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Teltow-Fläming Disneyfiguren in Teig und Creme
Lokales Teltow-Fläming Disneyfiguren in Teig und Creme
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12:23 19.02.2018
Die Torte hat Luise Kühler für ihre Tochter gebacken.
Stangenhagen

Man muss zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass die Eiskönigin Elsa kein echtes Kleid trägt. Luise Kühler hat der Puppe ein üppiges Kleid aus Creme verpasst. Sechs Stunden hat die 39-Jährige gebraucht, um das Backwerk fertig zustellen. Die studierte Mathematikerin und Physikerin wohnt seit acht Jahren in Stangenhagen. Im Juni 2016 eröffnete sie auf ihrem Grundstück in der Trebbiner Allee ihr Hofcafé. Nach der Geburt ihrer drei Kinder stand für sie fest, dass sie Arbeit und Familie unter einen Hut bringen will. Und da Backen und Kochen ihre Leidenschaft sind, entschied sie Beruf und Hobby zu verbinden.

Die Torten von Luise Kühler in Stangenhagen verzaubern nicht nur die Kinder. Quelle: Margrit Hahn

Mit dem Tanklaster hat alles begonnen

Zum 70. Geburtstag des Opas wollte sie etwas Ausgefallenes machen. Da er jahrelang einen Tank-Lkw gefahren hatte, bekam er als Überraschung eine Torte, die seinem Tanklaster verblüffend ähnlich sah. „Wir hatten Fotos herausgesucht, an denen er neben seinem Lieblingsfahrzeug stand. Danach habe ich dann die Torte gemacht“, berichtet Luise Kühler. Für ihre kulinarischen Meisterwerke verwendet sie keinen üblichen Biskuitteig, sondern Wunderkuchenteig, wie se ihn nennt. Der ist etwas fester als Biskuitteig und lässt sich besser formen ohne zu zerbrechen. Zudem kann ihn mit verschiedenen Flüssigkeit wie Apfelsaft oder Orangensaft zubereiten. Wenn alles gut läuft, schafft sie vier Torten pro Tag.

Acht Torten waren eine Herausforderung

Zur Einschulung im vergangenen Jahr stieß sie an ihre Grenzen. Es waren acht Torten bestellt. „Da habe ich zwei Tage durchgearbeitet ohne zu schlafen. Das war schon eine große Herausforderung“, fügt die dreifache Mutter hinzu. Auf die Idee, Thementorten zu kreieren, brachten sie ihre Kinder. „Mein Sohn hatte sich zum dritten Geburtstag eine Eisenbahn-Torte gewünscht“, berichtet sie. Neben Autos, Feuerwehr, Fotoapparat, VW-Bus, Barbie, Eiskönigin Elsa und Belle aus „Die Schöne und das Biest“ hat sie inzwischen auch etliche Foto-Torten hergestellt. Seit wenigen Wochen besitzt sie einen Lebensmitteldrucker und kann die Fotos für die Torten selber drucken. Auch Tortenaufleger können bei ihr bestellt werden.

Die Torten, die in sechs Stunden mühevoll kreiert wurden, werden jetzt angeschnitten. Quelle: Margrit Hahn

Alle Wünsche werden erfüllt

Es gibt kaum Wünsche, die Luise Kühler nicht erfüllen kann. Selbst der Fisch für einen Angler sah so echt aus, dass die Gäste glaubten, es hätte jemand einen Fisch aus dem Wasser gezogen. Selbst, als sich ein Kind Belle auf einer Torte wünschte, wurde alles unternommen, um den Wunsch zu erfüllen. Wie Luise Kühler berichtet, gab es zu der Zeit keine Puppen mit dunklem Haaren, da Belle aber nun mal dunkelhaarig ist, hatte ihr Mann Olaf eine Idee. Sie kauften eine blonde Puppe, die der Disneyfigur ähnlich war, und färbten deren Haare.

Glückliche Kinderaugen als Lohn

Bevor sich Luise Kühler an die Arbeit macht, bespricht sie mit dem Kunden genau ab, was gewünscht wird – Biskuitteig oder Wunderkuchenteig, mit Kakao oder Buttercreme, Sahne, Quark oder Mascarpone, Sauerkirschen oder anderen Früchte, ob die Bilder auf Fondantpapier gedruckt werden sollen oder welche Motive in Frage kommen? Je aufwendiger die Torte, desto höher der Preis. Sie bittet ihre Kunden darum, wenn die Torte angeschnitten wird, zu fotografieren und ihr ein Bild zu schicken. „Wenn ich in die glücklichen Kinderaugen schaue, dann ist das für mich der schönste Lohn“, sagt sie. Auch dreistöckige Hochzeitstorten sind für sie kein Problem. Am Wochenende öffnet ihr das Hofcafé, dann bekommen die Gäste einen kleinen Einblick in ihre Koch- und Backkünste.

Russische Küche wird auf Wunsch auch geliefert

Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass Luise Kühler auch in Sache russischer Küche einiges zu bieten hat. Als Russlanddeutsche kam sie 1995 mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie liebt die russische Küche mit Borschtsch, Piroggen und Pelmeni. In der Woche bietet sie täglich ein Mittagsgericht an, das entweder in ihrem Café eingenommen werden kann oder auf Wunsch geliefert wird. Auf ihrer Webseite erfährt man, was es gibt.

Luise Küchler Mann Olaf hat eine Vorrichtung gebaut, um die Torten und das Essen transportieren zu können. Zweimal im Jahr, im Mai und im November, lädt zur russischen Zarenmahlzeit mit elf Gängen ein. Dann gibt es sowohl Salat als auch Suppe, mindestens drei Hauptgänge und ab dem neunten Gang etwas Süßes. Den Abschluss bildet immer eine Nachspeise mit Himbeerren. „Himbeeren sind aus der russischen Küche nicht wegzudenken“, so die junge Unternehmerin. „Die Zaren haben ja früher sehr üppig gegessen, teilweise bis zu 70 Gänge, deshalb entstand auch der Name Zarenmahlzeit“, erzählt sie.

Borschtsch auch ohne Rote Beete

Nach dem zweiten Gang befürchten die Gäste oft, dass sie nicht satt werden. Spätestens bei Gang Nummer acht klagen sie, dass nichts mehr reinpasst. Doch Luise Kühler redet ihnen dann gut zu, dass für süße Speisen immer noch ein wenig Platz sei. Bei den Zarenmahlzeiten hilft ihre Mutter Ina mit, von ihr stammt auch das Rezept für Borschtsch ohne Rote Beete. Die Zarenmahlzeit hat sie auch schon als Partyservice angeboten. Geliefert wird bis Berlin und Potsdam. Sie selbst mag am liebsten Napoleontorte mit russischer Creme, die, wie sie sagt, viel leichter als deutsche Buttercreme ist. Die Torte besteht aus einer Art Nudelteig aus 16 Schichten. Dafür wird extra eine Creme gekocht. Wenn der Teig aus dem Ofen kommt, ist er hart wie Keks – mit der Creme wird er weich. „Einfach köstlich“, schwärmt sie.

Von Margrit Hahn

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