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Teltow-Fläming Ein Baum fiel zu viel
Lokales Teltow-Fläming Ein Baum fiel zu viel
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00:26 16.03.2018
An der Ecke Dahmer Straße/Ackerstraße wurde ein Baum gefällt, der stehen bleiben sollte. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Der Schlagabtausch in der jüngsten Luckenwalder Stadtverordnetenversammlung war kurz. Der CDU-Abgeordnete Christoph Guhlke fragte, wie es dazu kommen konnte, dass in der Dahmer Straße ein Baum gefällt wurde, obwohl ausgerechnet dieser nicht fallen sollte. „Das war das Versehen des Auftragnehmers“, sagte Peter Mann, Leiter des Amtes für Stadtplanung. Dafür werde die Firma in Haftung genommen. Guhlke befand das jedoch als „befremdlich“ und fragte nach, wie genau das passieren konnte. Darauf antwortete Mann mit etwas gereizter Stimme: „Der hat einen Baum gefällt, der nicht gefällt werden sollte!“

CDU glaubt nicht an Zufall

Doch dabei will es die CDU nicht bewenden lassen. Nun postet Christoph Guhlke auf Facebook den Baumstumpf an der Ecke Dahmer Straße/Ackerstraße und wirft der Rathausleitung vor, ihre Aufsichtspflicht verletzt zu haben. Rathaus und Kreishaus stünden in nur geringer Entfernung des Geschehens und keiner habe es mitbekommen, ärgert sich Guhlke. Außerdem lässt er anklingen, dass die angeblich versehentliche Baumfällung kein Zufall sein könne und unterstellt damit indirekt, dass dies alles mit Absicht und mit dem Einverständnis der Stadt geschehen sei.

Peter Mann weist auf MAZ-Nachfrage diesen Vorwurf erneut zurück. Es sei ein Versehen der Firma gewesen, auch wenn ganz klar war, welche Bäume zu fällen sind und welche nicht. „Der Mitarbeiter wird sich geirrt haben“, sagt Mann, „das ist mit Sicherheit nicht mit Absicht passiert.“

Stadt wollte ursprünglich alle 42 Bäume fällen lassen

Davon geht auch Annette Heitzwebel aus. Die zuständige Sachbearbeiterin in der Unteren Naturschutzbehörde beim Umweltamt der Kreisverwaltung Teltow-Fläming erinnert sich an den Bescheid ihrer Behörde, den sie Ende Februar vergangenen Jahres erlassen hatte. Damals hatte die Stadt beantragt, alle 42 Linden an der Dahmer Straße fällen zu dürfen, um den Straßenraum großzügig gestalten zu können. Doch nach einem aufwendigen Abwägungsprozess, bei dem auch Baumgutachten eingeholt wurden, die unter anderem Auskunft über die zu erwartende Reststandzeit der Linden gaben, erhielt die Stadt nur Fällgenehmigungen für 14 Bäume.

Am Ende waren es aber 15, also einer mehr als erlaubt. Darauf hatten dann die anerkannten Naturschutzverbände die Untere Naturschutzbehörde (UNB) aufmerksam gemacht, die daraufhin der Angelegenheit nachging.

Verdacht bestätigte sich

„Es bestätigte sich der Verdacht, dass bei der Fällaktion ein Baum zuviel gefällt wurde“, berichtet UNB-Mitarbeiterin Annette Heitzwebel. Demnach war die Linde mit der Baum-Nummer 173027 tatsächlich unerlaubterweise der Kettensäge zum Opfer gefallen.

Der Stadt Luckenwalde sei aber kein Vorwurf zu machen, erklärt Annette Heitzwebel. So seien die Bäume richtig ausgezeichnet worden. Außerdem habe die Stadt nachweisen können, dass sie aufgrund der nicht erteilten Fällgenehmigung dieses einen Baumes extra eine Umplanung vorgenommen hat, damit der Baum erhalten bleiben kann. „Das macht man nicht, wenn man ihn trotzdem fällen lassen will“, so Heitzwebel. Trotzdem wurde der Stadt auferlegt, Ersatzpflanzungen vorzunehmen, die diese an die Firma weitergereicht hat.

„Wenn wir den Baum hätten absichtlich fällen lassen“, so Peter Mann, „dann hätten wir den Baum gleich an der nächsten Kreuzung an der Wiesenstraße auch fällen lassen können, weil der genauso im Weg steht.“ Aber der steht noch.

Doch Fehler der Verwaltung

Diese Informationen der MAZ stammen vom Montagnachmittag. Am Montagabend fand die Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Sicherheit und Öffentliche Ordnung statt. Dort sprach Christoph Guhlke den Leiter des Bauamts Jürgen Schmeier an. Dieser räumte ein, dass die Fällung des Baumes doch ein Versehen der Verwaltung gewesen sei und der Baum falsch ausgezeichnet wurde, der Fehler also nicht bei der ausführenden Firma liege.

Von Hartmut F. Reck

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