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Teltow-Fläming „Ein Ort des Schreckens“
Lokales Teltow-Fläming „Ein Ort des Schreckens“
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00:25 25.12.2015
Der Blankenfelder Heimatforscher Frank Hummeltenberg. Quelle: Zielke
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Blankenfelde

Wer an ein Krankenhaus denkt, denkt an Hilfe, Heilung und Zuwendung. Im einstigen Ausländerkrankenhaus Mahlow herrschten andere Zustände: Krankheit, Vernachlässigung, Tod. Etwa 1400 Menschen starben dort zwischen 1941 und 1945. Die allermeisten von ihnen waren Zwangsarbeiter, die in Berlin schuften mussten und durch Arbeit, Unterernährung und Krankheit geschwächt wurden. Die Ärzte – selbst Zwangsarbeiter aus Osteuropa – hatten dem Elend nur wenig entgegenzusetzen.

Kaum jemand hat sich mit der Geschichte des Ausländerkrankenhauses so intensiv beschäftigt wie Frank Hummeltenberg. Der in Blankenfelde lebende Heimatforscher hat seine Erkenntnisse in einer Broschüre veröffentlicht, die der Kulturverein Blankenfelde herausgibt. „Es war ein Ort des Schreckens“, sagt der 74-Jährige über den Ort, der heute eine Gedenkstätte ist. Dass man sich heute daran erinnert, ist in erster Linie Frank Hummeltenberg zu verdanken. 1990, also kurz nach dem Fall der Mauer, hörte er zum ersten Mal davon. „Ich konnte das gar nicht einordnen“, erzählt er. Seine Nachbarin Hilde Kähler hatte ihn darauf gestoßen. Sie arbeitete zu der Zeit in Blankenfelde und erinnerte sich an Menschen hinter Stacheldraht, an viele Särge, die zu dem Lager gebracht wurden und dass es – wenn der Wind von Nordwesten wehte – nach Krematorium roch. Als Hilde Kähler kurz darauf starb, fehlte Hummeltenberg seine wichtigste Zeitzeugin. Doch die Archive gaben zunächst wenig her, auffällig waren vor allem die Einträge in den Sterbebüchern der Gemeinde Mahlow. Da das Ausländerkrankenhaus organisatorisch dem Hauptgesundheitsamt Berlin unterstellt war, fand sich in Brandenburg kaum etwas dazu. Immer wieder gab es Verwechslungen mit dem Reichsbahnlager im Roten Dudel in Mahlow. Selbst die Lisa Walter, Witwe des Nazi-Gegner Herbert Tschäpe, konnte keine Aufklärung bringen. „Ich habe ganz viele Mosaiksteinchen gesammelt“, sagt Frank Hummeltenberg. Bald wurde ihm klar, dass das Gelände auf dem sich zu DDR-Zeiten das pharmazeutische Werk Blankenfelde befand und wo mehrere kleine Unternehmen ihren Sitz hatten, eine grausame Vorgeschichte hatte.

Mit der neuen Publikation lässt der Kulturverein auch die Blankenfelder Blätter wieder aufleben. Diese waren seit dem Tod des Vereinsvorsitzenden Bernd Heimberger im Januar 2013 nicht mehr erschienen. Die nächsten Blankenfelder Blätter widmen sich der Geschichte des NS-Gegners und Spanien-Kämpfers Hans Maassen.

Info: Erhältlich ist die Broschüre in der Alten Aula, in der Blankenfelder Buchhandlung und im Schreib- und Leseland Mahlow.

Von Christian Zielke

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