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Teltow-Fläming Dorfkirche bekommt drei neue Glocken
Lokales Teltow-Fläming Dorfkirche bekommt drei neue Glocken
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13:25 10.08.2016
Die dritte Glocke für die Jühnsdorfer Kirche wurde am 15. Juni in Innsbruck gegossen. Quelle: privat
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Jühnsdorf,


Schräge Glockenklänge können ein Markenzeichen sein, doch die Jühnsdorfer Kirche ist nicht der Westminster-Palast in London und ihre Glocken sind auch nur „alte Schepperdinger“, wie Pfarrer Steffen Wegener sie nennt, und keine Touristenattraktion wie Big Ben.

Während die Londoner weiter mit ihrer gerissenen Glocke leben müssen, bekommen die Jühnsdorfer bald drei neue Glocken. Zwei lagern bereits seit April im Vorraum der Kirche. Sie stammen aus einer ehemaligen Kirche im niedersächsischen Rodewald, die zu einem Wohnhaus umgebaut worden ist. „Es sind sozusagen Konvertiten“, sagt Steffen Wegener, denn sie stammen aus einer katholischen Kirche und sollen bald Protestanten zum Gebet rufen.

Dritte Glocke wird demnächst eingebaut

Die dritte Glocke, die in den kommenden Wochen im Turm eingebaut wird, ist hingegen nagelneu. Sie wurde am 15. Juni im österreichischen Innsbruck gegossen. 13 Mitglieder der Kirchengemeinde waren bei diesem seltenen Ereignis dabei. „Das war irre“, sagt Steffen Wegener. Als die glühend heiße Bronze in die Form aus Ziegeln, Lehm und Pferdemist floss, sei er zu Tränen gerührt gewesen. In solch raren Momenten werden auch gestandene Pfarrer emotional.

Pfarrer Steffen Wegener und die Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats, Bärbel Wunsch mit zwei der drei neuen Glocken. Quelle: Christian Zielke

Jede Glocke ist ein Einzelstück. Die Jühnsdorfer wiegt 315 Kilogramm und trägt die Jahreslosung „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Gesehen hat der Pfarrer die Glocke bisher nicht. „Wir haben nur gehört, dass sie optisch gelungen ist“, sagt er. Wie sie klingt, erfährt er erst, wenn sie Ende August in Jühnsdorf ankommt. Über den Klang durfte die Gemeinde mitentscheiden und hat sich für einen Dreiklang in B-Dur entschieden.

Gemeinde entschied über Glockenklang

Vier Tonbeispiele standen zur Auswahl, die Bärbel Wunsch, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats mit dem Smartphone vorgespielt hat. Am Ende hat sich die Gemeinde für einen hellen Klang entschieden. Er wird ab Oktober stündlich zwischen acht und 20 Uhr zu hören sein. Mit einer Fernbedienung kann Pfarrer Steffen Wegener in Zukunft die Glocken vom Friedhof aus bedienen, wenn ein Mitglied der Gemeinde beigesetzt wird.

Davor liegt noch eine Menge Arbeit, denn die alten „Schepperdinger“, wie Steffen Wegener die derzeitigen Glocken wegen ihres Klangs nennt, müssen raus. Für die drei neuen wird ein Glockenstuhl angefertigt, denn das Holz des alten ist morsch und verwittert.

Hintergrund

Bis zum Ersten Weltkrieg hatte die Jühnsdorfer Kirche ein dreistimmiges Geläut. Für die Kriegsproduktion wurden die Glocken eingeschmolzen.

Die derzeitigen Stahlglocken wurden 1921 und 1956 eingebaut. Sie sind verrostet und sollen später im Vorraum der Kirche ausgestellt werden.

Am 2. Oktober um 14 Uhr werden die neuen Glocken zum ersten Mal läuten.

Mit dem neuen Geläut findet auch die mehr als zweijährige Sanierung des Jühnsdorfer Kirchturms ihren Abschluss. 165 000 Euro hat die Kirchengemeinde investiert. Während es für den Kirchturm Zuschüsse von Kirche und Gemeinde gab, wurden die neuen Glocken ausschließlich durch Spenden finanziert. Das Ergebnis macht Pfarrer Steffen Wegener Mut. Er hat schon das nächste Projekt im Blick. Die Orgel der Jühnsdorfer Kirche soll restauriert werden. „Ich bin sicher, dass uns auch das gelingen wird.“

Von Christian Zielke

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