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Ein Schlagbaum im Vorgarten

Rangsdorfer Schranke ziert Gartenbahn Ein Schlagbaum im Vorgarten

Jahrzehntelang war die Schranke der Schrecken vieler Rangsdorfer. Nun steht sie im Vorgarten von Manfred Arndt. Er hat einen der beiden Schlagbäume geschenkt bekommen. Wer die alten Zeiten und das Geräusch vermisst, muss nur in die Rheingoldallee kommen und kann sich wie ein Schrankenwärter fühlen.

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Manfred Arndt (r.) und seine Helfer beim Aufbau der Schranke.

Quelle: Zielke

Rangsdorf. Obstbäume kann jeder in seinem Garten pflanzen. Manfred Arndt hat einen waschechten Schlagbaum vor dem Haus. Seit einigen Tagen steht die Schranke des vor einem Jahr verschwundenen Rangsdorfer Bahnübergangs auf dem Grundstück des 69-Jährigen. Dort ist die Schranke nicht allein, sie steht inmitten eines Eisenbahnerparadieses aus alten Licht- und Flügelsignalen, der Achse einer Dampflok und einer riesigen Gartenbahnanlage.

Vier Männer waren nötig, um die fast zehn Meter lange Schranke auf den Bock zu hieven. Christian Scheffter, Tino Ribbecke und Arndts Sohn Torsten stand schnell der Schweiß auf der Stirn. Und plötzlich – wie von Zauberhand – schwebte die Schranke in der Luft. Das Geheimnis liegt im Gewicht. Mächtige Betonklötzer am hinteren Teil sorgen für die Balance. „Wenn sie bei einem Winkel von 45 Grad stehenbleibt, haben wir alles richtig gemacht“, sagte Manfred Arndt. Bis dahin vergingen nur wenige Minuten. Manfred Arndt, der alte Eisenbahner, der von der Dampflok bis zum ICE alles gefahren ist, was auf Schienen unterwegs ist, wirkt zufrieden. Alles ist so, wie er es sich vorgestellt hat. Seit Ende Januar lag die Schranke bereits in seinem Garten.

Gemeinde bekam Schranken von der Bahn geschenkt

Die Gemeinde hatte beide Schranken von der Deutschen Bahn geschenkt bekommen. Eine steht seit Ende 2015 als Denkmal an ihrem ehemaligen Platz. „Der Bürgermeister hat mich gefragt, ob ich die andere haben möchte. Da habe ich natürlich sofort Ja gesagt“, erinnert sich Manfred Arndt. Dass die Schranke in seinem Garten gar keine echte Rangsdorferin ist, sondern aus Zossen stammt, stört ihn nicht. Wenige Monate vor Eröffnung des Tunnels hatte ein Fahrzeug den Schlagbaum beschädigt. Der Ersatz kam aus Zossen. Wenn er sie mit frischer roter und weißer Farbe lackiert hat, sehe man sowieso keinen Unterschied mehr, sagt Manfred Arndt. Die Schranke, die jahrzehntelang einen ganzen Ort geteilt hat, verliert hinter einem Holzzaun plötzlich ihren Schrecken. Wenn beim Hoch- und Runterkurbeln das Läutwerk den lange vertrauten Ton wiedergibt, werden schlagartig Erinnerungen an die Zeit vor dem Tunnel wach. Manfred Arndt ist auf Nostalgiker vorbereitet. Wer in die Rheingoldallee kommt, darf gerne einmal kurbeln.

Ehefrau erträgt Hobby gelassen

Ehefrau Brigitte trägt die Leidenschaft ihres Mannes gelassen. „Nach 37 Jahren habe ich mich daran gewöhnt.“ So lange fährt bereits die kleine Eisenbahn durch den Garten in Rangsdorf. Mittlerweile sind es 1600 Quadratmeter voll mit Schienen, Gebäuden und künstlich angelegten Stadt- und Wild-West-Landschaften. Manfred Arndt möchte nicht nur sich, sondern auch den vielen Kindern, die vorbeikommen, eine Freude machen. Sie dürfen die Kurbel drehen und sich wie ein echter Schrankenwärter fühlen. Ob es mit der Schranke nun langsam genug ist? Manfred Arndt hat schon die nächste Idee, doch die ist noch geheim. Seine Frau wird es mit Fassung tragen.

Info: Am 11. und 12. Juni ist von 10.30 bis 17 Uhr Tag der offenen Tür bei der Gartenbahn in der Rheingoldallee 12.

Von Christian Zielke

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