefördert. Viel Eigenleistung haben die Bürger erbracht. „Sie haben das alte Dach abgedeckt und auch Mauern abgetragen“, nennt Wolfgang Liesigk Beispiele. Der Geschäftsführer der „Langenlipsdorfer Fläming-Bau“ hatte ein besonderes Geschenk für die Hohengörsdorfer mitgebracht: zwei über 100 Jahre alte, geflochtene Brotkörbe, die aus dem Langenlipsdorfer Backofenhaus stammen. „Darin hat man früher den Teig gären lassen“, erklärt Liesigk. Und weil man nicht so häufig backte, fassen die Körbe „Sechs-Pfund-Brote“, wie er schätzt.

Doch bei Brot, Kuchen und Pizza wird es nicht bleiben. Beim Probebacken war der Verein schon experimentierfreudig und garte einen Rollbraten im Ofen. Zur Weihnachtszeit soll es Stollen und Bratäpfel geben. Auch das nächste Projekt wurde in der Freude über das Erreichte schon diskutiert. Es ist etwas größer als das Backofenhaus: Die Hohengörsdorfer wollen nun ihre 800 Jahre alte Kirche samt Deckenmalereien und Orgel sanieren.

Von Peter Degener

Christine Schlickeisen (45) ist seit zehn Jahren Logopädin, seit 2007 führt sie ihre eigene Praxis in Königs Wusterhausen. Zum Welttag des Stotterns am 22. Oktober spricht sie über Ursachen und Therapie von Stotterern.

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