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Ein Belgischer Botschafter im Klassenzimmer

Jüterbog Ein Belgischer Botschafter im Klassenzimmer

Die Schüler des Goethe-Schiller-Gymnasiums lauschten dem spannenden Vortrag von Ghislain D´hoop. Er hatte einiges zum Thema Sprache, Kultur und Wirtschaft für die Zehntklässler mitgebracht. Mit seiner sympathischen Art schenkte er der Französischklasse eine Unterrichtsstunde der anderen Art.

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Eine interessante Abwechslung zum gewohnten Französischunterricht war der Besuch von Botschafter Ghislain D’hoop.

Quelle: Isabelle Richter

Jüterbog. „Man muss auch immer die lockere Seite des Lebens sehen.“ Erstaunlich entspannt gab sich Belgiens Botschafter in Deutschalnd, Ghislain D’hoop, bei seinem Besuch im Goethe-Schiller Gymnasium in Jüterbog. Am Montagmittag wartete die Klasse 10A schon gespannt auf den Besuch des Diplomaten.

Schüler testen ihr Wissen

Lehrerpraktikant Regis Canavy versuchte in der Wartezeit die aufgeregten Schüler ein wenig auf die Ankunft des prominenten Gastes vorzubereiten. Mit ein paar Fragen ging es los. Ganz im Sinne der Frankophonie, um die es an diesem Tag gehen sollte. Denn so wird die Vereinigung von Ländern bezeichnet, in denen Französisch die Erst- oder Zweitsprache ist. Regis Canavy testete das Wissen seiner Schüler zum Thema Belgien mit Fragen nach Geografie und Kultur. Als belgische Spezialität waren vor allem die Pommes Frites bekannt und natürlich die weltberühmte belgische Schokolade.

Nach dem kleinen Austausch über das Land des Diplomaten war es dann soweit. Der Belgische Botschafter und die Französischlehrerin der Klasse betraten den Raum. Selbst die Lehrerin Michaela Wallochny hatte anfangs noch ganz zittrige Hände. Doch die Nervosität verflog schnell, als Ghislain D’hoop mit seinem Vortrag begann.

Vielfalt ist wichtig

„Ein Botschafter ist der offizielle Vertreter seines Landes“, so erklärte der sympathische Belgier seine Aufgabe. Sich um den Handel und das Zusammenleben in Europa zu kümmern und die Zusammenarbeit in der Welt zu stärken, gehöre zu seiner Arbeit. Er erklärte den Schülern, welche drei Sprachen in Belgien gesprochen werden: Französisch, Niederländisch und Deutsch. Den größten Teil machen die niederländische und die französische Sprache aus. D’hoop legte seinem jungen Publikum nahe, sich außer für die deutsche und englische noch für weitere Sprachen zu interessieren. „Vielfalt ist wichtig“, erklärte er den Jugendlichen.

Damit meinte der Botschafter auch das Zusammenleben mit Menschen aus anderen Ländern. Das bringe aus seiner Sicht „Sicherheit, Stabilität und Respekt voreinander“, so D’hoop. Die gemeinsame Kommunikation spiele dabei eine große Rolle. Fremde Kulturen sind den Schüler durchaus vertraut. Seit einem halben Jahr besucht ein Austauschschüler aus Kolumbien die Klasse und hat bereits gute Deutschkenntnisse gesammelt. Das Französische fällt ihm noch ein wenig schwer, aber zum Glück hält D’hoop seinen Vortrag an diesem Tag auf Deutsch.

Vielfalt und Freiheit

Im Zusammenhang damit erklärte D’hoop den Zehntklässlern unter anderem auch, wie wichtig diese Vielfalt für die Wirtschaft und die Freiheit innerhalb der EU sei. Das gelte auch für offene Grenzen. „80 Prozent von dem, was wir produzieren geht ins Ausland“, so der Botschafter über Belgien. Außerdem könne man als EU-Bürger ohne große Komplikationen in 28 Länder reisen. Für ihn sei das ein Wert, der bewahrt werden sollte. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Länder, mit denen er zusammenarbeitet, auch nicht immer einer Meinung sind. Gemeinsam eine friedliche Lösung zu finden, zähle zur täglichen Arbeit, der er und seine Kollegen nachgehen.

Neben dem politischen Appell an den Nachwuchs gab es auch den einige interessante Fakten zur belgischen Kultur. Beim Thema Bier fragte der Botschafter nach dem Reinheitsgebot in Deutschland. Ein Schüler wusste ganz genau, welche Zutaten hierzulande erlaubt sind: Wasser, Hopfen, Malz und Gerste. D’hoop sagte zum belgischen Bier: „Wir fügen ab und zu etwas dazu – wie zum Beispiel Früchte.“ Antwerpen ist weltbekannt für den Diamantenhandel und ein absolutes Merkmal Belgiens ist das riesige Open-Air-Musikfestival „Tommorrowland“, zu dem seit 2005 jährlich tausende von Menschen pilgern, um die elektronische Tanzmusik zu feiern. D’hoop sagte: „Das ist unser wichtigstes Exportprodukt und ein riesiges Unternehmen.“ Inzwischen gibt es Ableger in den USA und Brasilien.

Initiiert wurde das spannende Aufeinanderreffen mit der Klasse von dem Schüler Finn Neumann. Dessen Mutter ist Belgierin, die in der Botschaft arbeitet.

Von Isabelle Richter

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