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Dorf hofft auf einen Radweg – seit 20 Jahren

Hennickendorf Dorf hofft auf einen Radweg – seit 20 Jahren

Seit mehr als 20 Jahren hoffen die Anwohner eines kleines Dorfs im Landkreis Teltow-Fläming auf einen Radweg. Er soll entlang einer viel befahrenen Landstraße entlangführen. Immer wieder gab es einen Grund, warum nicht gebaut wurde. Nun gibt es wieder Hoffnung, eine Hürde muss aber noch genommen werden.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Hennickendorf. Es gibt Straßendörfer, Angerdörfer, Runddörfer und Reihendörfer. Für Hennickendorf trifft vermutlich der Begriff Straßenangerdorf zu, weil es eine Kombination beider Dorfformen ist. Ein Teil der Höfe und Häuser zieht sich wie eine doppelte Perlenkette entlang der Landesstraße 73, der andere Teil des Dorfes zweigt davon ab. Dort gruppieren sich die Gebäude rund um den Anger mit Kirche und Dorfgemeinschaftshaus.

Stark befahrene Landesstraße durchs Dorf

Was den Straßendorfteil betrifft, so rauscht der Verkehr – meistens viel zu schnell – über die L73. Immerhin ist diese Landesstraße eine wichtige Querverbindung zwischen Luckenwalde und dem Kreisverkehr in Zauchwitz mit Abzweigungen in Richtung Potsdam und Autobahn. Von daher wäre der Begriff Durchgangsdorf passend für Hennickendorf. Doch das gilt nur für motorisierte Verkehrsteilnehmen. Denn was fehlt und seit vielen Jahren vermisst und verlangt wird, ist ein Radweg entlang der Landesstraße zwischen Luckenwalde und Dobbrikow.

Drei aktive Hennickendorfer

Drei aktive Hennickendorfer: Ulrich Stewen, Elke Kaiser und Ortsvorsteher Günter Ziehe (v. l.) vor dem Dorfgemeinschaftshaus.

Quelle: Hartmut F. Reck

Immer wieder von Prioritätenliste gerutscht

„Das ist unser größter Wunsch seit mindestens 20 Jahren, ach was: länger!“, sagt Ortsvorsteher Günter Ziehe, „leider sind wir bei allen Prioritätenlisten immer wieder hinten runtergerutscht.“ So bekomme man gesagt, dass man über Ahrensdorf, Märtensmühle und Ruhlsdorf fahren könne, denn dort seien doch Radwege. „Aber das ist doch ein totaler Umweg!“, wirft Ulrich Stewen ein.

„Ich benutze mein Fahrrad nur innerhalb des Dorfes“, sagt Elke Kaiser, alles andere sei ihr viel zu gefährlich. Noch nicht mal eine ordentliche Busverbindung gebe es, beschwert sich die Rentnerin.

Immerhin komme man von Dobbrikow gut mit dem Bus nach Potsdam. „Wenn’s wenigstens einen Radweg nach Dobbrikow gebe, wäre vor allem den Schülern geholfen, die in Michendorf zum Gymnasium gehen,“ sagt Ziehe.

Mehr als hundert Flüchtlinge mit alten Rädern unterwegs

Doch trotz guter Autostraßenanbindung fühlen sich die Hennickendorfer fahrradtechnisch vom Rest der Welt abgebunden. Nun sind vor einem knappen Jahr auch noch mehr als hundert Flüchtlinge dazugekommen, die im Pegasuspark in einem provisorischen Übergangswohnheim untergekommen sind. Und die sind meistens mit ihren alten Fahrrädern oder zu Fuß am Rand der viel befahrenen Straße nach Luckenwalde unterwegs, weiß Ortsvorsteher Ziehe: „Wenigstens haben wir eine neue Bushaltestelle für die Flüchtlinge bekommen, dass sie nicht so weit ins Dorf laufen müssen.“

Das Problem mit den fehlenden Radwegen ist dem Landkreis Teltow-Fläming durchaus bekannt und bewusst. „Die L73 ist eine ganz wichtige Verkehrsverbindung“, sagt der Beigeordnete und Kreisentwicklungsdezernent Detlef Gärtner (SPD). Daher stehe ein parallel verlaufender Radweg ganz oben auf der Wunschliste des Kreises an das Land, das dafür als Straßenbaulastträger zuständig ist.

Hoffen auf neue Radwege-Planung des Landes

„Seit Jahren liegen wir dem Land in den Ohren, zumal hier auch ein entsprechender Autoverkehr herrscht, was das Radfahren auf dieser Strecke besonders gefährlich mach“, sagt Gärtner. Er werde bei der nächsten Sitzung des Regionalentwicklungsausschusses das neu erarbeitete Grundnetz, eine Fortschreibung des Radwegekonzepts, vorstellen, zu dem natürlich auch die Anbindung Hennickendorfs gehöre. Nun warte er ganz gespannt auf die vom Land angekündigte Liste mit geplanten Radwegen entlang der Landesstraßen. Ob die L73 dabei ist, weiß Gärtner noch nicht, hofft es aber sehr.

Von Hartmut F. Reck

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