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Drei weitere Stolpersteine verlegt

Luckenwalde Drei weitere Stolpersteine verlegt

In Erinnerung an die von den Nazis ermordeten Luckenwalder Juden Anna und Julius Hoffnung sowie Henriette Spitz wurden am Montag vor deren letzten Wohnhäusern Stolpersteine verlegt. Seit 2009 sind auf Initiative der örtlichen CDU und unter finanzieller Beteiligung vieler Bürger nunmehr 35 Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt worden.

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Der Künstler Gunter Demnig verlegt die beiden Stolpersteine für das Ehepaar Julius und Anna Hoffnung vor dem Haus Breite Straße 18. Der städtische Bauhof hatte alles vorbereitet.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Man weiß nicht, ob sich das Ehepaar Hoffnung und die Witwe Spitz gekannt haben. Es ist aber sehr wahrscheinlich. Denn sie gehörten der jüdischen Gemeinde in Luckenwalde an, wohnten nicht weit voneinander entfernt und man darf sogar annehmen, dass Henriette Spitz Patientin in der Arztpraxis von Johannes Hoffnung war.

Seit gestern erinnern sogenannte „Stolpersteine“ an Dr. Johannes Hoffnung und seine Frau Anna Hoffnung vor ihrem langjährigen Wohnhaus in der Breiten Straße 18 und an Henriette Spitz vor ihrem letzten Luckenwalder Wohnhaus Haag 1. Sie sind allesamt Opfer der organisierten Judenvernichtung des Nazi-Terrorregimes geworden.

Die beiden Stolpersteine für Julius und Anna Hoffnung vor ihrem ehemaligen Haus in der Breiten Straße 18 in Luckenwalde

Die beiden Stolpersteine für Julius und Anna Hoffnung vor ihrem ehemaligen Haus in der Breiten Straße 18 in Luckenwalde.

Quelle: Hartmut F. Reck

Seit 2009 organisiert der CDU-Stadtverband Luckenwalde mit finanzieller Unterstützung vieler Bürger die Verlegung von Stolpersteinen durch den Künstler Gunter Demnig. Der hat inzwischen in 21 Ländern Europas solche Stolpersteine verlegt. Auch wenn er schon tausende solcher Steine in den Boden eingelassen habe, sei dies für ihn noch keine Routine geworden, sagte Demnig.

In Luckenwalde sind es nun insgesamt 35 Stolpersteine, die an 35 durch den Holocaust ermordete jüdische Luckenwalder Bürger erinnern. „Diese Verbrechen sind nie anonym, sondern in der Nachbarschaft geschehen“, sagte Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski (CD


Pfarrer Detlev Riemer verneigt sich vor dem Stolperstein für Henriette Spitz in der Straße Haag 1

Pfarrer Detlev Riemer verneigt sich vor dem Stolperstein für Henriette Spitz in der Straße Haag 1.

Quelle: Hartmut F. Reck

„Wer die Shoa vergisst oder gar verleugnet, versündigt sich“, sagte Botschaftsrat Yair Even von der israelischen Botschaft in Berlin. Das einzige Verbrechen des Arztes Jul

Seinen Respekt zollte Chefarzt Ullrich Fleck vom Luckenwalder DRK-Krankenhaus dem Kollegen Julius Hoffnung, der 47 Jahre in Luckenwalde praktiziert hatte, bis es ihm die Nazis verboten. Es seien auch Berufskollegen gewesen, die sich an dem Verbrechen beteiligt


Der Stolperstein für die Witwe Henriette Spitz

Der Stolperstein für die Witwe Henriette Spitz. Ihr Mann verstarb noch vor der Deportation.

Quelle: Hartmut F. Reck

Einen Überblick über die Biografien der drei Luckenwalder Juden, an die nun erinnert wird, gab Detlev Riemer. Der ehemalige evangelische Pfarrer in Luckenwalde hat die Schicksale der hiesigen Juden erforscht. „Ohne ihn wäre das Verlegen der Stolpersteine in Luckenwalde gar nicht möglich“, sagte der CDU-Ortsverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Sven Petke.

Von Hartmut F. Reck

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