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Ein Rollstuhl und viele Schlüssel

Verlorene Dinge im Fundbüro Luckenwalde Ein Rollstuhl und viele Schlüssel

189 verlorene Gegenstände und Tiere landeten im Jahr 2015 im Luckenwalder Fundbüro, darunter 62 Schlüssel. 51 Fundsachen konnten den Eigentümern zurückgegeben werden. Kurios: Auch ein herrenloser Rollstuhl wartet auf seinen Besitzer.

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Daniela Hurtig vom Ordnungsamt präsentiert die Fundsachen, darunter bergeweise Handtücher und ein Paar Inline-Skates.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Wenn Schlüssel, Brieftasche oder auch größere Dinge verschusselt wurden, lohnt sich durchaus der Gang zum Fundbüro. 189 Fundsachen wurden im Jahr 2015 im Luckenwalder Ordnungsamt abgegeben. „Das sind fast genauso viele wie im Jahr zuvor“, berichtet Abteilungsleiterin Daniela Hurtig, „da waren es 192.“

Während im Jahr 2014 das spektakulärste Exemplar eine Flug-Drohne war, stellte sich im gerade zu Ende gegangenen Jahr ein herrenloser Rollstuhl als ungewöhnlichster Fund heraus. „Der Eigentümer hat ihn aber wieder abgeholt“, weiß Daniela Hurtig.

Schlüssel en masse

Die Rangliste der Fundgegenstände führen Schlüssel und Fahrräder an. 62 Schlüssel oder Schlüsselbunde und 58 Drahtesel landeten im städtischen Aufbewahrungsbüro. Außerdem wurden in den Protokollen acht Handys oder Smartphones, ein Plüschtier und ein Paar Inline-Skates registriert. 15-mal wurde in der Fläming-Therme Liegengebliebes abgeholt. „Es ist erstaunlich, was dort alles vergessen wurde“, sagt Daniela Hurtig, „das waren bergeweise Handtücher, aber auch Bademäntel, Badebekleidung und -latschen.“ Sie sind in der Statistik gar nicht einzeln aufgeführt. Selbst Winterstiefel und dicke Winterjacken sind in der Therme verlustig gegangen, ohne dass es offenbar jemandem aufgefallen ist oder sich im Nachhinein jemand danach erkundigt hat.

Hintergrund

Das Fundbüro in Luckenwalde befindet sich im städtischen Ordnungsamt, Theaterstraße 16d.

Dem ehrlichen Finder stehen bei Gegenständen bis zu einem Wert von 500 Euro fünf Prozent Finderlohn zu, bei höherwertigen Fundsachen drei Prozent.

Wird die Fundsache innerhalb von sechs Monaten nicht abgeholt, hat der Finder das Recht, sie zu behalten.

Bereits beim Abgabeprotokoll wird vermerkt, ob der Finder anonym bleiben will, Finderlohn begehrt oder die Fundsache nach einem halben Jahr selbst haben will.

Abgegeben wurden weiterhin Brieftaschen, Dokumente, Handtaschen, Brillen, Schmuck, Uhren und Bargeld. „Beim Abholen von Bargeld wird es schwierig“, sagt Daniela Hurtig, „da muss der Verlierer schon sehr genau erklären können, wo das Missgeschick passiert ist.“ Insgesamt 51 Fundachen konnten den Eigentümern zurückgegeben werden.

Von den 189 Fundanzeigen stammen laut Hurtig 51 von der Polizeiinspektion Teltow-Fläming. Dazu gehörten unter anderem ein Moped der Marke Simson (das wurde inzwischen vom Eigentümer abgeholt), ein Kärcher, ein Fernglas, ein Kinderfahrrad in Einzelteilen, aber auch ein Kettcar, ein Tablet, eine Leiter und ein Pocketbike. Zum Teil stammen diese Dinge auch aus Diebesbeute oder Beschlagnahmungen.

15 Hunde und 19 Katzen abgegeben

Doch nicht nur Gegenstände, auch herrenlose Tiere gelten als Fundsache. So wurden im vergangenen Jahr 15 Hunde und 19 Katzen abgegeben. Sie landen dann meist vorübergehend im Tierheim. „Außerdem wurde im Nuthepark eine Wasserschildkröte aufgelesen“, berichtet Daniela Hurtig. Weil man nicht genau wusste, ob das Tier vielleicht doch in freier Wildbahn dort lebt, hat sich dann die Untere Naturschutzbehörde darum gekümmert. Außerdem wurden bei einem Sterbefall fünf Zebrafinken aus einer Wohnung in Sicherheit gebracht. 13 Tiere wurden von ihren Besitzern wieder abgeholt, „das waren alles Hunde“, berichtet die Ordnungsamtsmitarbeiterin.

Zweimal im Jahr wird versteigert

Werden die Fundsachen nicht innerhalb eines halben Jahres abgeholt, kommen sie in einer öffentlichen Versteigerung unter den Hammer. In der Regel zweimal jährlich, 2015 gab es allerdings nur eine Auktion. Was dann noch übrig bleibt, geht an gemeinnützige Vereine – oder auch in den Müll. So bleibt das Inventar im Aufbewahrungszimmer übersichtlich.

Von Elinor Wenke

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