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Ein Panther im Niederen Fläming

Werbig Ein Panther im Niederen Fläming

Der rot-schwarze Roadster von Reinhard Schmidt aus Werbig ist ein echter Hingucker, den man bei gutem Wetter links und rechts der B 102 entdecken kann. Bei den klassischen, geschwungenen Formen vermuten die wenigsten, dass es sich bei dem britischen Gefährt gerade mal um einen sogenannten „Youngtimer“ handelt.

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Reinhard Schmidt genießt die Ausfahrten mit seinem „Panther Lima“ – hinter den klassischen Karossierie-Formen der Dreißiger steckt ein recht junges Design.

Quelle: Fotos: Peter Degener (3)

Werbig. Cabriofahrer haben es gerade schwer. Dunkle Wolken und Nieselregen wechseln sich im Stundentakt mit praller Sonne ab. Reinhardt Schmidt holt seinen „Panther Lima“ jedoch nur aus der Garage, wenn das Wetter stimmt. Das Verdeck muss er noch mit der Hand abnehmen und hinter den zwei Sitzen verstauen, womit der Kofferraum auch fast gefüllt ist. So reicht es nur für kurze Ausfahrten. „Zum Eis essen“, sagt Schmidt und grinst.

Viele Fahrer bleiben hinter ihm statt zu überholen

Im Panther Lima liegt man tief auf der Straße

Im Panther Lima liegt man tief auf der Straße.

Quelle: Peter Degener

Wenn er dann von Werbig ausgehend eine Runde um die Dörfer dreht, sind ihm die Blicke der Passanten sicher. „Mit so einem Auto fährt man nicht schnell, aber viele Fahrer bleiben hinter mir und schauen lieber, anstatt mich zu überholen“, sagt Schmidt. So röhrt er mit 125 PS entlang der B102 und in den Dörfern grüßen und winken die Menschen.

Der Roadster könnte aus den Dreißigern stammen – ist aber viel jünger

Auf den ersten Blick sieht sein Auto aus, als würde es aus den dreißiger oder vierziger Jahren stammen. Die geschwungenen Kotflügel gleiten an einer unendlichen Motorhaube entlang. Die kugelrunden Scheinwerfer und eine Hupe wie aus einem Mickey-Mouse-Zeichentrick erinnern an ganz klassische Oldtimer-Formen. Doch der Panther ist gar nicht so alt, sondern ein“, junger Alter“, ein „Youngtimer“, der zwischen 1976 und 1982 in England gebaut wurde.

Die Marke „Panther Westwings“ wurde 1972 in England gegründet und produzierte bis 1992 Roadster in Kleinserien

Die Marke „Panther Westwings“ wurde 1972 in England gegründet und produzierte bis 1992 Roadster in Kleinserien.

Quelle: Peter Degener

Der Wagen stand zehn Jahre ohne Abdeckung in einer Garage

„Es gibt weniger als tausend Exemplare und nur ein Teil davon ist für das europäische Festland gebaut worden“, sagt Schmidt. Seiner ist so ein Festland-Panther, der das Lenkrad auf der gewohnten linken Seite hat. „In Potsdam und in Berlin gibt es mindestens ein weiteres Exemplar“, weiß Schmidt. Auch beim Oldtimer-Treffen in Dahme hat er schon mal einen anderen Panther gesehen. Sein Exemplar wurde 1978 gebaut und hat weniger als 60 000 Kilometer auf dem Tacho.

Reinhard Schmidt genießt den Ruhestand mit seinem „Youngtimer“

Reinhard Schmidt genießt den Ruhestand mit seinem „Youngtimer“

Quelle: Peter Degener

„Der Wagen stand zehn Jahre lang in einer Garage eines Bekannten in Neuheim und war nicht mal abgedeckt“, erzählt Schmidt. „Ich hatte ihn ein paar Mal ausgeliehen, einmal über vier Tage lang, und das hat mir zu gut gefallen“, so Schmidt. Das war im Sommer 2015. Damals waren es für den heute 66-Jährigen nur noch zwei Monate bis zum verdienten Ruhestand. „Jetzt fängt das Leben an“, dachte Schmidt und kaufte den Wagen.

Er hat einen „Freundschaftspreis“ bekommen und ein Auto, das optisch noch viel hermachte, denn die Retro-Karosserie besteht aus beständiger Glasfaser.

Die schwarz-rot lackierte Karosserie besteht aus Glasfaser

Die schwarz-rot lackierte Karosserie besteht aus Glasfaser.

Quelle: Peter Degener

Nicht jeder Mechaniker traut sich an die britische Technik

„Der Lack war in Ordnung, aber der Vergaser war durchgebrannt. Da bin ich mit meiner Frau häufiger mal liegengeblieben“, sagt Schmidt. Aber nicht jeder Mechaniker traut sich an den britischen Vierzylinder-Motor heran. Auch Schmidt, der viele Handwerksberufe erlernt hat, brachte den Panther lieber in eine Fachwerkstatt, die er mit KTMT Motorentechnik am Jüterboger Bahnhof ganz in der Nähe fand.

Inhaber Lutz Lehmann ist ein Spezialist für die Restaurierung von Youngtimern. In seiner Hand wurde Schmidts zahmer Panther wieder zur Wildkatze. „Der Motor war ganz desolat und wir haben die gesamte Kraftstoffanlage erneuert. Mit seinen zwei Doppelvergasern ist der Panther aber ein schönes, sportliches Modell“, sagt Lehmann.

Hinter der Motorhaube kommt nicht mehr viel

Hinter der Motorhaube kommt nicht mehr viel.

Quelle: Peter Degener

Reinhard Schmidt sagt, dass sich sogar sein Fahrstil durch den Panther verändert habe – trotz röhrendem Motor und flacher Sitzposition ist er nun viel entspannter unterwegs als früher – selbst, wenn er seinen großen Truck fährt.

„Der geht sofort vom Hof, wenn der Preis stimmt“

Seine Frau fährt durchaus gerne, doch als das Auto abfahrbereit da steht, sagt sie nur: „Was bieten Sie? Der geht sofort vom Hof, wenn der Preis stimmt!“. Die Nachbarn sehen seine Kaufentscheidung gelassener: „Haste richtig gemacht“, sagen sie ihm.

Die Hunde von Schmidt sehen den Panther zum Glück nicht als Konkurrenz

Die Hunde von Schmidt sehen den Panther zum Glück nicht als Konkurrenz.

Quelle: Peter Degener

Von Peter Degener

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