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Ein Sir zu Besuch in Dahlewitz

Woidke und britischer Botschafter bei Rolls-Royce Ein Sir zu Besuch in Dahlewitz

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der britsche Botschafter Sebastian Wood haben am Montag das Rolls-Royce-Werk in Dahlewitz besucht. Neben schönen Bildern von interessanter Technik ging es bei dem Treffen auch um das hochpolitische Thema eines möglichen EU-Austritts Großbritanniens.

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Der britische Botschafter Sebastian Wood (l.) und Ministerpräsident Manfred Woidke (M.) lassen sich von Florian Stappenbeck das Werk zeigen.Christian Zielke

Dahlewitz. In Dahlewitz fühlt sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) offenbar wohl. Das Werk des Triebwerkherstellers Rolls Royce bietet stets eine eindrucksvolle Kulisse. Dazu Hochtechnologie, mehr als 2200 Beschäftigte aus mehr als 50 Nationen.

Eine bessere Kulisse für den Antrittsbesuch des britischen Botschafters gib es wohl kaum. Und so schwärmte Sebastian Wood, der den Adelstitel „Sir“ vor dem Namen trägt, von den „wunderbaren Triebwerken“, die in Dahlewitz entwickelt, hergestellt und getestet werden. Er selbst hat eine zeitlang bei Rolls Royce gearbeitet, sagte er, während Florian Stappenbeck, der Produktionsleiter, durch die Hallen führte.

Dort trafen der Ministerpräsident und der Botschafter auf Marcus Melcher, der seit zehn Jahren Triebwerke zusammenbaut. Ein paar Minuten Smalltalk über die Arbeit und das Unternehmen. „Er war sehr nett“, sagt Marcus Melcher über den Ministerpräsidenten. Es sei eine eher zufällige Begegnung gewesen, schließlich ist man Prominenz und Menschenansammlungen bei Rolls Royce gewohnt. Woidke sei überrascht gewesen, als er erfuhr, dass ein großer Teil der Komponenten in Israel hergestellt werden, sagt Melcher.

Fast eine Stunde lang ließen sich der Diplomat und der Regierungschef durch die Produktionshallen und Teststände führen und trafen sich anschließend noch hinter verschlossenen Türen. Möglicherweise ging es dabei um das Thema Nummer Eins, das derzeit Europa beschäftigt und das bei einem deutsch-britischem Unternehmen wie Rolls Royce fast zwangsläufig eine Rolle spielt: den Brexit, also den möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung am 23. Juni dafür stimmen sollte.

„Die Regierung in London hat sich für den Verbleib in der EU ausgesprochen“, sagte Botschafter Wood und fügte hinzu „wegen des Binnenmarkts“. Kein Wort zum Thema politische Union oder europäische Integration, die in Großbritannien ohnehin schwer zu vermitteln ist. Für die Briten ist Europa eher eine Kopfsache und so sprach der Botschafter auch von erschwertem Handel und höheren Kosten im Falle des Brexits.

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke wollte keine Prognose über einen Ausgang der Abstimmung am 23. Juni abgeben. „Ich hoffe aber, dass Großbritannien Teil der EU bleibt. Ein besseres Beispiel für die Zusammenarbeit als hier in Dahlewitz kann es kaum geben.“ Dennoch gab er auch zu: „Die britische Politik ist nicht immer einfach.“

Auf die Frage, ob man im Unternehmen bereits Szenarien für den Fall eines Brexits durchgespielt habe, schwieg Bernhard Rabert, der Leiter des Berliner Rolls-Royce-Hauptstadtbüros. „Das ist eine politische Entscheidung. Wir sind nur Beobachter“, gab er sich diplomatisch. Immerhin gab er zu: „Im Sinne unserer Kunden und Lieferanten wäre ein Verbleib in der EU positiv.“ Seit Ende der 1960er Jahre bauen Briten und Deutsche gemeinsam Flugzeugtriebwerke.

Die Boeing 707 war das erste Flugzeug mit der Technik. Auf der Ila wird Anfang Juni die neueste Generation XWB der Öffentlichkeit gezeigt.

Von Christian Zielke

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