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Doch Angst vor freien Trägern

Thyrow Doch Angst vor freien Trägern

Die Erzieherinnen aus Thyrow, Christinendorf und Blankensee wollen Angestellte der Stadt Trebbin bleiben und keinem freien Träger zugeschlagen werden. Das hat finanzielle Gründe, aber auch pädagogische, wie sie bei einem Informationsabend in Thyrow erläuterten. Dies war eine Art Gegenveranstaltung zur jüngsten Sitzung des Sozialausschusses.

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Vor einem vollen Saal der Kulturscheune Thyrow berichteten die Erzieherinnen der noch städtischen Kindertageseinrichtungen über ihre Arbeit und ihren Wunsch, eigenständig zu bleiben.

Thyrow. „Auch wir wollen einen Erfahrungsbericht über die vergangenen 16 Jahre geben“, sagte die Thyrower Kitaleiterin Doreen Erdmann-Just am Mittwochabend in der Kulturscheune Thyrow. Dort hatten sich mindestens 100 Eltern und Stadtverordnete versammelt, um weiter über die Frage zu diskutieren, ob und warum überhaupt die Kitas in Thyrow, Christinendorf und der Hort in Blankensee aus der städtischen Trägerschaft an Träger der freien Wohlfahrtspflege übergeben werden sollen. Das ist jedenfalls das Ziel von Bürgermeister Thomas Berger (CDU), der an diesem Abend keinen leichten Stand hatte.

Angst nehmen

Die Vorstellung von Awo und ASB und ihrer vor 16 Jahren von der Stadt übernommenen Kindertageseinrichtungen vergangene Woche im Sozialausschuss hatte wohl weder die Erzieherinnen noch die Eltern der in kommunaler Trägerschaft verbliebenen Kitas überzeugt. Damit sollte ihnen die Angst vor den freien Trägern genommen werden (MAZ berichtete), aber die Zweifel sind offenbar geblieben.

„Wir haben Angst davor, dass wir ein Konzept übergestülpt bekommen“, begründete Erdmann-Just ihre Bedenken, zumal man gerade selber in der aktiven Phase sei, ein neues eigenes Konzept zu erarbeiten. Da wolle man sich nicht an den Leitlinien von Awo, ASB oder anderen freien Trägern orientieren, sondern individuelle und auf den Ort, in dem man arbeitet, zugeschnittene Handlungsziele und -anleitungen erarbeiten. „Wir haben unsere Konzepte ständig weiterentwickelt und den Umständen angepasst“, so die Leiterin der Thyrower und Chinstinendorfer Kita.

Fortbildung und neue Ideen

Auch selber habe man sich immer weiterentwickelt, das heißt: fortgebildet und neue Ideen entwickelt, betonten alle Erzieherinnen. So besuchen sie regelmäßig Weiterbildungsmaßnahmen und Fachtagungen, arbeiten eng mit dem Jugendamt des Kreises, der Fachschule für Sozialpädagogik und dem Fortbildungswerk für sozialpädagogische Berufe zusammen. Da brauche man keinen Dachverband.

Bürgermeister Berger betonte: „Es stellt doch niemand Ihre Arbeit und Qualifikation in Frage“, aber er bezweifle, dass die Stadt dauerhaft in der Lage sei, dafür zu sorgen, dass dieses Niveau gehalten werde. Die Stadtverwaltung habe so viele andere Aufgaben zu erfüllen, während die freien Träger auf die Verwaltung und den Betrieb von Kitas spezialisiert seien. „Die freien Träger haben da ganz andere Möglichkeiten und all das, was hier vorgestellt wurde, ist auch und gerade mit ihnen möglich“, sagte Berger.

Kostprobe

Eine Kostprobe dessen was mit oder ohne freie Träger möglich ist, gab Daniela Rose. Die Thyrower Erzieherin, die sich berufsbegleitend zur Elternberaterin und Sozialkompetenztrainerin qualifiziert hat, leitet so genannte IKPL-Kurse für Eltern und Kinder. Die Abkürzung steht für „Ich kann Probleme lösen“. Entsprechende Strategien sollen in den Kursen entwickelt werden.

Das gelang an diesem Abend nicht, weil die Interessensunterschiede einfach zu groß sind. Die Stadt will Verwaltungs- und Personalkosten sparen, die Erzieherinnen wollen keine Gehaltskürzungen hinnehmen. Ansonsten, so sagte eine Erzieherin ganz offen, müsse sie sich woanders eine Stelle suchen. Ludwigsfelde mit seinen zumeist kommunalen Kitas liegt nicht weit. Eltern und Erzieher befürchten, dass so die eingespielten Teams auseinandergerissen werden und die Qualität der Betreuung sinkt.

Von Hartmut F. Reck

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