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Ein Leben lang Feuerwehrmann

Dahmeland-Fläming Ein Leben lang Feuerwehrmann

Über 2000 Mitglieder zählen die Alters- und Ehrenabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming. Auch wenn diese nicht mehr aktiv an Einsätzen teilnehmen dürfen, sind sie ein wichtiges Standbein der Feuerwehren.

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Immer im Dienste der Feuerwehr: Die Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Kallinchen mit Ulrich Wolter, Horst Dreßler, Harri Majsnerowski und Alfred Pycel (v.l.)

Quelle: Danilo Hafer

Dahmeland-Fläming. Ulrich Wolter und drei Kameraden sitzen im Versammlungsraum der Feuerwehr Kallinchen, als plötzlich die Sirene ertönt. „Was ist denn nun schon wieder los?“, fragt Ulrich Wolter, bleibt dabei aber ganz gelassen. In dem Moment kommt aus dem Faxgerät in der Ecke auch schon die Einsatzmeldung. Die vier Feuerwehrmänner öffnen schon einmal das Tor der Fahrzeughalle, damit die Kameraden schneller ausrücken können. Denn selbst mit zum Einsatz fahren dürfen Ulrich Wolter, Horst Dreßler, Harri Majsnerowski und Alfred Pycel nicht mehr. Die vier Männer bilden die Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Kallinchen. „Bei einem Alarm machen wir noch die Tore auf und zu“, sagt Ulrich Wolter. Dennoch steige auch bei ihnen jedes Mal der Puls . „Natürlich würde man gerne noch mal mit rausfahren, aber wir sind halt zu alt“, sagt Wolter.

Über 2000 Mitglieder in der Region

Trotzdem kommt für die meisten ein Austritt nicht in Frage. Wer einmal Feuerwehrmann mit Leib und Seele war, der bleibt es meist sein Leben lang. So zählen die Alters- und Ehrenabteilungen der freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Dahme-Spreewald inzwischen 1362 Mitglieder. Im Kreis Teltow-Fläming sind es 974 Kameraden. Sie seien ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehren, sagt Hartmut Plock, Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Teltow-Fläming. „Die Kameraden der Alters- und Ehrenabteilungen haben eine langjährige Erfahrung, von der auch die Jüngeren profitieren“, so Plock. Dieser Erfahrungsaustausch fördere den Gemeinschaftssinn innerhalb der einzelnen Wehren. „Es wäre nicht gut, wenn die Kameraden, nur weil sie zu alt sind, komplett aus der Feuerwehr austreten müssten, dafür haben sie einfach zu viel geleistet“, sagt Plock.

Alters- und Ehrenabteilung bewahrt auch die Geschichte der Feuerwehr

Für Mathis Liebe, Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Dahme-Spreewald, gehört es auch zu den Aufgaben der Alters- und Ehrenabteilungen, die Geschichte zu bewahren und an die nächsten Generationen weiter zu geben. „Niemand kann besser berichten, wie sich die Arbeit der Feuerwehr verändert hat, als die Kameraden dieser Abteilung“, sagt Liebe. Er nenne die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilungen inzwischen liebevoll „Unsere Feuerwehr-Opas“.

Hintergrund

Männer und Frauen , die das 65. Lebensjahr erreicht haben, dürfen in Brandenburg nicht mehr aktiv an Einsätzen der Feuerwehr teilnehmen. Damit sie dennoch weiterhin ein Teil der Kameradschaft bleiben können und der Kontakt zur Feuerwehrarbeit nicht abreißt, gibt es die Alters- und Ehrenabteilungen. Neben dem Erreichen der Altersgrenze können auch gesundheitliche Probleme zu einem Übertritt in die Alters- und Ehrenabteilung führen

198745 Kameraden sind deutschlandweit in den Alters- und Ehrenabteilungen der freiwilligen Wehren organisiert. Bei den Berufsfeuerwehren, die es vor allem in großen Städten gibt, sind es noch einmal 837 Männer und Frauen.

Je nach Größe der Feuerwehr sind auch die Alters- und Ehrenabteilungen unterschiedlich groß. Sie können von vier bis über 100 Mitglieder haben.

In den meisten Fällen bringen sich die Kameraden der Alters- und Ehrenabteilungen weiterhin aktiv ein. „Bei größeren Einsätzen kümmern sich auch viele ältere Kameraden um die Versorgung ihrer aktiven Kollegen“, sagt Hartmut Plock. Doch nicht nur dort. Denn kaum ein Dorffest wäre ohne die Hilfe der freiwilligen Feuerwehren und somit auch der Alters- und Ehrenabteilungen zu organisieren. Einige würden sich nach ihrer aktiven Zeit auch bei der Jugendarbeit einbringen und dort ihre Erfahrungen weitergeben. Im Grunde ginge es vor allem darum, nach vielen Jahren aktiver Feuerwehrarbeit und unzähligen Einsätzen, weiterhin eine Aufgabe zu haben und ein Teil der Feuerwehr zu sein.

Die Kameraden aus Kallinchen haben schon viel erlebt

Auch die vier Herren in Kallinchen sind froh, noch gebraucht zu werden. „Im Grunde ist es unsere Hauptaufgabe, den Heimatverein bei den vielen Festen in und um Kallinchen zu unterstützen“, sagt Harri Majsnerowski. Der 82-Jährige ist schon seit 1956 Mitglied der Feuerwehr Kallinchen und derzeit das älteste Mitglied. Über die Jahre habe sich auch bei den Feuerwehren einiges geändert, sagt er. „Früher hatten wir nur ein Strahlrohr, drei Schläuche und eine Pumpe, heute sind die ganzen Fahrzeuge mit Computertechnik ausgestattet.“ Harri Majsnerowski und Ulrich Wolter sind besonders die Waldbrände in den 60er und 70er-Jahren auf dem Truppenübungsplatz in Erinnerung geblieben. „Damals mussten wir noch mit einem einfachen Spaten die Brände bekämpfen“, erzählt Ulrich Wolter.

Auch im hohem Alter sind Wettkämpfer ein großer Spaß

Die beiden Feuerwehrleute könnten noch viele weitere Geschichten erzählen. Vom Bau des Schlauchturms oder der Restaurierung der alten Feuerwehrspritze, mit der sie fast jedes Jahr zu Wettkämpfen nach Polen fahren. „2012 haben wir dort sogar den ersten Platz belegt“, erzählt Ulrich Wolter stolz.

Von Danilo Hafer

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