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Ein Jahr Gefängnis, zwei Bewährungsstrafen

Luckenwalde Ein Jahr Gefängnis, zwei Bewährungsstrafen

Drei Angeklagte aus Luckenwalde wurden am Montag vom dortigen Amtsgericht trotz unterschiedlicher Zeugenaussagen der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung für schuldig gesprochen. Sie hatten vor gut einem Jahr vier Personen verprügelt. Zwei Angeklagte wurden auf Bewährung verurteilt und ein Beschuldigter zu einer einjährigen Haftstrafe.

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Das Amtsgericht Luckenwalde verurteilte drei Angeklagte vor allem aufgrund ihrer vielen Vorstrafen.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Es war vor ziemlich genau einem Jahr: Am 13. August 2016, tief in der Nacht, kam es zu einer Schlägerei auf dem Platz vorm Luckenwalder Kreishaus. Darüber wurde am Montag am Luckenwalder Amtsgericht verhandelt.

An jenem Abend hatte eine Musik-Session auf dem Boulevard stattgefunden. Danach wollten einige den Abend noch nicht beenden. Cristopher W., damals 30, saß auf einer Bank vorm Kreishaus, seine Freundin Julia B. (21) auf seinem Schoß, sein Bruder Philipp W. (27) und der Freund Hans-Christian N. (25) standen daneben, so die Rekonstruktion des Abends. Bis auf die jung Frau hatten alle schon ein paar Biere intus. Da näherten sich „ein paar Herrschaften“, wie sich die vier Zeugen im Verfahren ausdrückten, und wurden nach einem „dummen Spruch von Christoph, der nicht so gut ankam“, wie Zeuge N. sagte, von ihnen angegriffen.

Unterschiedliche Zeugenaussagen

Wie viele „Herrschaften“ es genau waren, die da ankamen, und wie viele von ihnen die Fäuste fliegen ließen, dazu machten die vier einzeln vernommenen Zeugen unterschiedliche Angaben. Auch konnten sie nicht genau sagen, wer von den drei Angeklagten nun genau wen geschlagen und die am Boden liegenden Opfer getreten hatte.

Nur bei Manuel D. waren sich alle einig, dass er einer der Schläger war. Bei den beiden anderen Angeklagten, David P. und David S., war es mal der eine, mal der andere, mal war es insgesamt nur einer. Nur Julia B. identifizierte alle drei. Sie hatte offensichtlich die klarsten Erinnerungen an diese Nacht. Dabei schilderte sie den Tathergang anders als beispielsweise ihr Freund. So wollte Christopher W. von dem Angeklagten Manuel D. von vorn ins Gesicht geboxt worden sein, während sie behauptete, dass ihr Freund von hinten geschlagen wurde. Sie war es auch, die D. „eine geknallt hatte“, als dieser gerade ihren Freund von wo auch immer am Kopf getroffen hatte.

Angeklagte schweigen sich aus

Die drei Angeklagten, alle Anfang 30, alle aus Luckenwalde, schwiegen sich aus, dafür versuchten ihre drei Verteidiger die Angaben der Zeugen ständig zu hinterfragen und sie mit den teilweise anderslautenden Vernehmungsprotokollen der Polizei zu konfrontieren. Drei weitere Zeugen sollten wohl die Angeklagten entlasten, was aber nicht so recht gelang. Die Rechtsanwälte plädierten auf Freispruch, da ihren Mandanten die konkrete Tat nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden sei.

Hauptbeschuldigter kommt glimpflich davon

Die Richterin schloss sich aber der Meinung des Staatsanwalts an, dass es sich hierbei zweifelsfrei um eine gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung handle. Bei dem Strafmaß kam Manuel D. mit sieben Monaten auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit noch am glimpflichsten davon, weil er nur eine nicht gleichartige Vorstrafe vorzuweisen hatte. Die anderen beiden hatten indes schon einiges auf dem Kerbholz. David S. erhielt zehn Monate auf Bewährung und 1000 Euro Geldstrafe und David P. sogar ein Jahr Haftstrafe ohne Bewährung, weil die Tat innerhalb eines Bewährungszeitraums verübt wurde.

Von Hartmut F. Reck

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