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Drachenflug mit 94 Jahren

Seniorin erfüllt sich ihren Jugendtraum Drachenflug mit 94 Jahren

Schon in ihrer Jugend hat Gerda Junge vom Fliegen geträumt. Am Sonnabend konnte die 94-Jährige nun endlich mit einem Flugdrachen zu einem Tandemflug über Altes Lager starten.

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Startklar: Gerda Junge (oben) und Henri Maeck im Flugdrachen auf dem Flugplatz Altes Lager.

Quelle: H.-Dieter Kunze

Altes Lager. Die 94 Jahre alte Berlinerin Gerda Junge suchte bis ins hohe Alter nach dem ultimativen „Kick des Lebens“. Sie erlebte ihn endlich am Samstag in Altes Lager beim Drachenfliegerclub Berlin, bei einem Tandemflug. „Musste ich denn so alt werden, um ihn zu finden?“, fragt sie sich selbst.

Sie ist vor wenigen Jahren erst mit einem Fesselballon gefahren. „Sehr schön, aber das war es noch nicht“, stellte sie anschließend fest. Denn sie ist trotz ihres hohen Alters noch immer „fit wie ein Turnschuh“. Sie fragte ihre Nachbarin und liebevolle Betreuerin Heike Langenmayr um Rat. Nach Recherchen stieß sie auf den Drachenfliegerclub in Altes Lager. „Ich traue es mir gar nicht zu sagen, aber ein Tandem-Drachenflug soll sehr aufregend und schön sein“, erzählte ihr diese. Gerda Junge konterte resolut: „Das ist es, machen Sie alles klar!“ Das tat Heike Langenmayr, aber mit einem mulmigen Gefühl angesichts des Alters und der Seebehinderung ihres Schützlings.

Nun ging es nach Altes Lager. Resolut schreitet Gerda Junge hinüber zum Tandem-Flieger:„So, nun macht mal ganz fix“, sagt sie. In der Waagerechten wird sie sorgfältig im Gurtzeug fixiert. Ihre Ungeduld wächst: „ Das Anschnallen ist ja anstrengender als das Fliegen.“ Unter ihr klinkt sich Pilot Henri Maeck ein: „Wirklich, Frau Junge, es wird bestimmt etwas schaukeln.“ Trike-Pilot Jürgen Röder gibt Gas, nach wenigen Metern hebt das Gespann ab. In 800 Metern Höhe klinkt es Maeck aus.

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Schon in ihrer Jugend hat Gerda Junge vom Fliegen geträumt. Am Sonnabend konnte die 94-Jährige nun endlich mit einem Flugdrachen zu einem Tandemflug über Altes Lager starten.

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Gerda Junge ist begeistert. „Herrlich, über mir der blaue Himmel und unten die grünen Kiefernwälder“, sagt sie hinterher. „Ich steige weiter auf“, rief der Pilot ihr zu. „Nichts da! Aus 800 Metern sehe ich am Besten.“ Nach einer knappen halben Stunde legt Maeck­ eine Punktlandung hin. Gerda Junge lacht: „War das toll, das war der Kick.“ Unter ihr ist Maeck­, sichtlich aufgeregt. Gerda Junge feixt: „Sie sind ja ganz schön geschafft, ich nicht.“ Sie wird abgeschnallt, verlangt nach ihrem Gehstock. Schnell wird ein Hocker gebracht. Den lehnt sie ab: „Ich habe doch gerade eine halbe Stunde gelegen. Wer rastet, der rostet.“

Das war ihr Leben lang ihre Devise. Gerda Junge stammt aus Hinterpommern. Ihr Bruder war in der Nazi-Zeit ein erfolgreicher Segelflieger und sollte Kampfflieger werden. Er stürzte bei einem Übungsflug ab, überlebte schwer verletzt, wurde fluguntauglich. „Zum Glück“, sagt die Berlinerin. Ihr Traum war es, damals auch Fliegerin zu werden, was für eine Frau schwer war. „Ich heiße eben nicht Beate Uhse oder Hanna Reitsch“, sagt sie. Die beiden sind Pionierinnen der Lüfte. So blieb es bei dem Traum – bis Samstag.

Von H.-Dieter Kunze

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