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Teltow-Fläming Dienstfahrzeuge mit Stehvermögen
Lokales Teltow-Fläming Dienstfahrzeuge mit Stehvermögen
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00:18 01.07.2017
Stadtmarketing-Mann Kevin Senft (l.) und Ordnungsamtsleiter Henry Nottrott üben am Rathaus das Steuern der neuen Dienstfahrzeuge. Quelle: Foto: Jutta Abromeit
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Ludwigsfelde

Die Stadtverwaltung Ludwigsfelde hat zwei neue Dienstfahrzeuge, für die im wahrsten Sinne des Wortes Stehvermögen nötig ist – es sind zwei elektrisch betriebene Stehroller. Gedacht sind sie vor allem für insgesamt sechs Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes.

Dessen Leiter Henry Nottrott und Stadtmarketing-Mann Kevin Senft zeigten am Dienstagmorgen auf dem Rathausplatz, wie die Gefährte bedient werden: nach vorn beugen vorwärts, nach links beugen links fahren und so weiter, gebremst wird in der senkrechten. Wie ein Fahrrad hat der Stehroller eine Klingel, wie bei einem Fahrrad sollte mit Helm gefahren werden. „Das ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht. Deshalb wird das wohl schon aus Sicherheitsgründen so festgelegt.“

Zum Ausprobieren in Staßfurt

Die Autowerkerstadt ist damit die erste Kommune im Kreis und eine der ersten landesweit, die sich solche Fahrzeuge zulegt. „Zum Anschauen und Ausprobieren waren wir bei der Feuerwehr in Staßfurt in Sachsen-Anhalt“, sagt Sachgebietsleiter Nottrott, auch Polizeidienststellen hätten solche Stehroller bereits. Die Stadt habe diese Fahrzeuge deutlich preisgünstiger als die bekannten Markenroller der Firma Segway bekommen können, zudem sei eines ein Ausstellungsstück gewesen, erklärt er.

Doch vor allen anderen Fragen steht eine: Warum müssen es für Verwaltungsangestellte neben Dienst-Pkws und Dienst-Fahrrädern nun solche Zweiroller sein? Damit verbinden die meisten Menschen, die solche fast lautlosen Fortbewegungsmittel inzwischen kennen, vor allem Freizeitvergnügen. „Wir wollen als Stadt zeigen: Wir meinen es wirklich ernst mit der Elektro-Mobilität“, sagt Notrott.

Ordnungsamtsleiter: Schneller als zu Fuß

Und dann zählt er die aus seiner Sicht großen Vorteile auf: „Wir sind deutlich schneller als zu Fuß. Und haben ebenso wie als Fußgänger auch sofort Kontakt zum Bürger. Mit einem Auto müssen wir erst einen Parkplatz suchen, und nehmen in bestimmten Bereichen dann meist auch noch einen der wenigen Stellplätze weg.“

Des weiteren, so der Ordnungsamtsleiter, würden die Fußwege in der Stadt wegen der ständig neu entstehenden Straßen und Wohngebiete wie im Preußenpark oder in Ludwigsdorf immer weiter. „Zu Fuß schafft man fünf Kilometer in der Stunde, mit diesen Fahrzeugen sind bis zu 18 Kilometer je Stunde möglich“, erklärt er. Kevin Senft ergänzt: „Vom Rathaus bis zum Beginn Ludwigsdorf sind es 3,5 Kilometer; wenn dieser Stadtteil mal fertig ist, sind es von hier aus gut fünf Kilometer.“

Fahren mit Moped-Führerschein

Fahren darf mit den Stehrollern jeder, der einen Moped-Führerschein hat, so Henry Nottrott. Bei der Stadt-Feuerwehr gebe es zwei Männer, die als Fahrsicherheitstrainer ausgebildet seien, mit denen könne geübt werden. Überlegt werde, die beiden Fahrzeuge, die ein Mofa-Kennzeichen haben, noch mit Fahrradkorb und Fahrradschloss auszustatten, so der Ordnungsamtsleiter. Ab wann die Außendienstler mit den neuen Stehrollern in Ludwigsfelde im Einsatz zu sehen sind, ist noch unklar: „Wenn der ganze Papierkram durch ist“, sagt er.

Das heißt: Auch beim Warten auf das Okay von Seiten des Arbeitsschutzes ist im Moment noch Stehvermögen nötig. Bis dahin wird wohl häufiger noch das passieren, was gestern morgen passierte: Passanten, die die Roller hinter den Scheiben des Rathauses erspähen, wollen sie am liebsten gleich für eine Tour durch die Stadt mieten.

Neuer Ladepunkt für Elektro-Autos

In Sachen Elektro-Mobilität geht die Stadtverwaltung diese Woche noch einen weiteren Schritt: Sie stellt am Donnerstag am Bahnhaltepunkt Struveshof die dritte kommunale Pkw-Elektro-Ladestation auf. Die anderen beiden stehen am Rathaus und am Bahnhof. „Wir bleiben wir bei unserem Prinzip: Wer elektrisch fährt und an diesen Säulen zum Aufladen steht, der spart die Parkgebühren“, sagt Henry Notrott. Das könne gerade am Bahnhof in Struveshof für Pendler interessant sein, schließlich sei dies von Potsdam aus der letzte Bahnhof vor dem Flughafen-Bahnhof in Schönefeld.

Von Jutta Abromeit

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