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Teltow-Fläming Disput: Denkmalschutz oder Öko-Kraftwerk
Lokales Teltow-Fläming Disput: Denkmalschutz oder Öko-Kraftwerk
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11:15 26.09.2016
Susanne Köstering vom Museumsverband Brandenburg (l.) mit Ruth Wagner (Bündnis 90/Grüne). Quelle: Gudrun Ott
Zossen

Im Hotel-Restaurant Reuner trafen sich am Mittwoch Mitglieder des Kreisverbandes Bündnis 90/Die Grünen um über die Zukunft der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Kummersdorf-Sperenberg zu diskutieren. Eingeladen hatte man dazu Susanne Köstering, Geschäftsführerin Museumsverband des Landes Brandenburg, sowie Gerd Harms, Senior Consultant der Firma Encon Europe. Beide Fachleute vertraten vehement ihre unterschiedlichen Positionen.

Köstering; „Das ist ein Museum in der Natur.“

Susanne Köstering sieht die Fläche – das Sperenberger Gelände gilt als Vorläufer von Peenemünde, weil dort zwischen 1875 und 1945 Militärtechnik entwickelt wurde – als eine Art Weltkulturerbe. „Das ist ein Museum in der Natur von über 3000 Hektar, das nur erschlossen werden muss“, sagt sie. Es könne ein einzigartiger Bildungsstandort entstehen. Man könne über einen Unesco-Welterbe-Status nachdenken, um Fördermittel zu bekommen, argumentierte Köstering.

Gerd Harms vertrat die Projektidee eines Multienergiekraftwerks. Quelle: Gudrun Ott

Gerd Harms, der einst Staatssekretär in Brandenburg war, sprach von dem auf der Fläche geplanten Multienergiekraftwerk als einem Schlüsselprojekt der Energiewende. Dabei ließen sich Denkmalpflege, Naturschutz und alternative Energiegewinnung bei der Größe der Fläche durchaus vereinen, meinte er. Auch die Landesregierung strebe am Standort ein speicherkombiniertes Erneuerbares-Energien-Kraftwerk als Leitprojekt im Rahmen des Erneuerbaren Energiegesetzes (EEG) an, das einen finanziellen Beitrag zur musealen Aufarbeitung des Geländes leisten könne, so Harms. Dafür sollen auf mehreren Teilflächen Windenergie- und Photovoltaikanlagen installiert und die Flächen verpachtet werden.

Harms: „Wir glauben an die Zukunft der Wind-Wasserstoff-Systeme.“

Für Harms und Enertrag-Projektleiter Guido Filipov ist dies die einzig gewinnbringende Nachnutzungsvariante der Konversionsfläche. „Wir glauben an die Zukunft der Wind-Wasserstoff-Systeme und aus unserer Sicht ist die Liegenschaft für diesen Zweck hervorragend geeignet“, sagte Harms, „die derzeitigen Planungen sind nicht das Ende, sondern der Anfang der Planung.“

Susanne Köstering erklärte indes eindringlich: „Die Gesamtfläche ist eine Sinneinheit und diese Sinneinheit gilt es zu erhalten. Das Kraftwerk kann an einen anderen Standort, aber diese geschichtsträchtige Fläche kann man nicht woandershin verlegen. Wir wollen die Geschichte des Scheiterns zeigen – und das ist an diesem Ort.“ Köstering plädierte dafür, die Gebäude Wasserturm, Casino und Kommandantenvilla in einem Drei-Stufen-Plan zu entwickeln.

Bürger fordern eine Lösung

Jörg Bader, Einwohner aus Kummersdorf, sieht eine museale Anlage kritisch. Der Aufwand wäre seiner Meinung nach immens. Carsten Preuß, Vorstandsmitglied des BUND Brandenburg*, vertrat die Ansicht, dass Natur und Denkmalschutz gut zusammenpassen und auf der Fläche nur etwas entstehen soll, was auch mit der Fläche zu tun hat. Gerhard Kalinka, Kreistagsvorsitzender (Bündnis 90/Grüne), hatte die Veranstaltung moderiert und versprach abschließend, man werde sich weiter mit dem Thema beschäftigen.

* Carsten Preuß legt Wert darauf, dass er an der Veranstaltung in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des BUND Brandenburg teilgenommen hat. Wir die Passage entsprechend korrigiert. Preuß ist auch Stadtverordneter für die Linke in Zossen (die Redaktion).

Von Gudrun Ott

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