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Teltow-Fläming Ein Kerl wie ein Fels
Lokales Teltow-Fläming Ein Kerl wie ein Fels
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00:35 12.11.2015
Max Moor liest im Kulturkraftwerk aus seinem jüngsten Buch . Quelle: Ott
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Zossen

Viele der Fans von Max Moor, die am Freitagabend das Kulturkraftwerk in Zossen bis auf den letzten Platz füllten, kannten den Schauspieler und Fernsehmoderator noch unter dem Vornamen Dieter. Denn als Dieter Moor hat er Bücher geschrieben, die Bestseller wurden. Vor zwei Jahren legte der Mann seinen gehassten Vornamen ab und nannte sich fortan Max.

Max Moor ist Schweizer, und ein Kerl wie ein Fels. Bühnenpräsenz und kraftvolle Stimme sind seine Markenzeichen. Voller komödiantischer Lust führte er die Besucher mit seinem neuen Buch „Als Max noch Dietr war“, eine Art fiktiver Biografie, in die Schweiz der sechziger Jahre. Er ließ sie teilhaben an der Sinnsuche des Großvaters, der eines Morgens erwachte und tot war, an der Sehnsucht des kleinen Dietr, der hofft, ein Leben möge ausreichen, um die Schönheit der ganzen Schweiz kennenzulernen. Da gibt es der Vati, das Mutti, die Vreni und der Matti. Und jede Menge anderer sprachlicher Merkwürdigkeiten. Dass Deutsche meinen, Schweizerisch sei keine Sprache, eher eine Halskrankheit, bekannte der Autor, der so vehement, so unterhaltsam aus seinem Buch las, nein, er spielte es geradezu vor, diese Formulierung trifft es wohl eher, dass der Abend in Nullkommanichts zu Ende war.

Max Moor schafft die Bilder im Kopf, etwa wenn Dietr mühsam im Regen mit Mutter, Vater und den Geschwistern über den Gotthard wandert und sich die Elefanten wünscht, die einst der Feldherr Hannibal dabei hatte. Denn nur vom Rücken eines Elefanten aus könne man die Schönheit des Berges genießen, meint der Junge, nicht aber unter einer Regenpelerine, von der das Wasser in den Halsausschnitt läuft und schließlich Hemd, Hose und sogar die Wanderschuhe nass werden lässt. So lernt er die Schönheit der Steine kennen, auf die er sich setzt und auf der schon die Roten Ameisen sitzen. „Ein Kabinettstückchen, die Beschreibung dieses Familienausfluges“, schwärmte Rainer Menzel aus Halbe. Er gehört zur Fangemeinde und war bereits das dritte Mal zu einer Lesung von Max Moor im Kulturkraftwerk.

Beeindruckt von der schauspielerischen Leistung des Schweizers zeigten sich auch Ines und Jens Krüger aus Groß Kienitz sowie der Wünsdorfer Johann Cieslak. Kerstin Niemeyer vom Kulturkraftwerk sagte: „Max Moor ist bei aller Bekanntheit bodenständig geblieben. Sehr sympathisch.“ Die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Vereins Kulturkraftwerk Zossen wünschte sich „auch für die Veranstaltung mit Purple Schulz am 20. November wieder ein volles Haus.“

Von Gudrun Ott

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