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Ein Stein des Anstoßes aus Holz

Wissenstausch-Veranstaltung auf der Baruther Bank Ein Stein des Anstoßes aus Holz

Wann ist eine Bank eine Bank? Diese Frage stellten sich am Mittwochabend der Entwurfsgestalter und der Hersteller der Baruther Bank, sowie der Initiator dieses Kulturprojekts.

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Platz und Stoff für Gespräche bietet die Bank: Georg Bosch, Jan Pfeifer, KarstenWittke (v. l.).

Quelle: Reck

Baruth. Alle drei saßen auf dem hölzernen Konstrukt, das vor dem Alten Schloss in Baruth steht und in der Stadt schon für reichlich Gesprächsstoff gesorgt hat. Ist das überhaupt eine Bank so ganz ohne Rücken- und Armlehnen? Ist das nun ein Kunstwerk oder nur die Umsetzung eines misslungenen Produktdesigns mit seiner doppelt gekrümmten Sitzfläche? Doch die Kritiker waren zur ersten Gesprächsrunde auf der Bank nicht erschienen.

Und die Macher der Baruther Bank nahmen deren Kritik gelassen. Georg Bosch, Architekt und Designer der Bank, sprach von einem "interessanten Feedback", das zeige, "wie eine Bank der Stein des Anstoßes sein kann". Jan Pfeifer, Ingenieur bei der Klenk Holz AG, der den Gestaltungsentwurf Boschs umgesetzt hat, fand es gut, dass es überhaupt Diskussionen gab. Die gab es übrigens auch in seinem Betrieb, wo man dieses Vorhaben auch als Produktionsbremse gesehen habe.

Ob es denn überhaupt ein Industrieprodukt oder nicht vielmehr Ausdruck der Handwerkskunst sei, wollte Karsten Wittke vom Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums (I-Ku), das den Bankwettbewerb ins Leben gerufen hatte, wissen. "Das ist Handwerk", war die klare Antwort von Jan Pfeifer. Denn Industrie sei automatisierte Produktion, die weitgehend anonym verlaufe: "Mit der Bank haben sich vier Azubis beschäftigt. Sie sind damit selber in Erscheinung getreten."

Vom Entwurfsgestalter wollte Wittke wissen, ob es sich nun um Design oder nur um eine Bank handele. "Ich mache das, was ein Architekt eben macht", sagte Georg Bosch, und das sei einfach dazu da, um genutzt zu werden.

Welchen Gewinn haben beide aus diesem Projekt gezogen, fragte Wittke zudem. "Zu sehen, wie der Entwurf bei Klenk technisch umgesetzt wurde", antwortete Bosch. Wie dort gearbeitet wird und welche Dimensionen dort vorhanden sind. Da hätten die fünfeinhalb Meter langen Holzbretter, aus denen seine Bank zusammengesetzt wurde, geradezu wie Streichhölzer ausgesehen.

"Der größte Gewinn waren die Menschen, die ich dadurch kennengelernt habe", sagte Jan Pfeifer, der vielleicht auch deswegen inzwischen mit seiner Familie nach Baruth gezogen ist.

 

Wissenstausch

  • „Baruther Bank – Wissenstausch“ nennt sich das Projekt, mit dem sich der Verein I-Ku aus Baruth bei dem Wettbewerb der Robert-Bosch-Stiftung „Neulandgewinner – Zukunft erfinden vor Ort“ als einer von 20 Gewinnern und 760 Mitbewerbern durchsetzen konnte.
  • Erste Stufe dieses Projekts war die Ausschreibung für den Entwurf einer Baruther Bank. Der Preisträger Georg Bosch hat aber mit der Stiftung nichts zu tun.
  • Zweite Stufe sind nun die Gespräche auf der Baruther Bank – Wissenstausch genannt. mut

Von Hartmut F. Reck

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