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Ein Festtag für die Klosterkirche

Kloster Zinna Ein Festtag für die Klosterkirche

Mit einem Festgottesdienst wurde die Sanierung der Zisterzienserkirche von Kloster Zinna gefeiert. Die Sanierung der Kirche hatte – je nach Sichtweise – Jahrzehnte in Anspruch genommen. Landesbischof Markus Dröger sprach deshalb in seiner Predigt von einem „Generationenprojekt“.

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Der evangelische Landesbischof Markus Dröge predigte von der barocken Kanzel herab.

Quelle: Peter Degener

Kloster Zinna. So voll wie an diesem Sonntag ist die alte Feldsteinkirche von Kloster Zinna wohl nur selten. Doch für die Gemeindemitglieder und viele an Architektur interessierte Besucher war der Tag auch ein wenig, als fielen Weihnachten und Ostern zusammen: Der offizielle Abschluss der Innensanierung der romanischen Klosterkirche wurde mit einem Festgottesdienst und einem Gemeindefest begangen.

Viele Besucher kamen zum Festgottesdienst am Sonntag

Viele Besucher kamen zum Festgottesdienst am Sonntag.

Quelle: Peter Degener

Landesbischof Dröge hielt die Predigt

„Wer Gebäude errichten will, die lange bleiben sollen, der braucht vor allem eines: Steine. Sie überdauern Jahrhunderte und sind äußerst haltbar“, begann Markus Dröge, der evangelische Landesbischof, seine Festpredigt von der barocken Kanzel der Kirche herab. „Kirche ist nicht nur die Summe aller Steine, die bei aller Haltbarkeit doch auch vergänglich sind“, sagte Dröge.

Der Stein allein habe keine Bedeutung, sondern der Geist, der sich mit ihm in Verbindung setzt. So könne daraus ein dunkles Verlies oder ein heller Versammlungsraum werden, eine Kirche oder eine Mauer. Ein solcher Raum lebe von den Menschen, die „lebendige Steine“ aus dem Material machen. Die Restaurierung der Klosterkirche und den Erhalt eines solchen Hauses nannte der Bischof ein „Mehrgenerationenprojekt“. Er sei dankbar für die vielen Menschen, die daran mitgewirkt haben.

Besonderer Dank für die Kirchenälteste

Einen besonderen Dank sprach die Superintendentin des Kirchenkreises Zossen-Fläming, Katharina Furian, nach dem Gottesdienst aus. Sie überreichte einen Rosenzweig an jene Person, die durch das stetige Öffnen der Kirche für Gäste und leidenschaftliche Führungen mit ihrem persönlichen, ehrenamtlichen Engagement über 25 Jahre lang das jetzt Erreichte mitbegleitet und vorangetrieben hat. Ingrid Rosenzweig, die Kirchenälteste, war bei dieser Geste ihr zu Ehren zu Tränen gerührt.

Superintendentin Katharina Furian (r) überreichte der engagierten Kirchenältesten Ingrid Rosenzweig zum Dank einen – nun ja, Rosenzweig

Superintendentin Katharina Furian (r.) überreichte der engagierten Kirchenältesten Ingrid Rosenzweig zum Dank einen – nun ja, Rosenzweig.

Quelle: Peter Degener

Auch der frühere Klosteraner Pfarrer Rolf-Peter Markowski kam zur Wiedereinweihung an seine einstige Wirkstätte. Er gehört zu den Initiatoren der Sanierung, die tatsächlich ein Generationenprojekt darstellt, das weit über die Bauabschnitte der vergangenen fünf Jahre hinausreicht.

Beginn der Sanierung war bereits vor 35 Jahren

„Genau betrachtet hat die Instandsetzung 35 Jahre gedauert. Sie begann, als ich 1982 als neuer Pfarrer die Christvesper in der Kirche feiern wollte, statt im gut geheizten Konversenhaus“, so Markowski. Gegen Widerstände und starken Protest der Gemeinde organisierte er die Erneuerung der zerstörten Fenster als erste Maßnahme. Sein Verdienst war die Sanierung der gesamten Hülle der Klosterkirche vom Dach bis zum Sockel über zwei Jahrzehnte.

Ingrid Rosenzweig wurde Anfang der Neunziger Jahre zur Kirchenältesten gewählt – was auf sie zukommen würde, ahnte sie nicht. Heute ist sie „sehr stolz“, denn der alte Zisterzienserbau ist für die 64-Jährige zum liebsten Kind geworden. Und sie selbst zur „Seele der Kirche“, wie Superintendentin Furian sagte.

Das Berliner Samuel-Scheidt-Ensemble mit Kreiskantor Peter-Michael Seifried an der Orgel begleitete den Gottesdienst

Das Berliner Samuel-Scheidt-Ensemble mit Kreiskantor Peter-Michael Seifried an der Orgel begleitete den Gottesdienst.

Quelle: Peter Degener

Konzerte in der Klosterkirche

Unabhängig von Gottesdiensten wird die Kirche von Kloster Zinna in diesem Sommer regelmäßig für Konzerte genutzt. Als wiederkehrende Veranstaltung beginnt am kommenden Sonntag die Reihe „Wandelkonzerte“. Jeden Sonntag bis zum 24. September geben junge Organisten ab 15 Uhr ein 20-minütiges Orgelkonzert. Anschließend gibt es eine Kurzführung zur Orgel.

Ein Konzerthöhepunkt dieser Saison soll das Brandenburgische Sommerkonzert „Große Meister im Kloster“ werden. Am 3. September ab 17 Uhr spielt das Duo Jan Vogler (Violoncello) und Martin Stadtfeld (Klavier) Werke von Bach, Beethoven und Mendelssohn Bartholdy.

Gemeindefest trotz dem Regen – im Inneren der Kirche

Welche Rolle so ein sanierter Bau für eine Gemeinde spielt, wurde deutlich, als die Sonne sich während des Gottesdienstes verzog und starker Regen die Feststimmung trüben wollte. Die Besucher flüchteten sich wieder in die Klosterkirche, lauschten den Restauratoren bei ihren Führungen und genossen bei angenehmen Temperaturen, dass ein Pfarrer einst einen Grundstein für den Erhalt gesetzt hat und die Gemeinde sich dem Projekt mit eigenem Engagement angeschlossen hatte. Denn wer Gebäude erhalten will, der braucht vor allem eines: Menschen.

Viele Gäste kamen aus dem Ort, der Stadt Jüterbog und auch dem weiteren Umland, um die restaurierte Zisterzienserkirche aus dem 13

Viele Gäste kamen aus dem Ort, der Stadt Jüterbog und auch dem weiteren Umland, um die restaurierte Zisterzienserkirche aus dem 13. Jahrhundert zu betrachten.

Quelle: Peter Degener

Von Peter Degener

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