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Discounter im Norden der Stadt möglich

Einzelhandel in Jüterbog Discounter im Norden der Stadt möglich

Im Norden Jüterbogs fehlt ein Lebensmittelmarkt, doch bislang ließ das Einzelhandelskonzept dort keinen größeren Markt zu. Im neuen Entwurf des Konzepts ist ein Discounter-Standort an der Straße Fuchsberge vorgesehen. Das freut die Anwohner, wurde aber bei einer Diskussion von den Einzelhändlern kritisiert.

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Florian Schaeffer )l.) und Eddy Donat von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung erstellen das Konzept für die Stadt.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Kaufkraftbindung, Magnetfunktionen und die Relevanz bestimmter Sortimente sind das Geschäft von Eddy Donat und seines Mitarbeiter Florian Schaeffer. Als Vertreter der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) erläuterte das Duo am Mittwochabend im Jüterboger Rathaus dem Laien, welche Perspektive der Einzelhandel in Jüterbogs Zentrum und der übrigen Stadt hat. Das von der GMA weiterentwickelte Einzelhandels- und Zentrenentwicklungskonzept (kurz EZEK) steht kurz vor dem Beschluss durch die Stadtverordneten.

Fast 1000 Unterschriften für Einkaufsmöglichkeit

Nach der Beteiligung der Bürger findet sich eine Neuerung im Konzept wieder, die bei der öffentlichen Diskussionsrunde für viel Gesprächsstoff gesorgt hat – die Straße „Fuchsberge“ könnte als potenzieller Standort für einen Discounter festgeschrieben werden. Fast tausend Unterschriften hatten Bürger aus dem Norden der Stadt in den vergangenen Monaten gesammelt, um die Verwaltung auf fehlende Nahversorgungsangebote aufmerksam zu machen. „Wir sind dort jetzt unter DDR-Niveau, denn früher gab es wenigstens einen Konsum“, sagte ein Anwohner.

Standort von abgebrannter Gaststätte für Supermarkt

Statt des bislang angedachten Wechsels des Penny-Markts vom Neumarkt an den Neuheimer Weg, die laut GMA vom Tisch sei, wurde eine Alternative analysiert. Das Areal des abgebrannten Gasthauses „Wasserpfeifchen“ ist geeignet, um dort einen bis zu 1000 Quadratmeter großen Discounter wirtschaftlich zu betreiben. Er wäre für mehr als 1500 Einwohner im Umkreis von 500 Metern die erste Alternative. „Der Bedarf ist dort gegeben und im Stadtzentrum wären keine unmittelbaren Betriebsaufgaben zu erwarten“, sagte Eddy Donat. Auswirkungen hätte eine Ansiedlung auf den „Doppelstandort“ von Netto und Aldi an der Zinnaer Vorstadt und der Promenade sowie auf das Nahversorgungszentrum an der Schlossstraße. Konkurrenz in den Fuchsbergen könnte diese Märkte bis zu zehn Prozent an Umsatz kosten.

Bürgermeister wirbt für Discounter im Norden

Bürgermeister Arne Raue (parteilos) sprach sich trotzdem deutlich für einen Discounter in den Fuchsbergen aus. Er will zudem, dass noch einmal über die geplante Vergrößerung des Einkaufszentrums am Standort Große Straße debattiert wird. Eigentlich soll dort neben dem Rewe-Markt der Aldi von der Promenade angesiedelt werden, was Raue nun samt Bebauungsplan und städtebaulichem Wettbewerb in Frage stellt. Im Raum steht, dass sich einer der Discounter des Doppelstandorts für einen Neubau in den Fuchsbergen entscheidet. Die Stadt kann dies den Märkten jedoch nicht vorschreiben, sondern nur Druck ausüben, etwa durch Einschränkung von Verkaufsflächen bei einer künftigen Vergrößerung der modernisierungsbedürftigen Märkte.

Statistik

71,7 Millionen Euro beträgt der Umsatz der 135 Jüterboger Einzelhändler im Jahr 2015 etwa. 31,4 Millionen davon fließen durch Umlandbewohner, Pendler und Touristen in die Stadt hinein.

Die Jüterboger selbst geben 71 Prozent ihres Geldes in ihrer Stadt aus und den Rest an anderen Orten.

Die jährliche Kaufkraft der 25 000 Menschen in der Stadt und dem Umland beträgt derzeit etwa 114 Millionen Euro. Sie wird bis 2025 wegen des Bevölkerungsrückgangs vermutlich um fünf Prozent sinken.

Anwesende Händler kritisierten die Schaffung eines neuen Standorts im Norden. „Discounter sind die größten Textil- und Schreibwarenhändler Deutschlands“, sagte der Jüterboger Unternehmer Uwe Kaim. Mit ihren Randsortimenten außerhalb des Nahrungsmittel-Kerngeschäfts senke jeder weitere Markt die Umsätze der kleinen Einzelhändler. Jederzeit möglich bleibt die Ansiedlung eines kleinen Nahversorgers bis zu 400 Quadratmeter Verkaufsfläche an jedem Ort im Stadtgebiet, etwa im ebenfalls unterversorgten Jüterbog II.

Von Peter Degener

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