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Dieses 70-Seelen-Dorf lebt mit mehr als 130 Windrädern

Teltow-Fläming Dieses 70-Seelen-Dorf lebt mit mehr als 130 Windrädern

Gerade einmal 70 Menschen leben in Danna, einem kleinen Ort im Kreis Teltow-Fläming. Rund ums Dorf drehen sich mehr als 130 Windräder. Die MAZ hat sich in dem Ort umgeschaut und umgehört und erfahren, was es bedeutet, so viele Windräder in der direkten Nachbarschaft zu haben.

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Danna hat 70 Einwohner, aber blickt auf mehr als 130 Windräder.

Quelle: Uwe Klemens

Danna. Abendsonne hüllt Danna am Rande der Gemeinde Niedergörsdorf in mildes Licht. Wer hier wohnt, schätzt die Abgeschiedenheit und das Fehlen üppigen Durchgangsverkehrs. Gerade mal 70 Einwohner zählt der Ort derzeit, acht davon sind Kinder bis 14 Jahren.

Doch die Idylle ist getrübt. Die leerstehenden Häuser und Gehöfte auf beiden Seiten der Dorfstraße verraten, dass das Leben in diesem Ort nicht jedem verheißungsvoll erscheint.

Ostwind trägt den Rotorenschlag herüber

Wenn der Wind aus Osten weht, kann man einen der Gründe nicht nur ahnen, sondern auch hören. Zwischen 130 und 150 Windräder drehen sich in Sichtweite des Ortes. Dass es so viele werden würden, hätten sich selbst diejenigen, die von Anfang Kritiker waren, nicht träumen lassen. „Dass deswegen so viele Höfe leer stehen, glaube ich aber nicht“, sagt Lutz Freydank, der seit 54 Jahren in Danna zu Hause ist und als Wehrführer einer der kleinsten Wehren der Gemeinde fungiert. „Die alten Leute sterben einfach und junge wollen die Gehöfte nicht übernehmen“, lautet seine Erklärung. Warum das so ist und sich weder jemand aus der Familie, noch Ortsfremde für die Häuser interessiert, hat er noch nicht ergründet.

Sonnenplatz mit Windpark-Panorama

Sonnenplatz mit Windpark-Panorama: Wer hier Entspannung finden will, braucht schon starke Nerven.

Quelle: Uwe Klemens

Die Windräder, von denen das dichteste nur 1000 Meter hinter seinem Haus steht, sind für ihn kein Grund, sich aufzuregen. „Bei Ostwind sind sie zu hören, aber nicht so, dass es uns stört“, sagt er, „Schlagschatten durch die Rotorblätter haben wir nicht, dazu stehen sie zu weit weg. Und zum Glück schlafen wir zur anderen Seite raus, wo wir auch bei geöffnetem Fenster nichts von den Windrädern hören.“

Dorf hat finanziell nichts von den Windparks

Freytags größter Kummer ist, dass sein Dorf finanziell nichts davon hat, dass die Landschaft ringsum der Windenergie geopfert wurde und der Strompreis nicht sinkt. „Die Feldheimer hatten mehr Glück“, sagt er mit Blick in Richtung des Nachbarortes, der sich dank Windkraft, Solarstrom und Bioenergie kostengünstig komplett autark mit Strom und Wärme versorgt. „Bis auf einen angepflanzten Windschutzstreifen haben wir nichts bekommen. Da wäre sicher mehr möglich gewesen.“

Malerisches Danna

Malerisches Danna: Dorfidylle am Teich.

Quelle: Uwe Klemens

Den Eindruck, dass die Mühlen aus insgesamt drei Windparks das Leben nicht beeinträchtigen, teilt auch Ortsvorsteherin Silke Schulze. „In Danna hat man sich damit arrangiert. Negativ geäußert hat sich mir gegenüber noch niemand“, sagt sie, „viele Windräder stehen auf Boden, der Leuten aus Danna gehört. Deshalb gibt es wegen der Pacht natürlich auch Neider. Aber die gibt es überall.

„Wir Alten sind alle dagegen“, poltert hingegen eine Anwohnerin, die anonym bleiben will. Nicht äußern wollte sich Schulzes Amtsvorgänger Bernd Thiele: „Das ganze alte Thema wieder aufzuwärmen, mache ich nicht mit.“

Von Uwe Klemens

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