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Teltow-Fläming Ehrenmedaille für den Kreiskantor
Lokales Teltow-Fläming Ehrenmedaille für den Kreiskantor
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00:17 30.04.2017
Das Festkonzert zu seiner Amtseinführung als Kreiskantor vor drei Jahren dirigierte Peter-Michael Seifried natürlich selbst. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Großes Getöse um seine Person mag Peter-Michael Seifried nicht. Ganz vermeiden lässt sich das jedoch nicht; schon gar nicht, wenn der Kreismusikdirektor der Kirchenkreises Zossen-Fläming als Organist, Dirigent oder Chorleiter im Mittelpunkt steht und andere Menschen mit seiner Begeisterung für die Musik, für den Reichtum der Kirchen in der Region und für die Kulturlandschaft Brandenburgs ansteckt. Nun gehört der 57-jährige Berliner und Wahl-Jüterboger zum Kreis derjenigen, die für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Ehrenmedaille des Brandenburger Landtags geehrt werden und einen Moment lang stärker als sonst im Rampenlicht stehen.

Auszeichnungen des Landes für Ehrenamtler

Freiwilligenpass: Das Dokument bescheinigt ehrenamtliches Engagement und soll beim beruflichen Vorankommen helfen.

Ehrenamtskarte: Diese Karte ermöglicht Rabatte für viele Museen, Geschäfte, Gastronomiebetriebe, Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen.

Ehrenamtler des Monats: Ministerpräsidenten oder Chef der Staatskanzlei würdigen monatlich freiwilliges Engagement.

Landtagsmedaille: Auf Vorschlag der Fraktionen erhalten aktive Bürger die Ehrenmedaille.

Ehrenamtsempfang: Zum Internationalen Tages des Ehrenamtes am 5. Dezember laden Landtagspräsidentin und Ministerpräsident 100 engagierte Bürger zu einem Fest ein.

Verdienstorden: Für herausragende Leistungen verleiht das Land den Verdienstorden. Es ist die höchste Anerkennung.

Weitere Ehrungen: Das Land vergibt Dankesurkunde des Ministerpräsidenten, den Umweltpreis, den „Veltener Ehrenteller” für Seniorenarbeit, die Europaurkunde und Feuerwehrehrenzeichen.

Mehr zu den Auszeichnungen auf: www.ehrenamt-in-brandenburg.de

Den Grundstein für seine eigenen Begeisterung gelegt haben viele. „Allen voran meine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem pädagogischen Gespür, als ich acht war, befand, dass ich einen männlichen Erzieher brauchte und mich zum Klavierunterricht schickte“, blickt Seifried ein halbes Jahrhundert zurück. Als er bald darauf Mitglied der Schöneberger Sängerknaben wurde und versuchte, die Chorliteratur auf dem Klavier mit eigenen Improvisationen auszuschmücken, war das musikalische Feuer entfacht.

Kirche und Musik bestimmen Leben

Auch die Idee, Orgelunterricht zu nehmen, stammte von seiner Mutter. „Obwohl ich als Dreijähriger gegen meinen Willen getauft wurde, spielte Kirche bei uns zu Hause bis dahin kaum eine Rolle. Dass ich die Taufe nicht mochte lag daran, dass ich nicht wollte, dass mir ein Mann im schwarzen Talar kaltes Wasser über den Kopf gießt“, erinnern er sich lachend. Beides, die Kirche und die Musik, sollte fortan seinen Lebensweg bestimmen.

Eine der wichtigsten Weichen darin stellte Seifrieds Englischlehrerin, die ihren schlechten Schüler als Au-pair-Jungen nach Amerika schickte. Die Offenheit seiner Gastfamilien, die ihn zu Gottesdiensten verschiedener Konfessionen mitnahmen, beeindruckte ihn ebenso sehr wie das Gefühl von Freiheit, mit 16 am Steuer eines Cadillac über den Highway zu brausen.

Zunächst ein Jura-Studium

„Bis zum Ende meiner Schulzeit hab’ ich alle meine Ferien in meinem Traumland Amerika verbracht“, erinnert sich Seifried, der sich nach der Schule zunächst für ein Jura-Studium entschloss. „Als eine meiner amerikanischen Gastmütter an Krebs erkrankte und die Familie das Haus verkaufen und ihre Kinder vom College nehmen musste, um die Behandlung bezahlen zu können, war das für mich ein Schock, sodass ich nicht mehr als Anwalt in Amerika leben wollte und an der Berliner Hochschule der Künste ein Orgelstudium begann“, sagt er im Rückblick.

Noch währen des Studiums wurde er Kantor in Berlin-Marienfelde. Dank seine Englischkenntnisse baute er Partnerschaften zu Kirchengemeinden und -chören in England auf, die er bei Besuchen in Ost- und Westdeutschland begleitete. Kurz nach der Wende übernahm er im Berliner Dom den Aufbau des Internationalen Besucherdienstes und entdeckte auf den gemeinsamen Ausflügen ins Umland die Reichtümer der Kirchen.

Konzert- und Lesereihen

Die Begegnung mit Kloster Zinnas damaligen Pfarrer Rolf Markowski war die „Einstiegsdroge“, sagt Seifried. Die von ihm initiierten Konzert- und Lesereihen verhalfen Kloster Zinna und der Jüterboger Region zu Ansehen.

Den Satz „Wann schlafen sie eigentlich?“ hat Seifried seither oft gehört, denn das Gros seiner Arbeit leistet er ehrenamtlich. Seit 2014 ist der „Orgaholik“ Kreiskantor der evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming und hat seither viel bewegt. Die Sanierung diverser Orgeln geht ebenso auf sein Konto wie der deutschlandweit einmalige Orgelkurs für Laien, der 70 Schüler zählt. „Der Funke ist übergesprungen“, freut sich Seifried.

Von Uwe Klemens

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