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Diese Schule kämpft um einen Schulleiter

Kandidaten-Mangel in Werbig Diese Schule kämpft um einen Schulleiter

Schulleiter-Nachwuchs fällt nicht vom Himmel, schon gar nicht auf dem Land und vor allem nicht, wenn die Bezahlung weit hinter dem Arbeitspensum zurück bleibt. In Werbig steht man damit vor einem Problem, denn geeignete Kandidaten für den Chefposten fehlen.

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So ruhig ist es auf dem Campus nur in den Ferien.

Quelle: Peter Degener

Werbig. Kurz vor dem Ferienstart hat Werbigs Grundschulleiterin Christiane Faehse in der MAZ noch stolz ihr eigenes Abschlusszeugnis präsentiert. Wenn die Welsickendorferin im Februar in den Ruhestand geht, beginnen für sie die ganz großen Ferien. Obwohl dies nicht überraschend kommt, ist die Frage eines Nachfolgers auf dem Schulleiter-Sessel der Ludwig-Achim-von-Arnim-Grundschule bislang nicht geklärt.

Schulamt hält einzige Bewerberin für ungeeignet

Keinen einzigen, vom Schulamt für geeignet befundenen Kandidaten habe es auf die entsprechende Ausschreibung des gegeben, informierte Niederer Flämings Bürgermeister David Kaluza (parteilos) nun die Gemeindevertreter. Ernüchternd empfindet man dort auch die Zahl der Gesamtbewerber für diesen Posten. Die eine einzige Bewerberin überhaupt kommt aus der Region, wurde aber vom zuständigen Schulamt in Brandenburg an der Havel mangels ausreichender Berufserfahrung abgewiesen, so dass das Bewerbungsverfahren nun ein zweites Mal eröffnet wurde.

Bürgermeister kritisiert Schulamt

„Ich selbst halte die Bewerberin für geeignet und habe gegenüber dem Schulamt eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen“, sagt Kaluza, der nicht verstehen kann, dass man einer engagierten Pädagogin, zumal es keinen weiteren Bewerber gibt, nicht wenigstens die Chance gibt, sich zu bewähren. „Ein Mitspracherecht, ob ein Bewerber geeignet ist oder nicht, hat die Gemeinde nicht“, sagt der Bürgermeister, „erst vor der endgültigen Berufung werden Schulkonferenz und Gemeinde um Zustimmung gebeten.“

Uwe Gottwald, Ausschussvorsitzender und Ex-Schulleiter in Bönsdorf, sieht zu wenige Anreize für den Posten

Uwe Gottwald, Ausschussvorsitzender und Ex-Schulleiter in Bönsdorf, sieht zu wenige Anreize für den Posten.

Quelle: Peter Degener

Für hausgemacht hält Uwe Gottwald, der Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses der Gemeinde ist und bis zum Ferienbeginn Leiter der Blönsdorfer Grundschule war, die Situation: „Der ländliche Raum ist bei der Besetzung sogenannter Funktionsstellen schon lange ein Problem. Jeden jungen und viele engagierten Kollegen zieht es in den Berliner Speckgürtel.“

Schlechte Anreize für anspruchsvolle Aufgabe

Auch der Besoldungsaspekt sei problematisch: „Dass man als Leiter einer Grundschule zwar deutlich mehr Arbeitsbelastung hat als an einer weiterführenden Schule, aber um Gehaltsgruppen, ich spreche vom Plural, schlechter verdient, schafft wenig Anreiz, sich um einen solchen Posten zu bewerben.“ Das Argument mangelnder Berufserfahrung wiegt für ihn aber schwer.

Anfang September will David Kaluza über das Ergebnis der zweiten Ausschreibung informieren. Sollte es erneut keinen geeigneten Bewerber geben, gilt als wahrscheinlich, dass das Schulamt diese Aufgabe kommisarisch vergibt.

Von Peter Degener und Uwe Klemens

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