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Dieser Autofan fährt nah am Limit

Jüterbog, Linthe Dieser Autofan fährt nah am Limit

Die Leidenschaft des Jüterbogers Tobias Trenkler sind Autos. Er arbeitet mit ihnen und fährt sie gern. Am Wochenende fuhr er im bundesweiten Wettbewerb des ADAC um den Titel „Fahrsicherheitsprofi 2017“ im Fahrsicherheitszentrum in Linthe. Dort stellte er fest, dass man sich hinter dem Lenkrad schon einmal recht hilflos fühlen kann.

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Tobias Trenkler kämpfte im Finale um den Sieg des bundesweiten Wettbewerbs „Fahrsicherheitsprofi 2017“ in Linthe.

Quelle: Christin Iffert

Jüterbog. So schnell wie möglich, so langsam wie nötig lautete die Devise für Tobias Trenkler, als er am Wochenende ins Auto stieg. Ein Ziel hatte der 31-Jährige klar vor Augen, denn er wollte im bundesweiten Wettbewerb des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs (ADAC) den Titel „Fahrsicherheitsprofi 2017“ auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums in Linthe holen. Mehr als 4500 Autofahrer hatten sich für den Wettbewerb beworben. In einer von sieben Vorrunden qualifizierte sich Tobias Trenkler im Frühsommer dieses Jahres neben 41 weiteren Teilnehmern aus allen Bundesländern für das Finale.

Nachdem er im Geländewagen der Off-Road-Strecke saß, passte er Sitz und Spiegel vor dem Start an. Zwei Runden fuhr er durch eine Hügellandschaft im Wald – vorbei an Hindernissen und aufgestellten Toren. Uhr und Handy waren Tabu, auch der Tacho wurde abgeklebt. „Im Off-Road-Trail haben wir eine Gleichmäßigkeitsprüfung“, erklärte Wettbewerbskoordinator Rainer Jung. Zeitlich mussten beide Runden möglichst nah aneinander liegen. Jedes berührte Hindernis bedeutete Strafsekunden.

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Das ADAC Fahrsicherheitszentrum in Linthe (Potsdam-Mittelmark) hat am Wochenende das bundesweite Finale des Wettbewerbs „Fahrsicherheitsprofi 2017“ ausgetragen. Sie mussten an unterschiedlichen Modulen ihre Fahrsicherheit, Schnelligkeit und Präzision unter Beweis stellen. Für Jung und Alt gab es außerdem die Familientage am Freitag und Samstag.

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„Ich bin sehr ehrgeizig“, beschreibt sich Tobias Trenkler. Manchmal schieße er über das Ziel hinaus, gesteht er ein. Im Parcours legt er die absolute Bestzeit hin – eine Minute und 30 Sekunden. „Ich habe aber ein Pylon umgefahren, da gab es eine Strafe“, so der 31-Jährige. Normalerweise brauchen Teilnehmer laut Rainer Jung auf der Strecke zwischen zwei und fünf Minuten. Eigentlich sieht sich Trenkler als sicherer und vorausschauender Fahrer. Autos sind seine Leidenschaft. Nicht nur privat, auch im Berufsleben. Er arbeitet als Kfz-Mechatroniker bei einem Autohaus in Jüterbog. Dort ist er wechselnde Autos gewöhnt.

„Man fühlt sich hilflos“

Doch die sechs Module, die die Autofahrer aus unterschiedlichen Bundesländern über zwei Tage bei dem Wettbewerb meistern, bringen sie an ihre Grenzen. Einen Probelauf gibt es nicht. Die wohl größte Herausforderung ist die „Zielbremsung“. Mit Sommer- und Winterreifen wird auf einer bewässerten Gleitfläche eine Notbremsung hingelegt – 15 Meter bis zum Stehen. „In Teilen fährt sie sich wie eine festgefahrene Schneefläche“, sagt Rainer Jung vom ADAC. Er glaubt, es sei eine der schwierigsten Übungen. Viele der Teilnehmer werden disqualifiziert, weil der Wagen entweder zu früh oder zu spät zum Stillstand kommt. „Man fühlt sich hilflos und unterschätzt Geschwindigkeit und Bremsweg“, erinnert sich Finalist Tobias Trenkler. Er vergleicht die Strecke mit Blitzeis. „Solche Rutschflächen hat man im Alltag selten“, so Trenkler.

Auf der Gleitfläche verhält es sich wie auf einer festgefahrenen Schneedecke

Auf der Gleitfläche verhält es sich wie auf einer festgefahrenen Schneedecke.

Quelle: Christin Iffert

Wichtig findet der Autofan, dass man Erfahrungen in Grenzsituationen sammelt. Zudem geben sich die Teilnehmer untereinander Tipps. Einer partizipiere vom anderen. „Es gibt eine gewisse Gruppendynamik. Nur wenige Leute hier sind im Wettkampf sehr verbissen“, erzählt Tobias Trenkler.

Jüterboger war zu nah am Limit

So richtig rund läuft es für den Jüterboger in den Runden aber nicht. Den ersten Platz werde er kaum erreichen, schätzt er sich realistisch ein. Er sollte Recht behalten. Am Ende fährt er Platz 21 ein. Stattdessen hängte Kai Zander, ein Brandenburger aus dem Landkreis Barnim, alle anderen Teilnehmer ab. „Ich war einfach zu nah am Limit“, schätzte Tobias Trenkler seine Fahrweise ein und lacht.

Fahrsicherheitsprofi 2017

Vorrangiges Ziel des Fahrerwettbewerbs ist es, die Verkehrssicherheit zu fördern.

Bei Spaß und Spannung sollen die Sensibilität für herausfordernde Situationen im Straßenverkehr geschaffen und eine sichere und ökonomische Fahrweise bei den Teilnehmern gefördert werden.

Weitere Ziele sind, das Wissen in Theorie und Praxis rund um Reifen- und Fahrzeugtechnik, Fahrerassistenzsysteme und alternative Antriebe zu vertiefen.

Von Christin Iffert

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