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Ein Paar in Ludwigsfelde malt mit Seifenblasen

Ludwigsfelde Ein Paar in Ludwigsfelde malt mit Seifenblasen

Schillernde Gebilde wie Seifenblasen einfangen? Und sie auf einem Untergrund festhalten, sogar ganze Bilder malen wie der Künstler Jiri Georg Dokoupil? Der Deutsch-Tscheche aus der Gruppe Mülheimer Freiheit verrät sein Geheimnis nicht. Doch Renata Tillner und Karl Richter aus Ludwigsfelde kommen dem Festhalten von Seifenblasen mit vielen Experimenten auf die Schliche.

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Ruhig schaut Renata Tillner wabernder Lauge zu, zieht sie sanft über schwarz grundierte Leinwand.

Quelle: Fotos: Abromeit (4)

Ludwigsfelde. „Mama, so ein Bild möchte ich haben!“ Das sagte Renata Tillners Tochter vor Riesen-Seifenblasen auf einer Leinwand, einem Werk von Jiri Georg Dokoupil in einer Londoner Kunstausstellung. Das ist anderthalb Jahre her. Das Bild konnte die Hamburgerin Renata Tillner nicht kaufen, es war viel zu teuer. Und malen konnte es die passionierte Hobbykünstlerin auch nicht. Obwohl sie schon seit Jahren mit beachtlichen Ergebnissen Landschaften und Porträts in Öl und vielen Lieben schon Wunschbilder gemalt hatte.

Der Moment, in dem das Laugen-Pigment-Gemisch vom „Pinselwerkzeug“ reißt

Der Moment, in dem das Laugen-Pigment-Gemisch vom „Pinselwerkzeug“ reißt.

Quelle: Jutta Abromeit

„Aber diese gebannten großen Seifenblasen, die hatten es mir angetan und ließen mich nicht mehr los. Ich wollte einfach wissen, wie sowas geht“, erzählt sie. Inzwischen lebt die Rentnerin in Ludwigsfelde und hatte Karl Richter, ihren neuen Lebensgefährten, mit diesem Wissen-wollen-wie’s-geht angesteckt. Und so machten sich die gelernte Außenhandelskauffrau und der frühere Ingenieur-Pädagoge gemeinsam auf die Suche nach dem Geheimnis der gebannten Seifenblasen. „Denn wie er das macht, das hat uns der Künstler nicht verraten. Aber ich wollte meiner Tochter doch irgendwann den Wunsch erfüllen“, sagt Renata Tillner.

Mit Acryl ging’s gar nicht

Jiri Georg Dokoupil gehört zur Künstlergruppe Mülheimer Freiheit und erfindet unaufhörlich neue Techniken. Mit denen experimentiert er exzessiv. Eine dieser Techniken ist das „Soup Bubble Painting“, das Seifenblasen-Malen. 20 Jahre hatte er gebraucht, bis er seine in dieser Technik geschaffenen Werke ausstellte. Ohne Anleitung begannen die beiden Ludwigsfelder 2015 selbst zu experimentieren. „Angefangen haben wir mit Acryl. Aber das ging gar nicht“, erzählt Karl Richter. Er war es auch, der Stahldraht im Künstlerbedarf kaufte und bei einem Metallbauer Drahtschlingen mit Griff daraus fertigen lässt. Etwa 20 „Pinselringe“ verschiedener Durchmesser haben die beiden 77 und 75 Jahre alten Künstler mittlerweile.

Je nach Winkel können einzelne gebannte Seifenblasen sogar die Farbe wechseln

Je nach Winkel können einzelne gebannte Seifenblasen sogar die Farbe wechseln.

Quelle: Jutta Abromeit

Immer wieder erlebten sie Enttäuschungen. „Manchmal haben wir zwei, drei Tage pausiert, um Abstand zu gewinnen und wieder neu beginnen zu können“, erzählt sie. Und er sagt: „Das alles ist für mich ja sehr spannend. Denn von Kunst hatte ich doch bis zu unserer Partnerschaft keine große Ahnung.“

Erst mit Pigmenten fängt das Seifenblasen-Malen an Spaß zu machen

Dann gelingen erste Versuche, doch nur auf weißem Untergrund. „Mit schwarzem Untergrund funktionierte es immer noch nicht, die Farben haben ihre ganze Brillanz verloren“, sagt Renata Tillner. Erst als sie beginnen, mit Pigmenten zu experimentieren, wird es besser. Und heute macht es beiden Spaß, immer neue Farben und Formen zu bannen, der Flüssigkeit aus Seifenlauge und Pigmenten beim Verlaufen zuzuschauen. Doch das Experimentieren lässt die beiden nicht los. Inzwischen können sie sogar Seifenblasen festhalten, die ihre Farbe auch auf dem Untergrund noch wechseln: Je nachdem, mit welchem Winkel man auf eines der metergroßen Werke schaut, erscheinen bestimmte Blasen mal hellblau, mal silberblau, mal dunkelblau.

Karl Richter machte sich vor allem ums Werkzeug für die Seifenblasen-Malerei Gedanken

Karl Richter machte sich vor allem ums Werkzeug für die Seifenblasen-Malerei Gedanken. Inzwischen hat er 20 „Pinselringe“ verschiedener Durchmesser.

Quelle: Jutta Abromeit

Fragende Blicke beantworten die beiden mit einem verstehenden Lächeln. „Das ist jetzt unser Geheimnis. Wir zeigen gern jedem, wie die Seifenblasen-Bilder entstehen. Aber mit welcher Flüssigkeit wir arbeiten, das verraten wird nicht“, sagt sie. Dazu sei das alles im Moment viel zu spannend.

www.seifenblasenbilder.de

Von Jutta Abromeit

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