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Teltow-Fläming Ein Schmuckstück in der Natur
Lokales Teltow-Fläming Ein Schmuckstück in der Natur
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02:16 17.08.2015
Roman Schmidt zeigt Fotos vom Bau des Freibads . Quelle: Anne-Kathrin Fischer
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Luckenwalde

Seit mehr als 150 Jahren erfrischen sich die Luckenwalder im Freibad Elsthal. Es wird erstmals 1861 in den Protokollbüchern des Handwerkervereins erwähnt – und ist damit das älteste Schwimmbad der Region. „Es war eine Flussbadeanstalt auf der anderen Seite der Nuthe“, weiß Roman Schmidt, Leiter des Luckenwalder Heimatmuseums.

Ein in den Boden gelassenes Freibad entstand dann 64 Jahre später: „Im Jahre 1925 konnte durch die dankenswerte Initiative des alten, nunmehr schon über 80 Jahre bestehenden Handwerkervereins auf dem eigenen Gelände im Parke Elstal, das von der Nuthe durchflossen ist, ein modernes Freibad errichtet werden, das mit einer Länge von 100 m und einer Breite von 28 m allen billigen Forderungen gerecht werden kann“, heißt es in dem 1930 erschienen Buch „Deutschland Städtebau“. In dem Freibad mit einer Tiefe von vier Metern gab es fortan auch einen Sprungturm. Schmidt hat zwei dicke Aktenordner vor sich liegen – voll mit Originalfotos vom Bau und von der Entwicklung des Freibades. „Schauen Sie hier, ist das nicht cool?“, sagt der 52 Jahre alte Stadtexperte und deutet auf zwei Schwarz-Weiß-Fotografien, auf denen zu sehen ist, wie das Becken im Boden ausgehoben wird. Schmidt selbst setzte seine Füße erstmals „vor der Wende“ ins Freibad – heute geht der Luckenwalder lieber in den Seen des benachbarten Ortes Dobbrikow schwimmen. 2012 veröffentlichte er als Co-Autor das Buch „Heimspiel – die Sportgeschichte der Stadt Luckenwalde“. In dem kurzweilig geschriebenen Buch – sortiert nach eigentümlichen Begriffen – gibt es unter dem Begriff „Poseidon“ auch eine Episode zum Freibad Elsthal: Der griechische Meeresgott war Namensgeber für den ersten Luckenwalder Schwimmverein, der sich 1921 gründete. Dort steht auch, dass die einstige Flussbadeanstalt von den meisten Besuchern „nur zum Planschen“ genutzt wurde. Hintergrund: In den 1920er-Jahren konnten gerade mal zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung schwimmen.

Seit 2001 wird das Freibad von der Aquapark GmbH betrieben, die auch die Fläming-Therme besitzt. Hannelore Reichardt (72) war schon als Kind im Freibad. Seit  2003 trifft sie sich regelmäßig dort mit anderen Frauen, um gemeinsam Bahnen zu ziehen. Als es 2011 Spekulationen gab, das Bad könne aus Kostengründen geschlossen oder verkleinert werden, gründeten sie einen Förderverein. „Wir haben gesagt: ’Das machen wir nicht mit’“, erinnert sich Reichardt. „Das Bad hat eine so wunderschöne Lage in der Natur“, sagt sie. Sie sammelten Unterschriften und verpassten fortan keine Stadtverordnetenversammlung, in der es um die Belange des Freibads ging.

Das Bad blieb an Ort und Stelle mit der gleichen Größe. Es wird nun auch von der Stadt bezuschusst und der Förderverein kümmert sich weiterhin darum – etwa, indem er Spielgeräte anschafft. Reichardt sagt: „Ich freue mich über jeden Besucher.“ Und besonders freut es sie, dass ihre Enkelin, die in der Nähe von Berlin wohnt und bei ihrer Oma Ferien macht, auf die Frage, was sie denn unternehmen will, als erstes antwortet: „Na, ich will mit dir ins Freibad!“

Von Anne-Kathrin Fischer

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