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Doppelrolle für den Bürgermeister

Lichterfelde Doppelrolle für den Bürgermeister

Die Arbeit als Bürgermeister ist ein Fulltime-Job. Seit David Kaluza aus der Stellvertreter-Funktion heraus auch Verbandsvorsteher im Wasser- und Abwasserzweckverband wurde, ist sein Arbeitspensum enorm gewachsen. Wie er Beruf, Ehrenamt und Privatleben vereint, verrät er im Interview.

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David Kaluza

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Das Stellenbesetzungsverfahren für die erstmals ausgeschriebene Position eines hauptamtlichen Verbandsvorstehers im Wasser- und Abwasserzweckverband Jüterbog-Fläming (WAZ) geht in die nächste Runde. Heute um 17 Uhr trifft sich die Verbandsversammlung, um in einer öffentlichen Sitzung das weitere Vorgehen zu erörtern.

Bereits jetzt steht fest, dass die Stelle, anders als bislang gedacht, nicht schon im Herbst, sondern frühestens zum Jahreswechsel, möglicherweise aber auch erst ab dem II. Quartal 2018 besetzt werden kann. Die Doppelbelastung als hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming und als ehrenamtlicher Verbandsvorsteher verlängert sich für David Kaluza (parteilos). Im MAZ-Interview verrät der 45-jährige Hohenahlsdorfer, wie er den Spagat zwischen Beruf, Ehrenamt und Privatleben stemmt.

Bürgermeister und WAZ-Chef: Die Aufgabenfülle jeder einzelnen dieser Funktionen ist beachtlich. Können sie es überhaupt schaffen, beidem gleichermaßen gerecht zu werden?

Das geht nicht. Realistisch eingeschätzt, gehen 40 bis 50 Prozent meiner Wochenarbeitszeit für die Arbeit im WAZ drauf und die Arbeit in der Kommune muss zurückstecken. Seit ich zum Jahresbeginn aus der Stellvertreterposition auf den Stuhl des Verbandsvorstehers nachgerückt bin, schramme ich ständig gefühlt an der 120-Prozent-Leitungsgrenze.

Heißt das, dass Aufgaben in der Gemeinde oder im WAZ deshalbunerledigt bleiben?

Nein. Aber der Druck ist überall deutlich zu spüren, nicht nur für mich, sondern auch für die Familie und die Mitarbeiter in beiden Häusern, von denen jeder derzeit weitaus mehr Aufgaben und weitaus mehr davon selbstständig, also ohne mich, erledigen muss, als eigentlich richtig wäre.

An welchen Stellen macht sich das besonders bemerkbar?

Als Bürgermeister habe ich bislang immer ein Ohr für meine Mitarbeiter gehabt und war der erste Ansprechpartner. Die Tür stand meist offen und Absprachen konnten auch mal zwischendurch schnell getroffen werden. Jetzt ist die Tür oft zu, weil ich nicht im Haus bin oder mit anderen Dingen beschäftigt bin. Schnell mal eine wichtige Entscheidung zu treffen, ist kaum noch möglich.

Wächst da nicht die eigene Unzufriedenheit oder die ihrer Mitarbeiter?

Ich habe mich mit der Herausforderung, die ja nicht von Dauer ist, arrangiert, auch wenn der Körper manchmal signalisiert: Arbeitsspeicher voll! Um die Mitarbeiter nicht zu überlasten haben wir in der Gemeinde und im WAZ etliche Dinge umstrukturiert. Schöner Nebeneffekt ist, zu sehen, welches Potenzial die Mitarbeiter haben und wie motiviert sie sind. Ohne deren Hilfe würde es nicht laufen.

Hätte man nicht seitens des WAZ die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen können oder sogar müssen?

Darüber habe ich bisher noch gar nicht nachgedacht. Aber sie haben recht, zumindest einen Stellvertreter sollte ich haben.

Was machen Sie persönlich gegen den Burnout?

Als Soldat im Auslandseinsatz war die Belastung viel größer. Viel Sport und genügend Freiraum am Wochenende sind mein Ausgleich.

Von Uwe Klemens

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