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Teltow-Fläming Ein Flüchtlingskoordinator für Ludwigsfelde
Lokales Teltow-Fläming Ein Flüchtlingskoordinator für Ludwigsfelde
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09:23 28.01.2016
Das Ludwigsfelder Rathaus Quelle: Schlage
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Ludwigsfelde

In Ludwigsfelde bekommt die gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Berufsförderung (GAB) in diesem Jahr einen Zuschuss von 35 000 Euro für eine Koordinierungsstelle der Flüchtlingsarbeit. Das beschlossen die Stadtverordneten am Dienstag bei einer Gegenstimme. Angesichts von permanent mehr als 400 Flüchtlingen im Ort schaffen es Kreis, Kommune oder ehrenamtliche Helfer kaum, tagesaktuell den Überblick zu behalten, was wo und wann gebraucht wird. Dabei soll die Koordinierungsstelle helfen.

Die Gegenstimme dazu kam von Heiko Müller, dem einzigen Stadtverordneten mit Republikaner-Mandat. Er hatte sich an dem Begriff „Flüchtlinge“ gestoßen und verwies auf die zuletzt von Bürgermeister Andreas Igel (SPD) genannten 411 „Asylbewerber“. Müller überraschte die Stadtverordneten mit seiner Frage: „Wie viele anerkannte Flüchtlinge haben wir, die 35 000 Euro brauchen?“ Bürgermeister Igel erklärte, im Sinne der Menschen, die ohne Hab und Gut hier eine Bleibe suchen, nicht nach gerade anerkannten Flüchtlingen und noch Asyl begehrenden zu unterscheiden, das ändere sich ja täglich. Müller machte diese Rechnung auf: „Bei einer Anerkennungsquote von 1,5 Prozent hätten wir bei 411 Asylbewerbern acht Flüchtlinge. Und die brauchen 35000 Euro von der Stadt? Ich weiß, das ist dummer Populismus, bitte aber, exakt zu sein.“ Sein Argument: Die Kommune solle nicht Geld ausgeben für Leistungen Asylsuchender, die der Bund mit dem zuständigen Bundesamt zu zahlen hätte.

GAB-Geschäftsführer Henri Vogel erklärte das Finanzierungskonzept für die neue Stelle, für die die GAB dieses Jahr vorerst 90 000 Euro plant. Der städtische Zuschuss sei für Personal- und Sachkosten gedacht. Außerdem kalkuliert Vogel allein 2000 Euro für Dienstleistungen wie etwa Übersetzungsarbeiten. Und Vogel erklärte: „Unsere Lagerkosten lagen 2015 bei 120 Prozent der Vorjahre.“ Wie berichtet sammelte die GAB zwar viel Kleidung für Flüchtlinge, hatte jedoch selbst nicht ausreichend Lagerräume, so dass weitere Flächen angemietet werden mussten. Ob sein Finanzkonzept für die neue Koordinierungsstelle aufgehe, wisse er nicht, so Vogel. Er versprach, der Verwaltung und den Stadtverordneten Feedback.

Von Jutta Abromeit

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