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Teltow-Fläming Eidechsenreservat auf dem Schießplatz-Gelände
Lokales Teltow-Fläming Eidechsenreservat auf dem Schießplatz-Gelände
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00:18 13.08.2017
Direkt am Dorfrand hat Jörg Weiß bereits eine kleine Eidechsen-Anlage geschaffen. Doch die ist zu klein und soll deshalb durch eine größere ersetzt werden. Quelle: Uwe Klemens
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Neuheim

„Das muss man sich mal überlegen: 250 Millionen Jahre und sogar noch älter, das ist doch eine ungeheure Dimension“, sagt Jörg Weiß. Die Ehrfurcht vor den riesigen Natursteinfindlingen begleitet den 62-jährigen Neuheimer schon seit seinen Kindertagen. Unzählige Fachbücher über die Entstehung und Wanderung der Brocken hat er seither studiert und das Bearbeiten von Naturstein, aus denen er Bänke, Tische und andere Gartenmöbel, aber auch Skulpturen herstellt, später sogar zu seinem Beruf gemacht. Auf der Weiß’schen Natursteinterrasse sitzend, wird das Fachsimpeln über die Bearbeitung des harten Materials schnell zum Philosophieren über die Entstehung der Welt.

Die Eidechse ist das Firmenlogo

Eine riesige, aus Stein gearbeitete Eidechse an der Wand zum Nachbargrundstück ist Jörg Weiß’ Firmenlogo. Denn die geheimnissvollen und flinken Wesen haben lange vor dem Menschen erkannt, wie gut es sich in einer Natursteinhöhle wohnt.

Schon bald nachdem der gelernte Automateneinrichter und Kraftfahrer über eine ABM-Maßnahme auf den Beruf des Steingestalters umgesattelt hatte, entdeckte er die ersten Echsen, die inmitten seines Findlingsvorrats Quartier bezogen hatten. Um sie nicht laufend stören zu müssen, errichtet er am Dorfrand, wenige Schritte hinter seinem Haus, ein Eidechsenquartier.

Wie gut es den Tieren dort geht, beweist deren wachsende Zahl. Einzelne Nachbarn folgten seinem Beispiel und holten sich ein paar Steine, um im eigenen Garten ebenfalls Eidechsen anzusiedeln.

Der Mensch raubt den Tieren den Lebensraum

„Doch der Eidechsenbestand insgesamt ist gefährdet“, sagt Jörg Weiß. „Stück für Stück raubt ihnen der Mensch ihr Terrain, in dem Straßen durch Wälder gezogen, Industrieanlagen errichtet oder stillgelegte Eisenbahnstrecken zurückgebaut werden.“ Dass Bauvorhaben vorübergehend gestoppt werden, um Eidechsen oder andere Lebewesen umzusiedeln, findet der Naturfreund zwar als gut, aber nicht ausreichend. „Vor allem stellt sich ja dann immer die Frage, wohin die Tiere umgesiedelt werden.“ Für Eidechsen gebe es bislang zu wenig Möglichkeiten.

Seit einigen Jahren hegt Jörg Weiß die Idee, innerhalb des nahegelegenen ehemaligen Truppenübungsplatzes ein Eidechsenreservat zu errichten, weiß aber nicht so recht, wen er für das Projekt als Ansprechpartner gewinnen könnte. „Vor sechs Jahren habe ich die Idee auf einer Versammlung der Lokalen Aktionsgruppe ,Rund um die Fläming-Skate’ vorgestellt. Am Anfang schien es, als ob man das Projekt gut findet, trotzdem habe ich von der Seite danach nichts mehr gehört“, blickt er enttäuscht und etwas ratlos zurück.

Im Grunde genommen ist alles schon da

„Dabei ist im Grunde genommen alles schon da, was man für ein solches Reservat benötigt“, sagt der Eidechsenfreund, der inzwischen im eigenen Terrarium dafür sorgt, dass der Eidechsennachwuchs ungestört aus dem Ei schlüpfen kann. „Steine liegen überall auf den Äckern herum, ebenso das Holz, das unter die Steine müsste, um Hohlräume zu schaffen, in denen sich dann auch andere Lebewesen ansiedeln können. Und für Wasser zu sorgen, müsste doch machbar sein.“

Ein Teil des etwa zwei bis drei Hektar großen Terrains könnte als Naturlehrpfad zudem für Besucher zugänglich gemacht werden, blickt Weiß voraus. Wie groß die Faszination beim Beobachten der Echsen ist, erlebt er täglich, wenn sich seine drei Enkel am Terrarium die Nasen platt drücken.

Von Uwe Klemens

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