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Dorfkirche braucht Hilfe

Paplitz Dorfkirche braucht Hilfe

Die Paplitzer Kirche braucht dringend eine Sanierung. Der Feldstein-Bau aus dem 13. und 14. Jahrhundert hat deutliche Risse in den Mauern. Der Dachstuhl hat unter schadhafte Entwässerung gelitten. Die Kirchengemeinde hat nun Fördermittelanträge für Sanierungsmaßnahmen gestellt.

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Die Kirche in Paplitz.

Quelle: Gudrun Ott

Paplitz. Die spätmittelalterliche Feldsteinkirche zu Paplitz hat einen barocken Vorbau und einen abseits stehenden Glockenturm. Das Ensemble ist denkmalgeschützt. Um das Kleinod, das vermutlich aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammt, in der Dorfmitte zu erhalten, bedarf es schneller Hilfe.

Das Gotteshaus im Stil einer Saalkirche wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach überbaut. Im 30-jährigen Krieg zerstört, baute die Kirchengemeinde die Kirche ab 1660 über zehn Jahre lang wieder auf. Neben Feldsteinen befinden sich Mauersteine und Feldsteingemische im Gemäuer. Die Feldsteine müssen zum Teil neu verfugt werden. Aber das ist wohl das geringere Übel.

Architekt Marcel Hahn, der die anstehenden Sanierungsarbeiten betreut, weist auf die schadhafte Außenfassade und auf den enormen Druck hin, der auf den Wänden lastet. „Das Tonnengewölbe schiebt die Mauern nach außen. Man nimmt an, dass die Kirche früher strohgedeckt und der Druck auf die Wände entsprechend geringer war. Jetzt haben sich bereits Fugen gebildet. In die werden wir horizontale Drahtanker setzen, die den Riss halten. Wir müssen den Schub bekämpfen“, erklärt der Architekt.

Auch der Dachstuhl hat durch schadhafte Entwässerung gelitten. An einer Stelle im Gemäuer wächst bereits eine junge Birke. Ihre Wurzeln finden genügend Halt und Nahrung in den feuchten Spalten zwischen den Steinen. Auch der Glockenturm, der vermutlich auf dem Sockel eines aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wehrturmes errichtet wurde, ist stark sanierungsbedürftig. Der Turm braucht eine neue Holzverschalung, das Dach muss instandgesetzt und das Mauerwerk analog zur Kirche verfugt werden.

Für die Sanierung von Kirche und Glockenturm sind 366 000 Euro veranschlagt. Vor vier Jahren hatte die Kirchengemeinde bereits einen Antrag auf Fördermittel bei der Landeskirche gestellt. „Wir wurden damals nicht berücksichtigt und haben Ende Oktober erneut einen Antrag eingereicht“, sagt Pfarrerin Marlen Mahlow. Fördermittelanträge gingen auch an den Kirchenkreis, die Stiftung Kiba, die Sparkassenstiftung, die Deutschen Stiftung für Denkmalschutz sowie bei der Stadtstiftung der Stadt Baruth.

Zirka 350 Einwohner hat das kleine Dorf Paplitz, 125 von ihnen sind Kirchenmitglieder. „Wir spüren, dass auch Nichtmitglieder ein Herz für unsere Kirche haben. Denn bei Dorf- und Stadtfesten gab es für unseren kirchlichen Stand stets reichlich Kuchenspenden“, berichtet Pfarrerin Mahlow.

1980/81 wurde das Innere der Kirche, das mit Tonnengewölbe und holzgeschnitzten Altar von schöner Schlichtheit ist, saniert. Die Kirche verfügt über keine Orgel. Die frühere offene Fürstenloge hat jetzt ein Fenster, sodass der Raum dahinter für die Christenlehre genutzt werden kann. Mit dem größten Weihnachtsbaum der Region will die Kirchengemeinde in diesem Jahr werben. Die Christvesper mit Krippenspiel findet am Heiligen Abend um 15 Uhr statt. Wenn die Außensanierung im nächsten Jahr abgeschlossen sein wird, soll künftig in der Weihnachtszeit ein Herrnhuter Stern, der dem Stern von Bethlehem nachempfunden ist und als Ursprung aller Weihnachtssterne gilt, über der Kirche leuchten.

Von Gudrun Ott

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