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Teltow-Fläming Diebische Waschbären im Weinberg
Lokales Teltow-Fläming Diebische Waschbären im Weinberg
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05:40 21.09.2016
Dietfried Röthel bewirtschaftet einen kleinen Weinberg in Dobbrikow, dort wo schon vor Jahrhunderten Wein angebaut wurde. In diesem Jahr blieb von seinen Trauben nicht viel übrig. Quelle: Margrit Hahn
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Dobbrikow

So hatte sich Dietfried Röthel die diesjährige Weinlese nicht vorgestellt. Als er am Montag auf dem Dobbrikower Weinberg ankam, traute er seinen Augen kaum. Bis auf wenige Trauben waren die Reben kahl gefressen. Für den Hobbywinzer steht fest: Da haben Waschbären geräubert.

Abgenagter Traubenstiel. Quelle: Margrit Hahn

Am Freitag hingen die Weinstöcke noch voll, das hatten ihm die Nachbarn bestätigt. Dietfried Röthel hatte gehofft, dass er in diesem Jahr pro Rebstock zwei bis drei Kilogramm Früchte ernten würde. Doch der Waschbär hat diese Hoffnung zunichte gemacht. „Wenn es hochkommt, ergibt alles zusammen drei Kilogramm“, sagt der 76-Jährige. Zum Glück war die Ernte in seinem Wohnort in Wilhelmshorst recht gut, sodass er den Verlust verschmerzen kann.

Elektrozaun als Schutz fürs nächste Jahr

„Noch mal passiert mir das aber nicht. Fürs nächste Jahr lasse ich mir etwas einfallen“, fügt er hinzu. Er will mit dem Jäger sprechen und zieht einen Elektrozaun in Erwägung. Das ganze Jahr über hat er sich um den Weinberg gekümmert, ist regelmäßig nach Dobbrikow gefahren, hat die Pflanzen gewässert und den Rasen gemäht. Er hat sich schon so gefreut, denn in diesem Jahr sind die Trauben wegem des sonnigen Septembers besonders süß und saftig.

Das müssen auch die Waschbären gewusst haben. Vermutlich rückten sie mit der ganzen Familie an, denn ein Waschbär allein, schafft nicht so viel. „Die stellen sich auf ihre Hinterbeine und mit den Vorderpfoten zupfen sie die Trauben ab und fressen sie auf“, erklärt Dietfried Röthel.

Der Waschbär breitet sich aus. Quelle: dpa

Im ersten Jahr, nachdem er den Weinberg kultiviert hatte, war der Ertrag nicht sehr groß. Den Rest holten sich Wespen und Hornissen, sodass kaum etwas übrig blieb.

Ende August war er in der Steiermark und hat festgestellt, dass alle Sorten die es dort gibt, auch auf seinem Weinberg wachsen. Jede Traube schmeckt anders und somit auch der Saft. Den Dampfentsafter braucht er für die Tafeltrauben aus Dobbrikow allerdings nicht mehr. „Die paar, die ich hier ernte, esse ich so auf“, so Röthel.

Isabella, Bianka und Glenora – Reben mit Frauennamen

Trotz allem freut er sich über seinen eigenen kleinen Anbau. Vor fünf Jahren hat er damit begonnen, 160 Quadratmeter auf dem historischen Weinberg in Dobbrikow urbar zu machen. Er pflanzte 56 Weinstöcke verschiedener Rebsorten wie Isabella, Bianka, Glenora, Rondo und Festivee. Die Rebstöcke sind gut am Hang angewachsen. Einige mussten nachgepflanzt werden, nachdem Wühlmäuse die Wurzeln angefressen hatten. Um genau zu wissen, welche Pflanzen wo stehen, hat Röthel einen Lageplan entworfen. So weiß er genau, welche Traube in welcher Reihe zu finden ist.

Von Margrit Hahn

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