Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Disput: Denkmalschutz oder Öko-Kraftwerk

Sperenberg Disput: Denkmalschutz oder Öko-Kraftwerk

Auf Einladung der Bündnisgrünen diskutierten Vertreter der Ökostrom-Branche und des Denkmalschutzes über die Zukunft des Geländes der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Kummersdorf-Sperenberg. Soll es ein Museum sein oder soll dort ein Multienergie-Kraftwerk gebaut werden? Eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Voriger Artikel
Gruppe mit Axt und Machete unterwegs
Nächster Artikel
8500 Quadratmeter mehr Platz

Susanne Köstering vom Museumsverband Brandenburg (l.) mit Ruth Wagner (Bündnis 90/Grüne).

Quelle: Gudrun Ott

Zossen. Im Hotel-Restaurant Reuner trafen sich am Mittwoch Mitglieder des Kreisverbandes Bündnis 90/Die Grünen um über die Zukunft der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Kummersdorf-Sperenberg zu diskutieren. Eingeladen hatte man dazu Susanne Köstering, Geschäftsführerin Museumsverband des Landes Brandenburg, sowie Gerd Harms, Senior Consultant der Firma Encon Europe. Beide Fachleute vertraten vehement ihre unterschiedlichen Positionen.

Köstering; „Das ist ein Museum in der Natur.“

Susanne Köstering sieht die Fläche – das Sperenberger Gelände gilt als Vorläufer von Peenemünde, weil dort zwischen 1875 und 1945 Militärtechnik entwickelt wurde – als eine Art Weltkulturerbe. „Das ist ein Museum in der Natur von über 3000 Hektar, das nur erschlossen werden muss“, sagt sie. Es könne ein einzigartiger Bildungsstandort entstehen. Man könne über einen Unesco-Welterbe-Status nachdenken, um Fördermittel zu bekommen, argumentierte Köstering.

Gerd Harms vertrat die Projektidee eines Multienergiekraftwerks

Gerd Harms vertrat die Projektidee eines Multienergiekraftwerks.

Quelle: Gudrun Ott

Gerd Harms, der einst Staatssekretär in Brandenburg war, sprach von dem auf der Fläche geplanten Multienergiekraftwerk als einem Schlüsselprojekt der Energiewende. Dabei ließen sich Denkmalpflege, Naturschutz und alternative Energiegewinnung bei der Größe der Fläche durchaus vereinen, meinte er. Auch die Landesregierung strebe am Standort ein speicherkombiniertes Erneuerbares-Energien-Kraftwerk als Leitprojekt im Rahmen des Erneuerbaren Energiegesetzes (EEG) an, das einen finanziellen Beitrag zur musealen Aufarbeitung des Geländes leisten könne, so Harms. Dafür sollen auf mehreren Teilflächen Windenergie- und Photovoltaikanlagen installiert und die Flächen verpachtet werden.

Harms: „Wir glauben an die Zukunft der Wind-Wasserstoff-Systeme.“

Für Harms und Enertrag-Projektleiter Guido Filipov ist dies die einzig gewinnbringende Nachnutzungsvariante der Konversionsfläche. „Wir glauben an die Zukunft der Wind-Wasserstoff-Systeme und aus unserer Sicht ist die Liegenschaft für diesen Zweck hervorragend geeignet“, sagte Harms, „die derzeitigen Planungen sind nicht das Ende, sondern der Anfang der Planung.“

Susanne Köstering erklärte indes eindringlich: „Die Gesamtfläche ist eine Sinneinheit und diese Sinneinheit gilt es zu erhalten. Das Kraftwerk kann an einen anderen Standort, aber diese geschichtsträchtige Fläche kann man nicht woandershin verlegen. Wir wollen die Geschichte des Scheiterns zeigen – und das ist an diesem Ort.“ Köstering plädierte dafür, die Gebäude Wasserturm, Casino und Kommandantenvilla in einem Drei-Stufen-Plan zu entwickeln.

Bürger fordern eine Lösung

Jörg Bader, Einwohner aus Kummersdorf, sieht eine museale Anlage kritisch. Der Aufwand wäre seiner Meinung nach immens. Carsten Preuß, Stadtverordneter für die Linke in Zossen, vertrat die Ansicht, dass Natur und Denkmalschutz gut zusammenpassen und auf der Fläche nur etwas entstehen soll, was auch mit der Fläche zu tun hat. Gerhard Kalinka, Kreistagsvorsitzender (Bündnis 90/Grüne), hatte die Veranstaltung moderiert und versprach abschließend, man werde sich weiter mit dem Thema beschäftigen.

Von Gudrun Ott

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Würden Sie Wasserfähren im alltäglichen Nahverkehr als Alternative zu Bus und Bahn annehmen?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg