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Eigenes Windrad im Garten sorgt für Unsicherheit

Bauamt lehnte Anlage noch ab Eigenes Windrad im Garten sorgt für Unsicherheit

Dreizehneinhalb Meter hoch ist das Kleinwindrad, dass seit kurzem in einem Gartengrundstück in Fröhden steht. Die Anlage ist die erste ihrer Art im Landkreis Teltow-Fläming. Dabei hatte das Bauamt den Bau des Windrades noch abgelehnt – und wurde am Ende ebenso überrascht, wie die Einwohner, die nun nicht wissen, welche Belastungen auf sie zukommen.

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Noch dreht sich das Windrad in Fröhden nicht. Ob es die Nachbarn stört, wird sich erst im Betrieb zeigen.

Quelle: Uwe Klemens

Fröhden. Am Thema Windkraftanlagen scheiden sich in vielen Regionen die Geister. In Fröhden hat es nun ein neues Kapitel bekommen. Denn auf einem Grundstück am Heideberg steht seit wenigen Wochen ein weiteres Windrad.

Ortsvorsteher: „Nicht jeder im Ort ist davon begeistert.“

„Nicht jeder im Ort ist davon begeistert“, wie Ortsvorsteher Siegfried Klute weiß. Welche Belastungen auf die Bewohner der Nachbargrundstück zukommen, kann niemand sagen. Abgesehen von einem zehnminütigen Testlauf nach dem Aufrichten des zehn Meter hohen Mastes und der Montage von Rotorkopf und -blättern, steht die Anlage derzeit still.

Grund hierfür ist der noch fehlende Stromzähler. Sobald der eingebaut ist, liefert die Anlage eine durchschnittliche Strommenge von zehn Kilowatt. „Die Fröhdener haben davon erst erfahren, als das Fundament gegossen wurde“, ärgert sich Klute über die fehlende Information durch die Genehmigungsbehörde. Eine Anhörung der betroffenen Anwohner hat nicht stattgefunden. Lediglich das Jüterboger Bauamt wurde um eine Stellungnahme gebeten.

Jüterboger Bauamt lehnte Anlage ab

„Wir haben uns mit der Entscheidung, ob wir die Anlage befürworten oder ablehnen, sehr sehr schwer getan und sie letztendlich abgelehnt“, sagt Bauamtsleiterin Kira Wenngatz. Davon, dass die Untere Bauaufsicht des Landkreises die Anlage dennoch genehmigt hat, wurde auch sie überrascht.

„Die Versagung der Befürwortung war rechtswidrig“, erläutert Sachgebietsleiterin Sylvia Heinsdorf von der Technischen Bauaufsicht. „Das angeführte Argument, die Lärmbelästigung könne zu hoch sein, wurde widerlegt.“ Bei mittleren Windgeschwindigkeiten soll die Anlage fast geräuschlos arbeiten, auch ohne das für große Anlagen typische Auf- und Abschwellen. „Der zulässige Nachwert von 45 Dezibel wird gerade so eingehalten“, sagt Heinsdorf.

Bauaufsicht geht nach Lärmbelastung und Stromerzeugung

Der Aufbau eines Kleinwindrades ist im Landkreis ein Novum, wie Norbert Jurtzik, Leiter der Unteren Bauaufsichtsbehörde, bestätigt. Lediglich einen weiteren Bauantrag gebe es bislang im Bereich Zossen. Jeder Fall sei immer eine Einzelfallentscheidung. Zu den wichtigsten Kriterien gehört laut Jurtzik, wie hoch die Lärmbelastung auf den Nachbargrundstücken ist – was je nach Gelände und Bebauung von Grundstück zu Grundstück sehr unterschiedlich sein kann – und wie der erzeugte Strom genutzt wird. Dient der Ertrag zu mindestens 50 Prozent der Eigenversorgung, gelten die Anlagen als Nebennutzung und unterliegen nicht den strengeren Regeln gewerblicher Anlagen.

Hintergrund

Kleinwindräder bis zu einer Leistung von 30 Kilowatt, die privat genutzt werden, gelten als Nebenanlagen und unterliegen dem reinen Baurecht.

Hersteller der Fröhdener Anlage vom Typ EN-Drive 2000.3 ist die PSW-Energiesysteme GmbH in Celle.

Das Produktionssortiment reicht von Anlagen von drei  bis 20 Kilowatt. Der jährliche Durchschnittertrag liegt, je nach Anlage, zwischen 3000 und 30 000 Kilowattstunden.

Betroffene Anwohner, die sich um Lärm, Schattenwurf oder Lichtreflexe sorgen, können innerhalb eines Monats, nachdem sie Kenntnis von der Anlage bekommen haben, Widerspruch einlegen und notfalls klagen, wie Jurtzik erläutert: „Jeder, der möglicherweise betroffen sein könnte, hat das Recht auf Akteneinsicht und kann seinen Widerspruch in schriftlicher Form einreichen oder zu Protokoll geben.“

Vom Eigentümer der Fröhdener Anlage war keine Stellungnahme zu bekommen.

Von Uwe Klemens

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