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Drei Blindgänger weniger in Baruth

Fliegerbomben im Wald Drei Blindgänger weniger in Baruth

Im Waldgebiet bei Baruth (Teltow-Fläming) wurden am Donnerstagmittag drei Blindgänger unschädlich gemacht. Trotz einiger Unwägbarkeiten konnte der Sperrkreis bereits um kurz nach 12 Uhr wieder aufgehoben werden.

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Die entschärften Blindgänger

Quelle: Jutta Abromeit

Baruth. Am Donnerstagvormittag wurden im Waldgebiet der Radeland-Siedlung in Baruth (Teltow-Fläming) drei Blindgänger unschädlich gemacht. Früh am Morgen begannen die Besprechungen der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Ordnungsamt. Gegen 8 Uhr dann der Rundgang durch die abgelegene Siedlung.

Zahl der Urlauber unbekannt

Im Vorfeld hatten die Behörden durch Postwurfsendungen auf die bevorstehende Bombenentschärfung aufmerksam gemacht. Für drei Familien, die in der Radeland-Siedlung ihren festen Wohnsitz haben, wurde im Gemeinschaftshaus für Unterkunft und Verpflegung gesorgt. Ungewissheit bestand jedoch über die tatsächlich anwesenden Menschen vor Ort.

Viele Bungalows dienen als Wochenendhäuser oder Urlaubsdomizile. Ob sich und wie viele Menschen sich daher wirklich zum Zeitpunkt der geplanten Entschärfung in der Siedlung aufhalten, war bis kurz vor Beginn der Bombenentschärfung unklar. Doch bereits um kurz nach 9 Uhr konnte dem Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBS) – vor Ort sind Truppführer Steffen Seliger und Klaus Straube – grünes Licht für die Arbeit an den Blindgängern gegeben werden.

Einsatzbesprechung am Morgen

Einsatzbesprechung am Morgen.

Quelle: Jutta Abromeit

Nur bei einem Blindgänger herrscht Klarheit

Bereits im Vorfeld wurde deutlich, dass die Fliegerbomben nicht transportfähig sind, also vor Ort unschädlich gemacht werden müssen. Zudem stand nur die Herkunft einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe sicher fest. Dabei handelt es sich um eine deutsche Bombe mit russischen Zünder – sogenannte „Beutemunition“. Diese Bombe soll entschärft werden.

Wie mit den anderen beiden Bomben umgegangen wird und welcher Herkunft sie genau sind, war zunächst unklar.

Der KMBS vor Ort

Der KMBS vor Ort.

Quelle: Jutta Abromeit

Die beiden Blindgänger, 70 und 100 kg, waren so tief in der Erde vergraben, dass die letzte Entscheidung über Sprengung oder Entschärfung erst vor Ort fiel. Entschieden wurde schließlich, die 100-kg-Bombe zu entschärfen und die kleinere der beiden Bomben zu sprengen.

Geglückte Entschärfungen am Vormittag

Um kurz nach 10 Uhr dann die erste Erfolgsmeldung: ein Blindgänger konnte entschärft werden. Keine 60 Minuten später war auch die zweite Bombe unschädlich gemacht. Kurze Zeit später zeigte sich Truppführer Steffen Seliger erleichtert vor den Blindgängern. Diese beiden Bomben (100 und 250 kg) waren seine ersten selbstständigen Entschärfungen.

Gegen 11:30 Uhr begab er sich schließlich an die Vorbereitungen zur Sprengung der 70-Kilogramm-Bombe. Um kurz nach 12 Uhr wurde der Sperrkreis freigegeben und Seliger somit die Freigabe zur Sprengung erhalten. Wenig später dann der Vollzug: Seliger betätigt die Zündung, ein (relativ) leiser Knall – der Blindgänger lag in einer mit Wasser gefluteten Grube – und die Bombe war zerstört.

Am Ort der Sprengung

Am Ort der Sprengung.

Quelle: Jutta Abromeit

Um 12:15 Uhr war der Sperrkreis aufgehoben, die Gefahr gebannt. Vorerst. In der Gegend liegen sehr wahrscheinlich noch viel mehr Munition und Blindgänger im Boden. Ende April 1945 fand rund um Halbe, nicht weit vom jetzigen Fundort entfernt, die sogenannte „Kesselschlacht von Halbe“ statt. Dabei standen sich russische und deutsche Truppen gegenüber. Bei den heftige Gefechten starben Zehntausende.

Von MAZonline

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