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Ein Rinower reitet auf der Solarwelle

Rinow Ein Rinower reitet auf der Solarwelle

Photovoltaik auf dem Dach, Kollektoren an der Wand – so weit, so unspektakulär. Denn Solaranlagen sind auch im Niederen Fläming inzwischen keine Seltenheit mehr. Heizungsbauermeister Waldemar Schmidt geht noch ein paar Schritte weiter. Er will die Energie nun auch nachts nutzen und ab 2017 mit einem Elektroauto fahren, das er vor seiner Haustür tankt.

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Waldemar Schmidt aus Rinow ist überzeugt, dass der Siegeszug der Solarenergie nur eine Frage der Zeit ist.

Quelle: Victoria Barnack

Rinow. Statistisch gesehen wohnt jeder neunte Deutsche in einem Haus mit Solarwärme- oder Solarstromanlage. Einige dieser Solarbürger leben im Niederen Fläming. Zu ihnen zählt die Familie von Heizungsbauermeister Waldemar Schmidt. Der Rinower hat dafür gesorgt, dass Kollektoren und Photovoltaikmodule noch weitere Dächer in der Gemeinde zieren. Er ist davon überzeugt, dass der Siegeszug der Solarenergie nur eine Frage der Zeit ist.

Zahlen und Fakten

In Deutschland gibt es mehr als zwei Millionen Solarwärmeanlagen mit einer Kollektorfläche von 19 Millionen Quadratmetern.

Mit verschiedenen Kollektoren wurden in Deutschland 7,5 Terawattstunden Strom erzeugt und damit rund ein Prozent des Wärmebedarfs aller deutschen Haushalte gedeckt.

Bis zum Beginn des Jahres 2016 waren außerdem mehr als 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung in ganz Deutschland in Betrieb.

Der Photovoltaikanteil am deutschen Stromverbrauch betrug im vergangenen Jahr sechs Prozent und soll bis zum Jahr 2020 auf bis zu zehn Prozent steigen.

So relevant wie heute war die Solarenergie aber nicht immer. Lange kamen gerade mal eine Handvoll Aufträge im Jahr bei Schmidt rein. Bis zur Jahrtausendwende interessierten sich die Verbraucher nicht wirklich für diese Form der erneuerbaren Energie. „Denn die Energiepreise waren damals kein Thema“, erklärt Waldemar Schmidt. Heute gibt es viele Anreizprogramme, die vor allem private Haushalte ermutigen sollen, sich von veralteten Anlagen zu verabschieden und die Investition zu wagen.

Mehr als 20 Jahre ist es her, dass der Handwerksmeister die ersten Solaranlagen auf seinem Dach installiert hat. Denn Schmidt ist sein eigenes Versuchskaninchen, wenn es um die neuesten Technologien geht. Erfahrungen und Ergebnisse kann er potenziellen Kunden so besonders gut präsentieren. Die Überwachung der Anlagen passiert inzwischen über das Internet. Auch heute noch hat er Anlagen an dem Bürogebäude seiner Firma in Rinow angebracht und verbraucht Strom und Wärme direkt vor Ort. „Je kürzer der Weg zwischen Erzeugung und Verbrauch desto besser“, findet er und setzt sich für die regionale Nutzung ein. Die Gegebenheiten im Niederen Fläming würden das sogar besonders begünstigen. „Viele haben eine große Scheune, auf der Strom erzeugt und im Haus selbst verbraucht werden könnte“, erklärt er.

Im eigenen Verbrauch des erzeugten Stroms liegt für Waldemar Schmidt der Schlüssel für die Energiewende. Schon jetzt erzeugen die Anlagen der neun Millionen Solarbürger in Deutschland mehr Strom als die dazugehörigen Haushalte verbrauchen. Schmidt hat deshalb in einen Speicher investiert, der in nun bei ihm eingebaut wird. „Damit soll uns die Energie zeitversetzt nachts zur Verfügung stehen“, erklärt er. „Wir bekommen zwar nicht 100 Prozent raus, aber wenn niemand anfängt, passiert auch in Zukunft nichts.“

Die nächste Investition ist für 2017 geplant. Dann legt sich der Rinower ein Elektroauto zu und geht selbst einen weiteren, entscheidenden Schritt in die Zukunft. Die Kollektoren am Firmengebäude dienen ihm als Quelle für seine E-Tankstelle. Die geringe Reichweite des neuen Autos ist für ihn nur ein „Totschlagargument“. 200 Kilometer bringt ihn das Fahrzeug. „Weiter als nach Potsdam fahr ich nicht“, sagt er. „Für eine längere Fahrt in den Urlaub kann man sich auch einmal im Jahr ein Auto mieten.“

Von Victoria Barnack

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