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Teltow-Fläming Ein Clown in der alten Villa
Lokales Teltow-Fläming Ein Clown in der alten Villa
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00:17 14.08.2016
Helge Nommensen alias Clown Ignatz. Quelle: Gudrun Ott
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Gadsdorf

Sie wohnen in der alten Villa in Gadsdorf: Helge Nommensen, der auch der Clown Ignatz ist, seine Lebensgefährtin, sie ist Tierheilpraktikerin sowie zwei weitere Erwachsene. Dabei handelt es sich um eine Systemische Therapeutin, ihr Mann übersetzt in drei Sprachen Handbücher für technische Geräte. Zu beiden Familien gehören insgesamt drei Kinder, zwei Hunde sowie zwei Pferde.

Das Haus baute ein Fabrikant um 1900

Ein Ziegelfabrikant soll das Herrenhaus um 1900 gebaut haben. Die Gadsdorfer nennen es die Villa. Es ist ein Haus mit Seele – und verursacht viel Arbeit. Seine neuen Bewohner haben den Verein „IBO e.V.“ gegründet. „Wir setzen uns mit alternativen Wohnformen auseinander“, sagt der 30-Jährige Helge Nommensen. Er bekennt kein praktischer Typ zu sein. „Insofern passt das Haus gut zu mir. Es ist unfertig. Es ist nicht praktisch“, sagt er. „Ich bin kein Handwerker. Ich bin bei uns der Koch. Und ich kann gut mit Kindern umgehen.“

Helge Nommensen sollte eigentlich Lehrer werden

Der Verein hat sieben Mitglieder. Alles Menschen, die anders leben wollen. Von Beruf ist Helge Clown. Der Clown Ignatz, um genau zu sein. „Das ist eine Welt, in die ich mich flüchten kann, wenn ich sie brauche.“ Helge Nommensen ist in Bremen aufgewachsen und kommt aus einem gutbürgerlichen Lehrerhaushalt. „Es stand fest, dass auch ich Lehrer werde“, erzählt er. Bis zu dem Zeitpunkt, als ihm zufällig auf der Straße ein Clown begegnete. „Wir haben spontan angefangen miteinander zu spielen und nach etwa einer Stunde hat er zu mir gesagt: weißt du, dass du begabt bist?“

Der Clown ist eine jahrtausende alte Figur

Die Eltern haben ihrem Sohn eine Ausbildung an der Clownsschule finanziert, die damals in Mainz war. Zwei Jahre Profiausbildung mit Akrobatik und Pantomime, dann war Helge „Staatlich anerkannter Clown-Schauspieler“. „Man füllt nicht wie der Schauspieler eine Rolle aus, sondern die Rolle kommt von innen“, erläutert Nommensen. „Als Clown muss man offen und bereit sein, sich selber noch mal kennenzulernen.“ Von dem berühmten spanischen Clown Charlie Rivel stammt die Aussage: „Jeder Mensch ist ein Clown, doch die wenigsten Menschen haben den Mut, das zu zeigen.“ Rivel sah noch als Greis gern den Kindern zu. Warum? „Weil ein Clown nicht anders ist als ein Kind, das versäumt hat, erwachsen zu werden.“ Der Clown ist eine jahrtausendealte Figur, die schon die Inkas kannten. Seine Lebenseinstellung: Ich nehme was kommt, ich kann nur daraus lernen. Das scheinbare Scheitern ist das Thema eines jeden Clowns, aber ein Clown scheitert nicht, denn er sagt Ja und nimmt die Dinge an wie sie sind. Fällt der Clown zum Beispiel auf die Nase, was jedem anderen Menschen peinlich wäre, entdeckt der Clown am Boden liegend stattdessen eine neue Perspektive. Er hat nicht verloren, er hat dazugewonnen. Umwege erweitern die Ortskenntnisse. „Für mich ist der Clown die purste Daseinsform die es gibt“, sagt Helge Nommensen.

Kurse für Manager

Als Clown erfindet er sich jedes Mal neu. Nommensen ist nicht nur Clown-Schauspieler, er hat eine systemische Coaching-Ausbildung und ist außerdem gelernter Zirkuspädagoge. Er unterrichtet im Kinderzirkus in Berlin, gibt Seminare und Kurse auch für Manager. Humor macht gesund, erklärt er. In einem Betrieb, in dem gelacht wird, gibt es laut Statistik 80 Prozent weniger Krankenstand.

Außerdem ist für Helge Nommensen antifaschistische und antirassistische Arbeit ein großes Thema. Deswegen engagiert er sich in der Bürgerinitiative „Menschlich Am Mellensee“.

Von Gudrun Ott

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