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Teltow-Fläming Diskussion um Gestaltungssatzung der Webersiedlung
Lokales Teltow-Fläming Diskussion um Gestaltungssatzung der Webersiedlung
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14:55 26.11.2016
Die Debatte um die Gestaltungssatzung entzündete sich an einem Ausnahmeantrag für Dachflächenfenster für dieses Eckhaus in Kloster Zinna. Quelle: Peter Degener
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Kloster Zinna

Es sind zwei kleine Fenster, 60 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch, die jetzt eine Debatte um die Gestaltungssatzung der Webersiedlung in Kloster Zinna ausgelöst haben. Dachflächenfenster sind dort zur Straße hin nicht erlaubt, um das Erscheinungsbild der schlichten Weberhäuser zu erhalten. Das gilt auch für Neubauten ohne eigenen Denkmalschutz.

Diana Lindner und ihr Ehemann Kai Lindner führen in einem Bau von 1994 an der Ecke des König-Friedrich-Platzes und der durch die Siedlung führenden B101 zwei Unternehmen. „Von Beginn an wurde auch das Dachgeschoss des Hauses als Büro genutzt, aber es herrscht ein großer Mangel an Licht und Luft“, erklärte Diana Lindner im Bau- und Sanierungsausschuss der Stadt. Trotz einiger Fenster auf der Rückseite gelinge die Belüftung nicht. Ihr Wunsch sind zwei kleine Fenster zum Platz hin.

Bauamt lehnt Ausnahmeerlaubnis ab

Ein Antrag auf die sanierungs- und denkmalrechtliche Erlaubnis wird vom Bauamt abgelehnt. Sie überlegen nun, anderswo Geschäftsräume zu finden. Die Stadtpolitik steht auf Seite der Eigentümer, die in Kloster Zinna zehn Arbeitsplatze geschaffen haben.

In den vergangenen fünf Jahren hat es laut Bauamt nur drei Ausnahmen in Kloster Zinna für Dachflächenfenster gegeben. Zweimal wurden Vergrößerungen alter Luken genehmigt und einmal einem Neubau eine Ausnahme erteilt. In der Vergangenheit sei die Dachlandschaft der Webersiedlung bereits „entstellt“ worden, „auch durch Schwarzbauten“, sagt Bauamtsleiterin Kira Wenngatz.

Tatsächlich ist es dort mit fensterlosen Dachflächen nicht mehr weit her. Neben den sowieso erlaubten Gauben erblickt man entlang der Bundesstraße und des zentralen Platzes 42 Dachflächenfenster. In den Nebenstraßen sind es sogar 157 weitere – alle im Bereich der Satzung. Die Mehrzahl davon sind nicht die kleinen Dachluken aus DDR-Zeiten oder Ausstiege nahe Schornsteinen, sondern moderne, teils großformatige Kipp-Fenster.

Stadtverordneter: „Kein Haus dient uns, wenn es verfällt.“

„Jedes kleine Haus gehört zu diesem Ensemble dazu, aber kein Haus dient uns, wenn es nicht genutzt wird und dann verfällt“, sagt Alexander Struck (Wir sind Jüterbog) zum „Spagat zwischen Nutzbarkeit und Denkmalschutz“. Er sieht dieselben Probleme auch in Jüterbogs Zentrum, wo Eigentümer die Dachgeschosse kleiner Häuser mit Fenstern attraktiver nutzbar machen wollen. Im Ausschuss wurde deshalb eine Änderung der Gestaltungssatzung ins Spiel gebracht. Dagegen hatte sich Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) schon bei früheren Anträgen ausgesprochen. „Wir würden alle, die gewissenhaft nach Satzung gebaut haben, vor den Kopf stoßen, wenn wir sie jetzt entschärfen“, sagte er.

Der Ortsbeirat und der Bauausschuss votierten einstimmig für die Ausnahme. Am Mittwoch werden die Stadtverordneten sich damit befassen. Wenn sie die Ausnahme befürworten, kommt es auf die Bauaufsicht an. „Die Erhaltung von Arbeitsplätzen kann nicht die Begründung für eine Ausnahme nach den Zielen dieser Satzung sein“, sagt deren Leiter Norbert Jurtzik.

Von Peter Degener

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