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Doppelausstellung in der Neuen Galerie

Wünsdorf-Waldstadt Doppelausstellung in der Neuen Galerie

Die Künstlerinnen Barbara Illmer und Kirstin Rabe stellen seit dem Wochenende ihre Arbeiten in der Neuen Galerie in Wünsdorf-Waldstadt aus. Sie wurden erst von der Galeristin zusammengebracht, die sah, dass ihre Werke zueinander passen.

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Kirstin Rabe (l.) und Barbara Illmer während der Vernissage in der Neuen Galerie.

Quelle: Gudrun Ott

Wünsdorf-Waldstadt. „Form, Farbe, Papier“ heißt die Ausstellung in der Neuen Galerie in Wünsdorf-Waldstadt, die am vergangenen Sonnabend eröffnet wurde. Die Künstlerinnen Babara Illmer und Kirstin Rabe stellen dort ihre Arbeiten vor.

Sind es bei Barbara Illmer raumgreifende Installationen aus Papier, die von der tiefsinnigen Kunstfertigkeit der studierten Theaterplastikerin und Filmarchitektin zeugen, so widmet sich Kirstin Rabe den Lichtphänomenen in der Malerei. Ihre Bilder entstehen aus Acryl, Tinte, Pigmenten und weiteren Materialien wie Kupfer, Eisen und Ölpastellfarben, die sie in unzähligen Arbeitsschritten auf Papier schichtet, abkratzt und in erneuten Prozessen aufträgt. Dabei besteht die Basis ihrer Bilder aus reinem Pigment, das sie gebunden mit einem Metallspachtel aufträgt. Teile der Oberfläche müssen Texturen aufweisen.

Ihre Kunst kommt beinahe heiter daher

„Mich interessiert die Wirkung von Farbe und Material“, sagt die geborene Hamburgerin, die zunächst ein Studium der Geodäsie (Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche) absolvierte, später ein Studium der Freien Kunst in Berlin-Kreuzberg bei „Kunstgut“ aufnahm. Es geht ihr um Himmelsausschnitte, welche sie in Lichtphänomenen festhält. Beeinflusst sind ihre Arbeiten von südkoreanischen Malern wie Chung Sangsup oder auch Chang Hwa-Jin, deren Bilder sie während eines längeren Aufenthaltes in Seoul oft betrachtete. Im Unterschied zu Kirstin Rabe scheinen Barbara Illmers handgeschöpften dreidimensionalen Papierobjekte die Grundbausteine der Natur analysieren zu wollen. Ihre Kunst kommt beinahe heiter daher.

In seiner Laudatio wies der Kulturwissenschaftler Thomas Kumlehn in diesem Zusammenhang auf die verstorbenen Künstlerfreunde von Barbara Illmer, Harry Mohr und Stefan Eisermann hin, die Pate gestanden haben könnten. Denn sie schätzten sowohl hintersinnige Bildbezeichnungen als auch jene Kraft, die aus Bildern strömt. Auf ihrer Website zitiert Illmer den Potsdamer Maler und Bildhauer Mikos Meininger, der die, die Medien überschwemmende, realistische Bilderflut beklagt. „Ähnlich wie Mikos Meininger“, merkt Barbara Illmer an, „meide ich komplexe Bilder und Formenfluten.“ Sie erzielt ihre Aussagen durch konsequente Reduktion.

Musikalisch wurde das Leichte, das Minimalistische dieser Ausstellung bei der Vernissage auf wunderbare Weise unterstrichen von dem Baritonsaxofonisten Gert Anklam. Nicht wenige Gäste wünschten den nachfolgenden Besuchern in diesen Räumen, dass sie den meditativen Klängen, die so perfekt zu den Kunstobjekten passten, als seien sie eigens für sie komponiert worden, teilhaftig werden könnten.

Die Künstlerinnen begegnete sich in der Neuen Galerie um ersten Mal

Die Künstlerin Marion Jachmann aus Rangsdorf betrachtete die Ausstellung als ein „Gesamtkunstwerk“, das sie mit großem Lob bedachte. Dass es der Galeristin Margitta Wünsche gelang, Barbara Illmer und Kirstin Rabe zusammenzuführen, sei großartig, sagte Thomas Kumlehn und verwies darauf, dass sich beide Künstlerinnen zunächst einzeln beworben hatten und sich in der Neuen Galerie zum ersten Mal begegnet waren. Margitta Wünsche entnahm den Bewerbungen, dass eine gemeinsame Ausstellung beiden gut anstehen würde. Dazu der Laudator: „ Sie teilen ein inneres Gestimmtsein für die Natur. Wertschätzung und Anspruch reflektieren sie auf der Grundlage ihrer Wahrnehmung, in der Wahl der Materialien, bezogen auf die Intensität und Dauer der Entstehungsprozesse und die werkgeschichtlich stringente Formensprache.“

Die Ausstellung ist noch bis 1. Mai zu sehen.

Von Gudrun Ott

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