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Dorffest zwischen Theater und Party

Groß Kienitz Dorffest zwischen Theater und Party

Das Dorffest von Groß Kienitz ist etwas besonderes: Es beginnt immer schon am Abend vor der eigentlichen Feier mit einer Theateraufführung – um das bereits aufgebaute Zelt zu nutzen. In diesem Jahr spielte das Hexenberg-Ensemble Hamlet. Beim Dorffest am nächsten Tag wurde unter anderem getrommelt.

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Trommelwirbel erzeugte Kaushik Gosai (l.) von „Drums alive“ mit Groß und Klein.

Quelle: Andrea von Fournier

Groß Kienitz. Ein Glück, dass die Groß Kienitzer ein Riesen-Festzelt ihr eigen nennen: Das war am Wochenende viel frequentiert. Zwei Höhepunkte standen auf dem Jahresprogramm des 380-Seelen-Ortsteils von Blankenfelde-Mahlow. Zum einen eine Theateraufführung: Das „Hexenberg-Ensemble“ aus Berlin spielte „Hamlet“ vor ausverkauftem Haus, also Zelt. Tags darauf wurde das traditionelle Dorffest gefeiert. Angesichts des unbeständigen Wetters wurden einige Aktionen auch dabei ins Zelt verlegt.

200 Karten fürs Theater verkauft

Über die gelungene „Hamlet“-Aufführung freute sich nicht nur Ortsvorsteher Robert Trebus. Zum dritten Mal bot der Heimat- und Bürgerverein, dessen Vorsitzender Trebus auch ist, eine Theatervorführung an. „Es war ein großes Wagnis, auf das wir uns eingelassen haben, aber es hat sich gelohnt“, sagte er. 200 verkaufte Karten nach 70 besetzten Plätzen 2015 und 100 im vergangenen Jahr zeigten die Tendenz. Dabei wurde alles detailliert und umsichtig geplant und vorbereitet. Der Anspruch, den der Verein bei allen Veranstaltungen hat, lautet: „Professionell vorbereiten, familiär feiern“, sagt Robert Trebus. Dem folgt auch die freiwillige Feuerwehr, die bei allen Aktivitäten mitzieht.

Die Jugendfeuerwehr hatte Spielstationen für die kleinsten aufgebaut

Die Jugendfeuerwehr hatte Spielstationen für die kleinsten aufgebaut

Quelle: von Fournier

Dass das Theater überhaupt ins Dorf geholt wurde, ist dem Tüv geschuldet. Um das große Zelt für das Dorffest nutzen zu können, muss es nach dem stundenlangen Aufbau vom Tüv abgenommen werden. „Der kommt nur dienstags bis freitags, also stand das Zelt von Donnerstag bis zum Dorffest am Sonnabend ungenutzt da“, erklärt der Vereinsvorsitzende – bis die Idee mit dem Theater geboren wurde. Der Verein ist froh, dass die Gemeinde die kulturellen Aktivitäten unterstützt. Denn obwohl Groß Kienitzer Heimatverein und Feuerwehr das Zelt, die Bestuhlung sowie die Licht- und Beschallungsanlage besitzen, müssen für die Theateraufführungen eine spezielle Licht- und Tontechnik und eine Bühne gemietet werden.

Trommeln beim Dorffest

Die Angebote beim Dorffest wechseln jährlich, nur die Kuchen, die Einwohner selbst backen und spenden, sind gleichbleibend lecker. Diesmal sorgte Kaushik Gosai aus Thyrow mit „Drums alive“, 33 großen Gymnastikbällen, auf denen getrommelt werden konnte, für Spaß und aktiven Körpereinsatz der Besucher. Eine Hüpfburg für die Kleinsten, Grill und Getränkestand rundeten das Fest ab.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr hatten gebastelt und sich Spiele ausgedacht, die sie selbst anleiteten. Zielschießen auf Pinguine und Schatzsuche im Ortsgebiet gehörten dazu. 18 Heranwachsende von drei bis 14 Jahren hatte Jugendwartin Dajana Krüger dafür unter einen Hut zu bringen.

Besucher zufrieden

DJ Sven moderierte das Dorffest, das abends mit Livemusik der Berliner Band „Sonic Meltdown“ und Partymusik von der Konserve ausklang. „Sonntags treffen wir uns zum Zeltabbau, zum Resteessen und -trinken“, sagt Robert Trebus. Dann werde bereits resümiert, was gut oder weniger bei den Besuchern ankam, was für andere Feste übernommen werden könnte. Denn neben dem Dorffest gibt es noch den Brunch, Osterfeuer und Adventsmarkt. Von Atmosphäre und Anlage des Festes überzeugte sich auch die neue Behindertenbeauftragte der Gemeinde, Elke Adam, mit Ehemann und Enkelin. „Die Straßen sind aus Kopfstein, doch Geh- und Radwege sind schön eben“, sagte die Rollstuhlfahrerin.

Von Andrea von Fournier

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