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Ein Dorf rettet seine Grabsteine

Gottsdorf Ein Dorf rettet seine Grabsteine

Im Nuthe-Urstromtaler Ortsteil Gottsdorf wackelten schon so einige Grabsteine. Sie sollten aus Sicherheitsgründen abtransportiert werden, vor allem wenn keine Nachfahren mehr dort waren, um sich um die Gräber zu kümmern. Doch eine Initiative sorgte nun für neue, stabile Fundamente, damit besonders alte Grabmale erhalten werden.

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Bei der Rettung zahlreicher Grabsteine auf dem Dorffreidhof packten viele Gottsdorfer freiwilligen mit an.

Quelle: Robin Knies

Gottsdorf. Trotz des grauen Novemberwetters und der eisigen Temperaturen versammelten sich am Samstagvormittag zahlreiche Gottsdorfer auf dem Dorffriedhof, um ihrem eigens ins Leben gerufenen Projekt – der Verschönerung ihres Friedhofs – den vorerst letzten Schliff zu verpassen. Seit August hatten sich Freiwillige aus dem Dorf getroffen, um einige der nicht mehr standsicheren Grabsteine in ein neues Fundament nahe dem Eingang des Friedhofs umzusetzen, und nun, passenderweise fast eine Woche vor Totensonntag, war der letzte Stein für dieses Jahr an der Reihe.

Gemeinde erstellt Konzept zur Friedhofs-Entwicklung

Die Idee zu dem Vorhaben entstand bereits Anfang des Jahres, als die Gemeinde Nuthe-Urstromtal die Aufgabe stellte, eine geeignete Konzeption zur Renovierung und Verschönerung der teilweise schon in die Jahre gekommenen Friedhöfe der Gemeinde zu entwickeln. So waren auch einige der älteren Grabsteine auf dem Gottsdorfer Friedhof bereits mit roten Aufklebern markiert, die signalisieren, dass der Grabstein locker oder nicht mehr standsicher war und im Notfall umgelegt oder abtransportiert werden müsste. Um das zu verhindern, schlug Ute Krüger, Initiatorin und Organisatorin des Projekts, die Umsetzung der Grabsteine in ein neues Fundament vor, um sie für die Nachwelt zu erhalten.

In Gottsdorf (Teltow-Fläming) wurde der Friedhof renoviert

In Gottsdorf (Teltow-Fläming) wurde der Friedhof renoviert.

Quelle: Robin Knies

Sowohl innerhalb der Verwaltung als auch bei den Nachbarn stieß sie damit auf Interesse und bekam Unterstützung. Mithilfe eines von der Gemeinde bereitgestellten Radladers und zahlreicher Freiwilliger wurden die Steine aus ihrem alten Fundament gehoben und an ihren neuen Platz am Eingang des Friedhofs gebracht. „Einige der Personen auf diesen Steinen haben gar keine lebenden Nachfahren mehr, bei anderen helfen die Familienmitglieder heute mit“, erklärte Ute Krüger, die sich sichtlich über das Gelingen ihres Vorhabens freute.

Elsa Schulze starb 1908 mit fünf Jahren – ihr Grabstein bleibt erhalten

So kann man unter anderem den Grabstein von Elsa Schulze sehen, die von 1903 bis 1908 in Gottsdorf lebte und nur fünf Jahre alt wurde. „So etwas kann man ja nicht einfach wegschmeißen, das ist schließlich ein echtes Stück Geschichte“, sagte Ute Krüger.

Der neu gestaltete Teil des Friedhofs mit alten Grabsteinen

Der neu gestaltete Teil des Friedhofs mit alten Grabsteinen.

Quelle: Robin Knies

Als dann schließlich der letzte Stein befestigt und geputzt war, gab es einen heißen Glühwein, um die Kälte aus den Fingern zu vertreiben, und die Organisatorin bedankte sich bei allen Helfern und Sponsoren für ihren Einsatz. Auch Monika Nestler, Bürgermeisterin der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, bedankte sich mit einem Brief und einem Strauß Blumen. „Dieses Projekt zeigt als gutes Beispiel, wie man alle Bürger eines Ortes integrieren und was man alles schaffen kann, wenn man nur miteinander spricht“, sagte Nestler.

Initiatorin will Projekt fortführen

Ute Krüger möchte das Projekt im nächsten Jahr weiter fortsetzen. „Es gibt noch viel über die Familien und Geschichten hinter den Grabsteinen zu erzählen, und das möchte ich auf jeden Fall mit einbinden“, kündigte sie an.

Von Robin Knies

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