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Ein Laden, den (fast) alle wollen

Geschäft im Gesundheitszentrum Blankenfelde soll ausziehen Ein Laden, den (fast) alle wollen

Ende des Jahres soll Tuyet Thi Tran ihren Laden im Gesundheitszentrum Blankenfelde räumen. Dann läuft der Mietvertrag aus - nach neun Jahren. Eine Katastrophe, finden viele Kunden und kämpfen für den Laden. Auch die Gemeinde setzt sich ein. Doch ihre Chancen sind schlecht.

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Ende des Jahres muss der Laden leergeräumt sein.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelder. Im Schaufenster hängt ein großes Schild: Räumungsverkauf. Eigentlich läuft Tuyet Thi Trans Mietvertrag noch bis Ende des Jahres, doch ihr Geschäft im Erdgeschoss des Blankenfelder Gesundheitszentrums ist bis unter die Decke gefüllt. „Alles muss weg“, sagt Tuyet Thi Tran. Jacken, Pullover, Hosen, Unterwäsche – keine Haute Couture, sondern vor allem praktisch und preiswert wollen es ihre Kunden.

Mitte Oktober erhielt die Geschäftsfrau von der Gesundheitszentrum Blankenfelde GmbH (GZB) einen Brief, dass ihr Mietvertrag im kommenden Jahr nicht verlängert wird. Nach neun Jahren soll Tuyet Thi Tran ausziehen – für sie und viele ihrer Kunden eine Katastrophe.

Im Blankenfelder Rentnertreff machten die ihrem Ärger Luft. „Es wäre so schade, wenn die Frau raus muss“, hieß es immer wieder. Rund 200 Unterschriften sind mittlerweile zusammengekommen. „Wir erwarten, dass die Gemeinde dazu Stellung nimmt“, sagt Sabine Schurig. Auch Bernd Habermann, Ortsbürgermeister von Blankenfelde, hat kein Verständnis dafür, dass die GZB, die der Gemeinde gehört, den Mietvertrag nicht verlängern will. Er will das Thema demnächst in der Gemeindevertretung auf die Tagesordnung bringen.

Tuyet Thi Tran ist so viel Engagement fast ein wenig unangenehm. Sie möchte nicht im Mittelpunkt stehen. Lieber steht sie an der Nähmaschine, näht Hosen kürzer oder setzt einen neuen Reißverschluss ein. „Ich will kein Hartz IV. Ich möchte für meine Kunden da sein“, sagt sie. Ihre Kunden sind vor allem Bewohner des benachbarten Seniorenheims und Patienten, die die Wartezeit beim Arzt überbrücken. Wenn es sein muss, bringt sie die Sachen nach Feierabend zu den Kunden nach Hause. Eine Kundin, die seit Jahren kommt, versteht nicht, dass das Geschäft schließen soll. „Furchtbar ist das. Da wird eine Existenz zerstört. Wir haben hier sonst kaum Geschäfte“, sagt sie.

Bei der GZB findet man nur gute Worte für Tuyet Thi Tran. „Sie war eine zuverlässige Mieterin“, sagt Geschäftsführerin Claudia Stoll-Hagen. Der Vertrag sei dennoch nicht verlängert worden, weil der Pflegedienst Bürgerhilfe der Volkssolidarität, der die Räume neben an hat, mehr Platz braucht. „Wir können nicht verantworten, dass der Pflegedienst auszieht“, sagt Claudia Stoll-Hagen. Die Räume im Gesundheitszentrum seien in erster Linie für Gesundheitsdienstleister gedacht.

„Ich hoffe aber, dass der Laden dem Ort erhalten bleibt“, sagt die GZB-Geschäftsführerin. Deshalb habe sie nach Alternativen gesucht und schlägt einen Umzug in die Grüne Passage vor. Tuyet Thi Tran sieht das Angebot skeptisch. „Ich weiß nicht, ob meine Kunden den Weg laufen werden.“

Von Christian Zielke

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Neubeginn in der Grünen Passage in Blankenfelde

200 Unterschriften und viele zufriedene Kunden haben Duong Anh Nguyen und Tuyet Tran Thi nicht vor einem Umzug bewahrt. Sie müssen mit ihrem Geschäft vom belebten Gesundheitszentrum in die Grüne Passage umziehen. Dort ist es eher ruhig. Eine Tür zum Einkaufszentrum ist sogar gesperrt.

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