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Teltow-Fläming Ein Kamin heizt die Bahnhofshalle
Lokales Teltow-Fläming Ein Kamin heizt die Bahnhofshalle
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12:16 01.12.2017
Lion Dehnicke aus Dahme freut sich über das Kaminfeuer, das in der Wartehalle des Jüterboger Bahnhofs brennt. Quelle: Foto: Peter Degener
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Jüterbog

Pünktlich mit der Adventszeit ist es am Jüterboger Bahnhof plötzlich sehr gemütlich geworden. Seit ein paar Tagen prasselt ein Holzfeuer in einem Kamin in der Wartehalle. Davor laden Stühle und Tische dazu ein sich zu wärmen, während man auf Bus oder Bahn wartet. Auf einem Bildschirm laufen Nachrichten und mit einem Imbissangebot will Bahnhofsbesitzer Konrad Ertl Touristen und Pendlern die Zeit verkürzen. Leuchtende Weihnachtsdekoration spendet zusätzlich optische Wärme. Zum ersten Advent kommt noch ein großer Weihnachtsbaum hinzu.

„Ich komme aus Dahme und warte gerade auf meinen Bus. Die Möglichkeit, sich hier ein bisschen aufzuwärmen, finde ich gut. Als ich heute früh nach Ludwigsfelde musste, war ich auch schon hier“, sagt Lion Dehnicke, der regelmäßig am Jüterboger Bahnhof umsteigt, über das neue Angebot.

Der Eingang zur Wartehalle des historischen Bahnhofsgebäudes. Quelle: Peter Degener

Doch Ertl muss sich die Sympathie mancher Jüterboger noch erkämpfen, die sich zumindest in Teilen mit dem bisherigen Anbieter solidarisch verhalten. Bis Ende Oktober gab es in der Wartehalle des Bahnhofs zwar nur eine Bank, aber hinter den zwei Verkaufsfenstern standen altbekannte und von vielen liebgewonnene Gesichter. Doch die Firma des Betreibers Marc Rosenthal ist von Ertl gekündigt worden. Rosenthal, der deutschlandweit 13 DB-Agenturen betreibt, zog kurzerhand in ein Nebengebäude, wo seine Mitarbeiter weiterhin Fahrkarten und allerlei Dinge für den täglichen Bedarf anbieten. Und viele Jüterboger zogen mit, kaufen trotz des kleinen Umwegs nun dort ihren Kaffee, ihre Zigaretten und ihr Ticket.

Aber es gibt auch Ärger

Mancher scheint sich nicht nur über die neue Konkurrenz am Bahnhof, sondern auch über Konrad Ertl selbst zu ärgern. Sein Auto wurde vor einigen Tagen zerkratzt und mit Kakao übergossen. Er parke rücksichtslos, werfen ihm Kunden des Rosenthal-Shops vor. Tatsächlich muss man sich an dem Wagen vorbei zwängen, wenn man vom Shop der Konkurrenz im Nebengebäude des Bahnhofs mit Gepäck zum Bahnsteig will. Andererseits war dort bis vor kurzem noch eine Sackgasse, in der Ertl sein Auto stets ohne Publikumsverkehr geparkt hat. Nun wurde eine Metallabsperrung zum Bahnsteig hin geöffnet, sodass Ertls Auto nun nicht mehr in einer Sackgasse steht, sondern im Weg – selbst wenn er äußerst nah an der Mauer parkt.

Der Wartehalle im Bahnhof Jüterbog im Advent, rechts im Bild der Kamin. Quelle: Peter Degener

Ein anderer Vorwurf betrifft den Ticketverkauf. So sollen Kunden in Ertls Shop falsche Tickets bekommen haben, was dann bei der Kontrolle im Zug unangenehm aufgefallen wäre. „Es gab tatsächlich einen Fall, wo anstelle einer Schüler-Monatskarte ein Mobilitätsticket verkauft worden ist“, sagt René Hoffmann, der die drei neuen Angestellten von Ertl im Kiosk anleitet. Doch dies sei der einzige Fall gewesen und man habe den Fehler am Tag darauf korrigieren können, so Hoffmann. Dass er und seine Kollegen nicht die nötigen Qualifikationen für das komplizierte Ticketsystem der Deutschen Bahn hätten, weist er zurück. „Wir sind im Ticketsystem geschult worden“, sagt Hoffmann, notfalls könne man Rücksprache halten. Bei der Deutschen Bahn sei eine Beschwerde eingegangen, die derzeit geprüft werde, sagte ein Sprecher auf MAZ-Anfrage.

Beitrag zur Attraktivität

Konrad Ertl verteidigt seine Angebot. „ Ich bin mir sicher, dass damit ein Beitrag zur Attraktivität der Stadt Jüterbog geleistet wird“, sagt Ertl. Zu seinen Neuerungen gehören auch kostenfreies WLAN-Internet für Wartende und ein Wäscheservice. Ab Dezember will er auch als DHL-Paketshop firmieren. Auch sein Ticketverkauf laufe gut, sagt Ertl. Abgesehen von einem kalten Winter, der Wartende an den Kamin treibt, könnte bald noch ein von vielen ersehntes Angebot als Argument hinzukommen: eine öffentliche Toilette. Ertl verspricht, dass es nach langen Verzögerungen demnächst soweit sein wird. „Ich will bis zum zweiten Advent Toiletten zur Verfügung stellen“, sagt Ertl.

Von Peter Degener

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