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Teltow-Fläming Dorfladen zum Einkaufen und als Treffpunkt
Lokales Teltow-Fläming Dorfladen zum Einkaufen und als Treffpunkt
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08:02 07.03.2017
Nicht nur für die Älteren im Ort eine Bereicherung: der Dorfladen von Kerstin Keil in Wahlsdorf. Quelle: Isabelle Richter
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Wahlsdorf

„Wir sind froh darüber“, antwortet Karin Schulz auf die Frage, was sie vom Dorfladen in Wahlsdorf hält. Gerade hat sie bei Inhaberin Kerstin Keil ein halbes Brot gekauft. Zum Glück gebe es den Laden noch, sagt die Kundin weiter, denn dadurch muss sie „wegen Kleinigkeiten nicht mehr in die Stadt fahren“. Für sie wäre das zwar noch in Ordnung, doch gerade für die älteren Einwohner ist die nahe Einkaufsmöglichkeit eine enorme Erleichterung im Alltag. Der Konsum in Wahlsdorf hat zudem sonntags geöffnet und gilt als beliebter Treffpunkt im Ort. „Hier erfährt man alles Neue“, sagt Besitzerin Kerstin Keil.

Vor allem im Sommer gut besucht

Von Montag bis Sonntag stehen die Geschäftstüren offen. Die Nachfrage ist so groß, dass sie inzwischen schon einen Vollzeit-Arbeitsplatz geschaffen hat und eigentlich auch noch eine Teilzeitkraft nötig wäre. Vor allem in den Sommermonaten ist der Laden rappelvoll. Durch das Freibad und die Fläming-Skate, legen bei ihr viele Ausflügler oder Besucher des Ortes einen kleinen Zwischenstopp ein.

Neben den typischen Lebensmitteln hat sich Kerstin Keil dazu entschieden auch Frühstücks- und Mittagssnacks sowie Kuchen und Softeis anzubieten. Die Besitzerin des Dorfladens stammt ursprünglich aus der Gastronomiebranche. Für sie ist klar: „Nur Lebensmittel, das funktioniert nicht. Damit das Geschäft langfristig läuft, muss man den Leuten mehr bieten.“

Historische Ortsansichten fürs Heimatgefühl

Dafür hat sie in ihrem Laden unter anderem einen Essbereich eingerichtet, wo ihre Kunden auch abends gern mal ein Bier trinken kommen und sich unterhalten. Zwischen der rustikalen Holzmöblierung hängen bedruckte Leinwände. Die Schwarz-Weiß-Bilder sind Kopien alter Aufnahmen aus Wahlsdorf. Kerstin Keil sammelte sich einige davon über ihren Kundenstamm zusammen, um das Heimatgefühl in ihren Laden zu holen.

Am 7. Juli 2015 nahm sie den Dorfladen in Betrieb. Nur vier Wochen nach der altersbedingten Schließung durch den vorigen Eigentümer. Sie und ihr Mann Guido Querhammel, der ebenfalls selbstständig ist, renovierten und bauten dort in Rekordzeit den in die Jahre gekommenen Laden aus. Ein frischer Anstrich, moderner Fußboden und eine raffinierte Wandverkleidung gaben dem Geschäft ein gemütliches Ambiente. Darüber hinaus investierte das Paar in größere Anschaffungen, beispielsweise in einen Backofen oder eine hochwertige Kaffeemaschine.

Barrierefreier Eingang für Rollis und Skater

Hinzu kam im vorigen Jahr der Umbau am Eingangsbereich für ein barrierefreies Hereinkommen. Der direkte Zugang für Rollstuhlfahrer und vorbeifahrende Skater wurde gemeinsam mit der neuen Terrasse zum Männertag eröffnet. „Bei uns können die Skater ohne Probleme von Draußen aus komplett durch den ganzen Laden fahren“, erzählt Guido Querhammel.

Bei den ganzen Um- und Ausbaumaßnahmen kommt schnell die Summe eines Kleinwagens zusammen. Doch wer zahlt das alles?. Bisher das Paar selbst. Zwar waren Fördermittel über die Lokale Aktionsgruppe im Rahmen des Modellprojektes „Service im Dorf“ nach Auffassung von Kerstin Keil und Guido Querhammel für den Dorfladen angedacht, doch bisher gab es diese noch nicht. Wahlsdorf sollte als eine Art Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Orte dienen und damit die Möglichkeiten und Wege der Errichtung oder Stärkung von ländlichen „Servicestellen“ zeigen.

Weitere Investitionen geplant

Ein konkreter Antrag auf Fördermittel „lag bis jetzt für den Dorfladen noch nicht vor“, erklärt Bianca Moeller von der LAG. Momentan gebe es jedoch Gespräche für einen Antrag auf Fördermittel in diesem Jahr. Die beantragten Mittel sollen in die Anschaffung neuer Kühlgeräte fließen. Die alten sind nämlich „richtige Stromfresser“, sagt Kerstin Keil. Die Inhaberin wünscht sich modernere Kühlanlagen mit Türen zum Verschließen wie in den großen Supermärkten. Ihre Kühlanlagen sind komplett offen und kühlen dadurch den ganzen Laden mit aus. Da ihre Gäste im Essbereich aber nicht frieren sollen, muss sie dort extrem viel heizen und verschwendet so unnötig viel Energie.

Es wird nicht die letzte Investition bleiben, auch wenn nach dem Einbruch im Februar ein mulmiges Gefühl bleibt. Obwohl sich der Schaden aufgrund der schnellen Reaktion eines Anwohners in Grenzen hielt, sagt Kerstin Keil: „Es war ein Schock für mich.“ Die Täter kamen schon am nächsten Tag wieder frei.

Von Isabelle RIchter

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