Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Flugzeugmechaniker-Praktikant aus Gambia
Lokales Teltow-Fläming Flugzeugmechaniker-Praktikant aus Gambia
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:49 05.12.2018
Ebrima Baldeh und seine Ausbilderin, die Werft-Chefin Doreen Röcklebe, im Wertstatt-Hanger der Oehnaer Flaeming-Air. Quelle: Uwe Klemens
Oehna

Flugzeugmechaniker zu werden, ist der Kindheitstraum von Ebrima Baldeh. Vor sechs Jahren verließ der heute 35-Jährige sein westafrikanisches Heimatland Gambia, um diesen Traum zu verwirklichen. In der Werft der Oehnaer Flaeming-Air absolviert er derzeit ein Praktikum.

In Gambia ist die Ausbildung zu teuer

„In Gambia kostet eine solche Ausbildung so viel Geld, dass ich mir das nie hätte leisten können“, berichtet Baldeh. Dank seines Onkels, der seit Mitte der 80er Jahre in Baden-Baden lebt und dem Neffen bereits die ebenfalls teure Schulausbildung in Gambia finanzierte, kam er 2012 nach Deutschland, um sich nach einer passenden Lehrstelle umzuschauen.

Als gelernter Hotelmanager arbeitete er zunächst als Koch in verschiedenen Unternehmen. „Aber in Baden-Baden fand ich keine Freunde und fühlte mich zu oft sehr alleine“, sagt er. Ein gutes Jahr später wollte er in Berlin sein Glück versuchen – und lernte dort sogar seine heutige Ehefrau kennen.

Das erste Jahr war hart

Nach weiteren Jahren als Koch, zuletzt in einer Kaserne der Bundeswehr, die er auch intensiv nutzte, um sein Deutsch zu vervollkommnen, erhielt er vom Jobcenter einen Bildungsgutschein. Und so bewarb er sich beim Berufsförderungswerk (BFW) um eine Lehrstelle zum Flugzeugmechaniker. „Das erste Jahr war hart, denn wir hatten nur Theorie und den gesamten Stoff müssen sich die Schüler im Selbststudium aneignen, da es im BFW keine Lehrer gibt“, sagt Baldeh. Voller Ehrgeiz, sein großes Ziel zu erreichen, absolvierte er alle Fächer mit guten Leistungen und machte sich vor der eigentlichen Lehrzeit auf die Suche nach einem Praktikumsplatz.

Als er von einem Mitschüler von der Werft der Flaeming-Air erfuhr, vereinbarte er dort ein Vorgespräch. Danach verwarf Ebrima Baldeh den Plan, sich auf einem großen Flughafen in Leipzig, Dresden oder München zu bewerben. „Denn schon am ersten Tag habe ich gespürt, wie gut das Klima und wie anspruchsvoll die Aufgaben hier sind, so dass ich hier richtig was lernen kann“, beschreibt er. Seit einem Monat ist er der dritte im Bund der Mechaniker auf der Werft.

Schwierige Vorerfahrungen

Voller Lob über den Fleiß und die Lernbereitschaft ihres Praktikanten zeigen sich Werft-Chefin Doreen Röcklebe und Flugzeugmechaniker Manfred Gebhardt. „Ebrima ist bei uns bereits der zweite Praktikant, aber die Erfahrungen mit seinem Vorgänger, einem Deutschen, waren eher schwierig“, sagt Röcklebe. „Deutsche Jugendliche machen sich heutzutage mehr Gedanken über das, was sie nicht machen müssen, als über das, was notwendig ist“, sagt die Werft-Chefin.

Wenn in der Hochsaison mal eine Überstunde notwendig ist, um ein Kundenflugzeug fertig zu machen, könne man nicht einfach nur immer auf die Uhr pochen und Feierabend machen. „Auch mal einen Besen in die Hand zu nehmen, um die Werkstatt zu kehren, gehört in einem so kleinen Betrieb dazu“, ergänzt ihr Kollege.

Hoffnungen haben sich erfüllt

Doreen Röcklebes Hoffnungen, dass ein Praktikant aus Afrika ehrgeiziger und nicht so „überfüttert ist, wie jemand von hier“, wie sie sagt, haben sich voll und ganz erfüllt. Davon, dass ihr Schützling nach dem Ende des neunmonatigen Praktikums auch die eigentliche Lehrzeit mit Bravour absolvieren wird, sind Röcklebe und Gebhardt schon jetzt überzeugt, auch wenn die Ausbildung dann in einem anderen Betrieb stattfinden wird. Das, was eine so kleine Werft einem Praktikanten mitgeben kann, sei nicht minder anspruchsvoll als die Herausforderungen auf einer großen Werft, sagt Röcklebe. Wenn alles nach Plan geht, hat Ebrima Baldeh Mitte Februar 2020 sein Zeugnis als Flugzeugmechaniker in der Tasche.

Ob die Familie danach in Deutschland bleiben oder Baldeh mit Frau und Sohn zurück nach Gambia gehen wird, ist noch nicht endgültig entschieden. „Die Zukunftschancen für mein Kind sind in Deutschland besser als in Afrika“, sagt Ebrima Baldeh.

Von Uwe Klemens

Das seit den 70er Jahren als Problemfall geltende Gotteshaus in Lichterfelde wird Stück für Stück wieder ansehnlich. Mit der Sanierung des Turms ist nun die nächste, große Etappe geschafft.

05.12.2018

Gisbert Schulze ist am Heilig Abend in Luckenwalde und in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal als Weihnachtsmann unterwegs – und das seit 58 Jahren.

05.12.2018

Viele Monate mussten die Rohrbeck mit Bauarbeiten in und im ihr Dorf herum leben. Nun konnte Niedergörsdorfs Bauamtsleiterin gute Nachrichten verkünden.

08.12.2018