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Teltow-Fläming Ein Traum aus Holz
Lokales Teltow-Fläming Ein Traum aus Holz
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07:57 12.07.2013
Leonie und Tobias Rätzer, hier mit dem Familienhund, haben in Kliestow ein Blockhaus errichtet und sich damit einen lange gehegten Wunsch erfüllt. Quelle: Aglaja Adam
Kliestow

Die Nachbarn haben gestaunt, Autos halten extra an: Die Arbeiten am Blockhaus von Tobias und Leonie Rätzer in Kliestow sorgen für Aufsehen.
Rund 80 Fichtenstämme sind in der vergangenen Woche mit drei Lastwagen herantransportiert worden. Mit einem Kran wurden die riesigen Holzteile aufeinandergestapelt, in zwei Tagen stand der Rohbau des Hauses mit Dachstuhl. „Das Holz kommt ganz frisch aus dem Harz, diesen Winter ist es geschlagen worden“, erläutert Tobias Rätzer.

Zusammen mit seiner Frau Leonie hat er sich mit dem Naturstammhaus einen lange gehegten Traum verwirklicht. „Wir haben einen Förster in der Familie“, erzählt Leonie Rätzer. Der habe einen Lehrgang für Blockhausbau gemacht, inzwischen leitet er den Walderlebnispark „Blockhausen“ im Erzgebirge. „Wir haben die Häuser dort angeschaut und wussten: Wenn wir irgendwann mal selbst ein Haus bauen, dann wird es ein Blockhaus“, sagt Tobias Rätzer.

Sieben Jahre sind seitdem vergangen. Die Rätzers haben viel recherchiert und sich nach geeigneten Baufirmen umgesehen. Nach längerer Suche haben sie sich für eine Firma in Halberstadt entschieden, die sich auf Naturstammhäuser und Blockhäuser spezialisiert hat. „Auf kanadische Bauweise“, sagt Tobias Rätzer. Die Stämme ihres Hauses sind alle zwischen 38 und 55 Zentimetern dick. Sie werden in Handarbeit entrindet und gehobelt, sodass die natürliche Struktur erhalten bleibt.

Dann werden sie genau angepasst, damit sie trotz ihrer natürlichen Unebenheiten genau aufeinanderpassen und keine Hohlräume in den Fassaden entstehen. Die Isolation erfolgt durch Schafwolle und vorkomprimiertes Quellband. Eine zusätzliche Dämmung braucht es nicht. Weder Lack noch Farbe noch Putz kommt auf das Holz. Noch ist es hellbraun. Durch die Witterung wird es sich mit der Zeit grau verfärben, irgendwann ist es dann schwarz. „Das werden wir aber nicht mehr erleben“, sagt Rätzer.

Auch im Inneren befindet sich eine Wand aus Naturstamm, das ist laut Bauherr von der Statik her notwendig. Viel Holz und nur wenige Trockenbauwände, das ist der Wunsch der Rätzers. Auch Fliesen an den Wänden wollen sie sparsam einsetzen.
Sie sei schon gefragt worden, ob so ein Haus nicht leicht Feuer fange, sagt Leonie Rätzer. „Interessanterweise erreicht ein Blockhaus aber sehr gute Brandschutzwerte.“ Dies liege daran, dass die dicken Stämme innen sauerstoffarm seien. „Das Feuer verkohlt also nur die Oberfläche.“

Den Fußboden auf der 120 Quadratmeter großen Wohnfläche wollen die Rätzers allerdings nicht aus Holz, sondern fliesen lassen. „Das ist mit einer Fußbodenheizung am besten“, sagt der Lkw-Fahrer. Geheizt wird das Haus mit einer Wärmepumpe, die mit Erdwärme betrieben wird. Das Haus erfüllt damit den Energieeffizienz-Standard kfW 70.

Eine Besonderheit ist das Dach. „Es steht zwei Meter über“, sagt Tobias Rätzer. „Konstruktiven Wandschutz“ nennt er das: Die Außenwände sind so besser vor Regen und Wind geschützt. Der Kamin wurde so konstruiert, dass er auch noch auf dem Dach sitzt, wenn sich das Haus absenkt. „Damit muss man rechnen“, sagt Rätzer. Holz als Naturmaterial könne sich um bis zu 25 Zentimeter absetzen.

Im Herbst will das Ehepaar einziehen. Auf ihre neue Heimat Kliestow freuen sich die beiden schon. In Waltersdorf, wo sie momentan wohnen, seien die Grundstückspreise explodiert. „Und hier ist es wunderschön“, sagt Leonie Rätzer. Besonders den freien Blick über die Felder hat sie schon jetzt lieb gewonnen.

Von Aglaja Adam

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