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Ein Dorf versorgt sich selbst mit Wärme

Wahlsdorf startet Projekt mit Vorbildcharakter Ein Dorf versorgt sich selbst mit Wärme

Ein historischer Tag für den 323-Seelen-Ort Wahlsdorf (Teltow-Fläming): Am Donnerstag gab es den Startschuss für den Bau einer eigenen Wärmeversorgung. Was sich die Wahlsdorfer schaffen, könnte Vorbild für andere Gemeinden sein. Doch der Weg war lang und steinig.

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Vorstandsmitglieder, Ortsvorsteher, Banker, Politiker und Techniker beim ersten Spatenstich.

Quelle: Behrendt

Wahlsdorf. Glückliche Gesichter strahlten am Donnerstag um die Wette. Endlich konnte die Wärmegenossenschaft Wahlsdorf ihren ersten Spatenstich in den Boden rammen. Die Kommunen der Nachbargemeinden beäugen von Beginn an mit Interesse, was im 323 Einwohner zählenden Ortsteil der Stadt Dahme im Landkreis Teltow-Fläming auf die Beine gestellt werden soll.

Potentielle Nachahmer von Bürokratie abgeschreckt

2011 hatten mehrere Einwohner die Idee, ihre Wärmeversorgung selbst zu sichern. 48 gründeten im Jahr darauf die Genossenschaft, die nun 76 Mitglieder hat. Vorstandsvorsitzender Rainer Silex und Dahmes Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) erinnerten an den Hürdenlauf, der Nachbarorte bisher von der Nachahmung abhielt. Denn erst kam eine Ablehnung des Landes zum Förderantrag, dann musste man Änderungen bei den Förderrichtlinien und beim Erneuerbare-Energien-Gesetz beachten sowie eine Bank finden. Im Mai 2013 stellte man einen neuen Förderantrag. Im April dieses Jahres kam der Zuwendungsbescheid. Kredit habe allein die DKB gewährt, berichtete Silex, der den Mitgliedern für ihre Genossenschaftsanteile dankte. Darüber hätten die vielen Unterlagen für die Fördermittelanträge finanziert werden können. Pätzig sagte: „Das, was wir hier machen, ist das, was man sich unter der Energiewende von unten vorstellt.“ Für solche Projekte sollte die Politik dringend die Hürden senken.

400 Tonnen Kohlendioxid werden gespart

„Wir wollten heute schon fertig sein“, sagte Silex. Es werden 1,5 Millionen Euro investiert. 82 Abnehmer werden angeschlossen, wofür 4500 Meter Leitungen zu verlegen sind. 220.000 Liter Öl und 400 Tonnen Kohlendioxid würden gespart, wenn die 2,2 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr aus zwei Biogasanlagen an die Verbraucher geleitet werden; 2,5 Millionen Kilowattstunden sind möglich.

Dafür stellen zwei Betriebe die Abwärme ihrer Biogasanlage kostenlos zur Verfügung. „Wir nutzen die Abwärme zur Trocknung dann, wenn sie sowieso noch nicht zur Heizung benötigt wird“, erläuterte Hartmut Ilgner, Chef der Biogas Niederer Fläming GmbH und des Agrarbetriebs. Der zweite Lieferbetrieb ist die Greengas GmbH.

Leitungen sollen bis Weihnachten liegen

Ortsvorsteher Thomas März, eines von fünf Vorstandsmitgliedern der Wärmegenossenschaft, lobte, dass die Dorfgemeinschaft die Probleme gemeistert habe. „Wahlsdorf ist für die Zukunft gerüstet. Die Wärmegenossenschaft ist das größte Projekt im Ort. Heute wird es von der Theorie in die Praxis umgesetzt“, sagte er. Bis Weihnachten soll die Leitung bis zum Gutshaus liegen. Nach den Reden griffen Danny Eichelbaum (CDU), der sich über den EU-Abgeordneten Christian Ehler für die Verlängerung der Abrechnung bis Juni 2015 eingesetzt hatte, Thomas März, Rainer Silex, Banker Thorsten Schwamm, Ingenieur Lothar Kahl und Vorstandsmitglied Manfred Kranz zum Spaten.

Von Gertraud Behrendt

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