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Teltow-Fläming Ein Auto für die große Freiheit
Lokales Teltow-Fläming Ein Auto für die große Freiheit
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11:35 04.01.2018
Elisabeth Walter (18) war das erste Millenniums-Baby im Kreis Teltow-Fläming. Quelle: Anja Meyer
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Königs Wusterhausen

Die Silvesternacht vor 18 Jahren war wohl für die meisten Menschen rund um den Erdball etwas ganz besonderes. Einen Jahrtausendwechsel erlebt ja auch nicht jeder, viele freuten sich auf eine Riesenparty, manche malten sich Weltuntergangsszenarien aus. Für Annett Haupt war diese Nacht aber nicht wegen des damaligen Millennium-Hypes so unvergesslich. Sie war hochschwanger, ihre zweite Tochter sollte gut eine Woche später, am 7. Januar, geboren werden.

Doch dann setzten plötzlich schon am 31. Dezember 1999, kurz vor Mitternacht, die Wehen ein. Sofort rief sie ihre beste Freundin Ines Dietrich an, die sie in ihrem damaligen Trebbiner Zuhause abholte. „Die Nachbarn standen draußen schon alle mit Sektgläsern zum Anstoßen in der Hand“, erinnert sich Annett Haupt. „Und wir sind mit dem Auto durch die Silvesterböllerei ins Krankenhaus in Ludwigsfelde gefahren.“ Als sie dort ankamen, sahen sie nur noch den letzten Qualm der Feuerwerke, das neue Jahrtausend war angebrochen.

„Die Hebammen haben mir während der Geburt noch erzählt, dass mehrere Reporter angerufen haben, ob das Millennium-Baby aus Teltow-Fläming denn nun schon da ist“, erzählt Annett Haupt. Um 8.40 Uhr erblickte die kleine Elisabeth Felicitas Walter dann das Licht der Welt – als erstes Millennium-Baby der Region Dahmeland-Fläming. Tags darauf kam der damalige Ludwigsfelder Bürgermeister Heinrich Scholl mit Blumenstrauß und Glückwunschkarte ins Krankenhaus.

Datum spielte keine Rolle

Aus dem Millennium-Baby ist heute eine selbstbewusste, junge Frau geworden. Am Montag hat Elisabeth Walter ihre Volljährigkeit gefeiert. Und obwohl vor 18 Jahren so viel Rummel um das Millennium und seine Babys gemacht wurde, habe dieses besondere Datum in ihrem Leben später eigentlich keine besondere Rolle mehr gespielt, erzählt sie.

In der Zeitung war Elisabeth Walter später nur noch aus einem anderen Grund: Kurz nachdem sie im vergangenen Sommer ihr Abitur am Marie-Curie-Gymnasium in Ludwigsfelde gemacht hatte, stürzte sie auf dem Heimweg und zog sich einen Bänderriss am Arm zu. Und das kurz vor dem Abiball. „Ein perfektes Timing, das war mal wieder typisch für mich“, sagt Elisabeth Walter und lacht.

Kurzerhand umwickelte ihre Mutter den Gipsarm passend zum roten Kleid mit rotem Stoff und verzierte ihn mit Pailletten – ebenfalls wie auf dem Kleid. Das sah so passend und originell aus, dass sie mit einem Foto vom Abiball in der Abi-beilage der MAZ landete. Jedoch bislang nie wieder wegen dieser Millenniums-Sache.

Geburtstag im Kreise der Familie

„Viele Jugendliche in meinem Alter kennen das Wort Millennium ja auch gar nicht“, sagt Walter. „Wenn ich nicht an diesem Tag geboren wäre, würde ich wahrscheinlich auch nicht wissen, was es bedeutet.“ Kommentare wie „Ach, das ist ja lustig“ oder „Das kann doch gar nicht sein“ habe sie zu ihrem Geburtsdatum jedoch immer mal wieder gehört.

Ihr selbst sei das Datum relativ egal, besser wäre es sogar, sie wäre an einem anderen Tag als an Neujahr geboren, sagt Elisabeth Walter. „An meinem Geburtstag sind immer alle müde und platt.“ Aber wenigstens hat sie dann auch jedes Jahr frei. „Und Reinfeiern geht ja sowieso immer“, sagt sie. Auch wenn Silvester dann immer mehr im Vordergrund stehe. „Um Mitternacht heißt es bei uns immer erst: ,Frohes neues Jahr’ und dann ,Alles Gute zum Geburtstag’.“

Den jüngsten Geburtstag hat Elisabeth Walter im kleinen Kreis mit der Familie in Schulzendorf verbracht, wohin sie mit ihrer Mutter Annett Haupt und der Schwester direkt nach dem Abitur im vergangenen Sommer aus Trebbin gezogen ist  – zu dem heutigen Lebensgefährten der Mutter. Mit den engsten Freunden aus Teltow-Fläming wird bald nachgefeiert, wohl an einem Wochenende, wenn sich dann alle von ihrem Silvesterkater erholt haben.

Berufswahl steht bevor

Der 18. Geburtstag hat Elisabeth Walter vor allem ein großes Stück Freiheit gebracht. Sie hat ein eigenes Auto bekommen und darf nun endlich ohne Begleitung fahren – nicht nur zu ihrer eigenen Freude, sondern auch zu der ihres Freundes, der Mutter und der knapp zwei Jahre älteren Schwester. Denn die mussten sie vorher immer in der Region herumkutschieren. Die Freunde in Ludwigsfelde und Trebbin, der Freund in Zossen, das bringt viel Fahrerei mit sich.

„Es haben sich wirklich alle dafür eingesetzt, dass ich dieses Auto bekomme“, sagt Elisabeth Walter. Außerdem hat sie einen Fotografiekurs in Berlin geschenkt bekommen, auf den sie sich jetzt schon sehr freut. Denn das Fotografieren ist derzeit ihr größtes Hobby. „Ich nehme alles auf, was mir unterwegs auffällt und was ich schön finde“, sagt sie. Meistens direkt mit dem Smartphone, denn das ist immer dabei.

Das größte Projekt, das für Elisabeth Walter in naher Zukunft ansteht, ist die Wahl eines Berufs. Nach der Schule hat sie verschiedene Praktika im gesundheitlichen und im sozialen Bereich absolviert. Mittlerweile weiß sie so, dass es mehr in die soziale Richtung gehen soll. Eine Ausbildung zur Erzieherin könnte sie sich vorstellen. Das mache ihr Spaß und die Zukunftsaussichten sind gut. Aber entschieden ist in diese Richtung im Moment noch nichts. Das einzige, was klar ist, ist der Ort des künftigen Studiums oder der Ausbildung. Berlin wird es wohl werden, denn so kann Elisabeth Walter weiterhin viel Zeit mit ihrem Freund und ihrer Familie verbringen, zu der sie ein sehr enges Verhältnis pflegt.

Von Anja Meyer

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