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Teltow-Fläming Ein Kirchenfest mit viel Biss
Lokales Teltow-Fläming Ein Kirchenfest mit viel Biss
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22:55 31.10.2016
Die „Kirchliche Wach- und Schließgesellschaft“, alias Pfarrer Bernhard Gutsche (l.) und zwei Mitglieder des Gemeindekirchenrates, sorgten als Bodyguards für den Transport der historischen Kiste. Diese wird später von Tetzel im Mönchenkloster in Empfang genommen. Quelle: Iris Krüger
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Jüterbog

Ein verführerischer Duft überzieht den Vorplatz des Kulturquartiers Mönchenkloster und lässt die Passanten neugierig näher kommen. Vor dem Eingang des altehrwürdigen Gebäudes stehen die Mitglieder des Heimatvereins Jüterboger Land und bereiten mit einem historischen Klemmeisen die Klemmkuchen zu. Die Besucher lassen sich nicht lange bitten, immer mehr versammeln sich auf dem Platz und greifen zu. Auch im Inneren des Kulturquartiers riecht es lecker. Dort laden verschiedene kulinarische Spezialitäten aus der Region zum Verkosten ein.

Auftaktveranstaltung

„Reformation schmecken“, so lautete die Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr der Reformation, zu der am Reformationstag geladen wurde. Das Event, das von der Stadt, der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai und dem Heimatverein Jüterboger Land organisiert wurde, machte dem Motto alle Ehre. Zu probieren gab es zum Beispiel das Knobinger Bier von der Knobinger Brauerei – frisch vom Fass oder als Flasche. Marcel Krüger vom „Fuchsbau“ servierte originelle Hexensuppe, der Freundeskreis Kulturquartier Mönchenkloster hatte Schnittchen vorbereitet und am Stand des Keks-Shops gab es „Jüterboger Spitzbuben-Kekse“. Zur Unterhaltung spielte das Ensemble „Laranjas“, das musikalisch die Epoche der Renaissance zu Gehör brachte. Höhepunkt der Veranstaltung war das publikumswirksame Eintreffen der historischen Geldtruhe aus der Nikolaikirche – dem ersten Ausstellungsstück für die geplante Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum.

Exponat aus dem 15. Jahrhundert

Drei Bodyguards, alias Pfarrer Bernhard Gutsche sowie zwei weitere Mitglieder des Gemeindekirchenrates, hatten die ehrenvolle Aufgabe, den gefahrenvollen Transport zu bewerkstelligen. In einem Transporter der „Kirchlichen Wach- und Schließgesellschaft thesaurus sanctus“ wurde das Exponat aus dem 15. Jahrhundert vor die Kirche gefahren und vor versammeltem Besucherscharen in das Mönchenkloster getragen. Selbst bei der Übergabe an Tetzel persönlich blieben die drei Beschützer in ihrer Rolle und ließen die Kiste nicht aus ihren Augen. Als Tetzel, alias Falk Kubitza, mit dem Verkauf der Ablassbriefe begann, waren die von der Aktion begeisterten Gäste nicht mehr zu halten. „Ich hab gleich zwei genommen, das ist sicherer, weil ich eine Menge angestellt habe“, sagte Raimund Siegel, der als Orgel-Raimund bekannt ist. Inge Fuhr war mit ihrer Wandergruppe gekommen. „Wir verfolgen mit viel Interesse die Aktivitäten zur Reformation. Wir freuen uns, dass so viel geboten wird“, sagte sie. Auch sie hat einen Ablassbrief erstanden. „Der ist für meine Freundin zum 50. Geburtstag.“

Von Iris Krüger

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